Demut im Gottesdienst: Aufrichtigkeit und Nähe zu Allah

12. November 2024 – Al-Dirassa Institut

Mann betet demütig in einer friedlichen Naturlandschaft

In einer Gesellschaft, in der äußere Wirkung, Sichtbarkeit und Anerkennung häufig einen hohen Stellenwert besitzen, lehrt der Islam, dass wahre Anbetung aus Aufrichtigkeit und Demut entsteht.

Ein demütiger und aufrichtiger Gottesdienst hilft dem Gläubigen, Allah näherzukommen und eine tiefe spirituelle Verbindung zu seinem Schöpfer aufzubauen.

Diese Beziehung wird nicht durch Selbstdarstellung, Lob oder öffentliche Anerkennung gestärkt. Sie wächst vielmehr durch:

  • eine aufrichtige Absicht;
  • innere Bescheidenheit;
  • verborgene gute Taten;
  • das Bewusstsein der eigenen Abhängigkeit von Allah;
  • die Hoffnung auf Sein Wohlgefallen.

Dieser Artikel erklärt, wie Demut im Gottesdienst die Beziehung zu Allah stärkt, die Absicht reinigt und zu einem ausgeglichenen spirituellen Leben beiträgt.

Das Wichtigste über Demut im Gottesdienst

Demut im Gottesdienst bedeutet, Allah mit einem aufrichtigen Herzen anzubeten und weder die Anerkennung der Menschen noch Überlegenheit über andere zu suchen.

Zu den wichtigsten Grundsätzen gehören:

  • Gute Taten sollen Allah allein gewidmet werden.
  • Riya kann die Aufrichtigkeit einer Handlung gefährden.
  • Verborgene gute Taten schützen häufig besser vor Selbstdarstellung.
  • Khushu bezeichnet innere Sammlung und Ehrfurcht im Gottesdienst.
  • Demut bedeutet nicht Selbstverachtung oder Schwäche.
  • Der Gläubige darf gute Werke zeigen, wenn ein berechtigter Nutzen besteht.
  • Die eigene Absicht sollte regelmäßig überprüft werden.

Was bedeutet Demut im Islam?

Demut bezeichnet eine innere Haltung, in der der Mensch seine Stellung als Diener Allahs erkennt und sich weder über andere erhebt noch seine guten Taten als eigenen Verdienst betrachtet.

Sie zeigt sich:

  • im Verhalten;
  • in der Sprache;
  • im Umgang mit anderen Menschen;
  • im Gebet;
  • in der Reue;
  • in der Annahme von Ratschlägen;
  • in der Beziehung zu Allah.

Demut ist keine Schwäche.

Sie ist eine spirituelle Stärke, weil sie den Menschen von Hochmut, Selbstdarstellung und der ständigen Suche nach Anerkennung befreit.

Der Unterschied zwischen Haya, Tawadu und Khushu

Mehrere arabische Begriffe werden im Zusammenhang mit Bescheidenheit und Demut verwendet.

Haya: Schamhaftigkeit und sittsame Zurückhaltung

Haya bezeichnet Schamhaftigkeit, Anstand und eine innere Zurückhaltung, die den Menschen davon abhält, Allah zu missachten oder andere durch schamloses Verhalten zu verletzen.

Haya betrifft:

  • Kleidung;
  • Sprache;
  • Verhalten;
  • Blick;
  • öffentliche und private Handlungen.

Tawadu: Bescheidenheit gegenüber Menschen

Tawadu bedeutet, sich nicht über andere zu erheben.

Ein bescheidener Mensch:

  • akzeptiert Wahrheit, auch wenn sie von einer jüngeren oder weniger angesehenen Person kommt;
  • behandelt Arme und Schwache respektvoll;
  • gibt Fehler zu;
  • verachtet andere nicht;
  • stellt seine Fähigkeiten nicht ständig zur Schau.

Khushu: Demut und Sammlung im Gottesdienst

Khushu bezeichnet Ehrfurcht, innere Ruhe und aufmerksame Sammlung, besonders im Gebet.

Khushu zeigt sich darin, dass:

  • das Herz bei Allah ist;
  • der Körper ruhig bleibt;
  • die Worte bewusst gesprochen werden;
  • Ablenkungen reduziert werden;
  • der Betende seine Bedürftigkeit erkennt.

Demut und Hochmut im Koran

Der Koran warnt an zahlreichen Stellen vor Hochmut und überheblichem Verhalten.

Allah sagt:

„Und wende deine Wange nicht verächtlich von den Menschen ab und schreite nicht übermütig auf der Erde einher. Allah liebt niemanden, der eingebildet und prahlerisch ist.“

Sure Luqman, 31:18

Dieser Vers zeigt, dass Hochmut nicht nur eine innere Haltung ist.

Er kann sichtbar werden durch:

  • verächtlichen Umgang mit Menschen;
  • arrogante Sprache;
  • Prahlen;
  • das Ablehnen von Wahrheit;
  • die Geringschätzung anderer.

Demut schützt das Herz davor, sich aufgrund von Wissen, Herkunft, Vermögen oder Gottesdienst überlegen zu fühlen.

Kostenlose Probestunde

Buchen Sie Ihre kostenlose 30-minütige Probestunde

Anmeldeformular

Warum ist Demut im Gottesdienst so wichtig?

Gottesdienst im Islam ist Ausdruck von Liebe, Hingabe, Hoffnung und Ehrfurcht gegenüber Allah.

Damit eine Handlung ihren spirituellen Wert behält, benötigt sie eine aufrichtige Absicht.

Wenn der Muslim betet, Koran liest, Dhikr spricht oder spendet, soll sein eigentliches Ziel Allahs Wohlgefallen sein.

Demut schützt vor Hochmut

Ein Mensch kann durch gute Taten geprüft werden.

Er kann beginnen zu glauben:

  • er sei besser als andere;
  • seine Taten würden ihm aus eigener Kraft gelingen;
  • andere müssten ihn bewundern;
  • sein Wissen mache ihn überlegen.

Demut erinnert daran, dass jede Fähigkeit, Zeit und Gelegenheit zur Anbetung eine Gabe Allahs ist.

Demut schützt vor Riya

Riya bezeichnet das Verrichten einer religiösen Handlung, um von Menschen gesehen, gelobt oder bewundert zu werden.

Die Gefahr besteht darin, dass eine äußerlich gute Handlung ihre Aufrichtigkeit verliert.

Beispiele können sein:

  • länger zu beten, weil andere zusehen;
  • Spenden öffentlich hervorzuheben, um Anerkennung zu erhalten;
  • religiöses Wissen nur für Ansehen zu suchen;
  • Frömmigkeit in sozialen Netzwerken inszenieren;
  • gute Taten ständig zu erwähnen.

Demut stärkt die reine Absicht

Die Absicht wird auf Arabisch Niyya genannt.

Sie bestimmt, weshalb eine Handlung verrichtet wird.

Ein Muslim kann sich fragen:

  • Für wen tue ich das?
  • Würde ich diese Handlung auch allein verrichten?
  • Bin ich enttäuscht, wenn mich niemand lobt?
  • Verändert sich meine Handlung, wenn Menschen zusehen?
  • Suche ich Allahs Wohlgefallen oder meine eigene Darstellung?

Diese Fragen helfen dabei, die Absicht regelmäßig zu korrigieren.

Was ist Ikhlas?

Ikhlas bedeutet Aufrichtigkeit und Reinheit der Absicht.

Eine Handlung besitzt Ikhlas, wenn sie Allah allein gewidmet wird.

Ikhlas bedeutet nicht, dass ein Mensch niemals gemischte Gedanken oder Zweifel erlebt.

Es bedeutet vielmehr, gegen solche Einflüsse anzukämpfen und die Absicht immer wieder auf Allah auszurichten.

Zeichen aufrichtiger Anbetung

Mögliche Zeichen der Aufrichtigkeit sind:

  • die Handlung wird im Verborgenen und öffentlich ähnlich sorgfältig verrichtet;
  • Lob verändert die Person nicht stark;
  • fehlende Anerkennung führt nicht zur Aufgabe;
  • der Mensch erkennt eigene Fehler;
  • er schreibt den Erfolg Allah zu;
  • er verachtet andere nicht.

Riya und soziale Netzwerke

Soziale Netzwerke können nützlich sein, um Wissen zu teilen, Menschen zu motivieren und gute Projekte bekannt zu machen.

Sie können jedoch auch die Gefahr von Selbstdarstellung erhöhen.

Ein Muslim sollte sich vor einer Veröffentlichung fragen:

  • Ist diese Veröffentlichung wirklich nützlich?
  • Muss meine Person im Mittelpunkt stehen?
  • Kann die gute Tat anonym gezeigt werden?
  • Suche ich Unterstützung für ein Projekt oder persönliche Bewunderung?
  • Würde ich die Handlung auch ohne Veröffentlichung verrichten?

Nicht jede sichtbare gute Tat ist Riya.

Eine öffentliche Handlung kann erlaubt oder sogar nützlich sein, wenn sie:

  • andere zum Guten motiviert;
  • Transparenz schafft;
  • Unterstützung für Bedürftige organisiert;
  • religiöses Wissen vermittelt;
  • ohne persönliche Selbstdarstellung erfolgt.

Entscheidend bleibt die Absicht.

Wie kultiviert man Demut im Gottesdienst?

1. Allahs Größe betrachten

Die Erinnerung an Allahs Größe, Macht, Wissen und Barmherzigkeit fördert natürliche Demut.

Wenn der Mensch erkennt, wie abhängig er von Allah ist, verliert persönlicher Hochmut seine Grundlage.

Allahs Namen wie:

  • Al-ʿAziz – Der Allmächtige;
  • Al-Malik – Der König und Herrscher;
  • Al-ʿAlim – Der Allwissende;
  • Ar-Rahman – Der Allerbarmer;
  • Al-Ghani – Der Unabhängige und Bedürfnislose

erinnern daran, dass der Mensch schwach und auf Allah angewiesen ist.

2. Die eigenen Schwächen erkennen

Ein Mensch kennt zahlreiche eigene Fehler, die anderen verborgen bleiben.

Diese Erkenntnis sollte ihn davon abhalten, sich über andere zu erheben.

Er kann sich erinnern:

  • dass seine guten Taten unvollständig sind;
  • dass er ohne Allahs Hilfe nicht standhaft bleiben könnte;
  • dass seine Annahme bei Allah nicht garantiert ist;
  • dass andere möglicherweise verborgene gute Taten besitzen.

3. Verborgene gute Taten pflegen

Eine der besten Möglichkeiten, Riya zu bekämpfen, besteht darin, Handlungen zu verrichten, die niemand außer Allah kennt.

Beispiele sind:

  • ein verborgenes Nachtgebet;
  • eine anonyme Spende;
  • Duʿā für eine andere Person;
  • heimliche Hilfe für einen Bedürftigen;
  • Dhikr in der Einsamkeit;
  • eine Sünde verlassen, ohne darüber zu sprechen.

Eine geheime gute Tat kann zu einem persönlichen Schutz zwischen dem Gläubigen und Allah werden.

4. Die Absicht vor, während und nach der Handlung prüfen

Die Absicht kann sich im Verlauf einer Handlung verändern.

Deshalb ist es sinnvoll, sie mehrfach zu überprüfen:

  • vorher: Warum beginne ich diese Handlung?
  • währenddessen: Hat sich mein Verhalten verändert, weil jemand zusieht?
  • danach: Suche ich Lob oder bin ich mit Allahs Wissen zufrieden?

Wenn der Mensch Riya bemerkt, sollte er die Handlung nicht automatisch vollständig abbrechen.

Er kann seine Absicht korrigieren und weiter für Allah handeln.

5. Nicht ständig über eigene Taten sprechen

Das häufige Erwähnen eigener Gebete, Spenden oder religiöser Leistungen kann das Herz an Anerkennung gewöhnen.

Schweigen ist häufig sicherer, außer es besteht ein sinnvoller Grund, die Handlung zu erwähnen.

6. Allah um Aufrichtigkeit bitten

Aufrichtigkeit ist eine Gabe Allahs.

Der Muslim sollte Ihn darum bitten, sein Herz von Riya, Hochmut und Heuchelei zu reinigen.

Die Gefahr, eine gute Tat aus Angst vor Riya aufzugeben

Manche Menschen verzichten vollständig auf gute Taten, weil sie Angst haben, andere könnten sie sehen.

Auch dies kann zu einer Falle werden.

Wenn eine Handlung grundsätzlich gut und notwendig ist, sollte sie nicht nur wegen möglicher Gedanken an Anerkennung aufgegeben werden.

Ein ausgewogener Weg besteht darin:

  • die Absicht zu korrigieren;
  • Allah um Schutz zu bitten;
  • die Handlung fortzusetzen;
  • unnötige Selbstdarstellung zu vermeiden.

Demut im Gebet entwickeln

Das Gebet ist einer der wichtigsten Bereiche, in denen Khushu kultiviert wird.

Die Bedeutung der rezitierten Worte lernen

Wer Al-Fatiha, Tasbih und die Gebetsformeln versteht, kann bewusster beten.

Die Bedeutung hilft dem Herzen, dem gesprochenen Wort zu folgen.

Ablenkungen reduzieren

Vor dem Gebet können folgende Maßnahmen helfen:

  • das Telefon lautlos stellen;
  • einen ruhigen Platz wählen;
  • notwendige Bedürfnisse vorher erledigen;
  • nicht in großer Eile beginnen;
  • sich an das Stehen vor Allah erinnern.

Langsam und ruhig beten

Hastige Bewegungen und unaufmerksame Rezitation schwächen die Sammlung.

Der Betende sollte jeder Position genügend Ruhe geben und die Worte bewusst sprechen.

Über Tod und Jenseits nachdenken

Der Gedanke, dass dies das letzte Gebet sein könnte, kann die Aufrichtigkeit und Aufmerksamkeit stärken.

Demut beim Dhikr

Dhikr bedeutet, Allah zu gedenken.

Bekannte Formulierungen sind:

  • Subhanallah – Preis sei Allah;
  • Alhamdulillah – alles Lob gebührt Allah;
  • Allahu Akbar – Allah ist größer;
  • La ilaha illa-llah – niemand besitzt das Recht auf Anbetung außer Allah;
  • Astaghfirullah – ich bitte Allah um Vergebung.

Dhikr sollte nicht nur mechanisch mit der Zunge gesprochen werden.

Der Gläubige versucht, die Bedeutung zu verstehen und sein Herz einzubeziehen.

Demut beim Geben von Sadaqa

Eine Spende kann durch öffentliche Anerkennung gefährdet werden.

Um die Aufrichtigkeit zu schützen, kann man:

  • anonym spenden;
  • die Summe nicht erwähnen;
  • keine Fotos bedürftiger Menschen verbreiten;
  • Dank und Lob nicht einfordern;
  • die Empfänger respektvoll behandeln.

Eine Spende ist kein Grund, einen Bedürftigen zu erniedrigen oder ihn dauerhaft an die eigene Hilfe zu erinnern.

Demut beim Lernen und Lehren

Religiöses Wissen kann den Menschen Allah näherbringen. Es kann jedoch auch zu Hochmut führen, wenn die Absicht nicht kontrolliert wird.

Ein demütiger Schüler:

  • akzeptiert Korrekturen;
  • fragt, wenn er etwas nicht weiß;
  • respektiert Lehrkräfte;
  • verachtet Anfänger nicht;
  • setzt das Gelernte um.

Ein demütiger Lehrer:

  • sagt „Ich weiß es nicht“, wenn ihm Wissen fehlt;
  • behauptet keine Unfehlbarkeit;
  • behandelt Lernende respektvoll;
  • nutzt Wissen nicht zur Kontrolle anderer;
  • führt Menschen zu Allah und nicht zur Verehrung seiner Person.

Muhasaba: die eigene Seele überprüfen

Muhasaba bedeutet Selbstprüfung oder Rechenschaft gegenüber der eigenen Seele.

Der Muslim nimmt sich Zeit, um seine Absichten und Handlungen zu betrachten.

Hilfreiche Fragen sind:

  • Welche Handlung habe ich heute nur für Allah verrichtet?
  • Wo habe ich Anerkennung gesucht?
  • Habe ich jemanden aufgrund seines Wissens oder seiner Stellung herabgesetzt?
  • Habe ich einen Fehler zugegeben?
  • Welche gute Tat kann ich im Verborgenen verrichten?

Muhasaba soll zu Verbesserung führen, nicht zu dauerhafter Selbstverachtung.

Demut bedeutet nicht ein geringes Selbstwertgefühl

Islamische Demut bedeutet nicht, sich für wertlos zu halten oder jede Erniedrigung zu akzeptieren.

Ein Muslim darf:

  • seine Rechte verteidigen;
  • Missbrauch ablehnen;
  • klare Grenzen setzen;
  • seine Fähigkeiten anerkennen;
  • verantwortungsvolle Positionen übernehmen;
  • Ungerechtigkeit widersprechen.

Der Unterschied liegt darin, dass er seine Fähigkeiten nicht als Grund benutzt, andere zu verachten.

Demut und Dankbarkeit

Demut ist eng mit Dankbarkeit verbunden.

Der Mensch erkennt, dass:

  • Glaube eine Gabe ist;
  • Wissen eine Gabe ist;
  • Gesundheit eine Gabe ist;
  • Zeit eine Gabe ist;
  • die Fähigkeit zum Gottesdienst eine Gabe ist.

Statt auf andere herabzublicken, dankt er Allah dafür, dass Er ihm eine gute Handlung ermöglicht hat.

Die spirituellen Vorteile von Demut

Nähe und Liebe zu Allah

Allah beschreibt die Diener des Allerbarmers als Menschen, die demütig auf der Erde gehen.

„Die Diener des Allerbarmers sind diejenigen, die bescheiden auf der Erde umhergehen.“

Sure Al-Furqan, 25:63

Demut gehört zu den Eigenschaften, durch die der Gläubige Allahs Liebe und Wohlgefallen erhofft.

Innere Ruhe

Wer nicht ständig die Anerkennung anderer sucht, kann größere innere Ruhe entwickeln.

Er muss:

  • nicht jede Leistung öffentlich zeigen;
  • nicht mit anderen konkurrieren;
  • nicht ständig seine Frömmigkeit beweisen;
  • nicht von Lob abhängig sein.

Die Zufriedenheit mit Allahs Wissen über die eigenen Taten befreit das Herz von vielen sozialen Erwartungen.

Gesündere Beziehungen

Demut verbessert den Umgang mit anderen Menschen.

Sie fördert:

  • Respekt;
  • Entschuldigung;
  • Geduld;
  • Zuhören;
  • Vergebung;
  • gerechte Zusammenarbeit.

Ein demütiger Mensch muss nicht jede Diskussion gewinnen und nicht jeden Fehler anderer öffentlich machen.

Schutz vor religiösem Hochmut

Religiöser Hochmut entsteht, wenn ein Mensch wegen seiner Praxis auf andere herabblickt.

Er kann sich zeigen durch:

  • Verachtung weniger praktizierender Muslime;
  • ständige Verurteilung anderer;
  • Überheblichkeit aufgrund von Wissen;
  • die Vorstellung, die eigene Rechtsschule oder Gruppe mache automatisch überlegen;
  • das Vergessen eigener Fehler.

Demut erinnert daran, dass Rechtleitung von Allah kommt und der Zustand des Herzens nur Ihm vollständig bekannt ist.

Das Beispiel des Propheten Muhammad ﷺ

Der Prophet Muhammad ﷺ ist das beste Vorbild für Demut in der Anbetung und im Umgang mit Menschen.

Trotz seiner hohen Stellung bei Allah:

  • betete er mit tiefer Ehrfurcht;
  • bat er Allah regelmäßig um Vergebung;
  • half er seiner Familie;
  • saß er mit Armen und Schwachen;
  • nahm er Einladungen einfacher Menschen an;
  • behandelte er seine Gefährten respektvoll.

Ein dankbarer Diener

Der Prophet ﷺ betete in der Nacht so lange, dass seine Füße anschwollen.

Als er gefragt wurde, weshalb er sich so bemühte, obwohl Allah ihm vergeben hatte, antwortete er sinngemäß:

„Soll ich denn nicht ein dankbarer Diener sein?“

Dieses Beispiel zeigt, dass Anbetung nicht allein aus Angst entsteht.

Sie ist ebenso Ausdruck von Dankbarkeit, Liebe und Anerkennung der Wohltaten Allahs.

Wie erkennt man Hochmut im eigenen Herzen?

Mögliche Warnzeichen sind:

  • man erträgt keine Korrektur;
  • man freut sich über Fehler anderer;
  • man erwähnt ständig eigene Leistungen;
  • man behandelt Menschen je nach sozialer Stellung unterschiedlich;
  • man erwartet besondere Anerkennung;
  • man sieht sich grundsätzlich als besser an;
  • man wird wütend, wenn niemand lobt.

Das Erkennen solcher Zeichen ist der erste Schritt zur Verbesserung.

Praktischer Sieben-Tage-Plan für mehr Demut

  • Tag 1: eine verborgene gute Tat verrichten;
  • Tag 2: bewusst eine Korrektur annehmen;
  • Tag 3: für eine andere Person heimlich Duʿā machen;
  • Tag 4: eine eigene gute Tat nicht erwähnen;
  • Tag 5: über einen Namen Allahs nachdenken;
  • Tag 6: sich bei jemandem für einen Fehler entschuldigen;
  • Tag 7: die eigenen Absichten schriftlich überprüfen.

Solche kleinen Übungen können helfen, Demut als beständige Gewohnheit zu entwickeln.

Wie Al-Dirassa Aufrichtigkeit und islamischen Charakter vermittelt

Am Institut Al-Dirassa verstehen wir islamische Bildung nicht nur als Ansammlung von Informationen.

Das Lernen von Koran, Hadith, Fiqh und Glaubenslehre soll auch den Charakter und die Beziehung zu Allah verbessern.

Unsere Lehrkräfte helfen den Lernenden dabei:

  • religiöse Texte richtig zu verstehen;
  • die Bedeutung der Absicht zu erkennen;
  • guten Charakter praktisch umzusetzen;
  • Gebet und Koran bewusster zu erleben;
  • Wissen mit Demut zu verbinden.

Wer Glaubensgrundlagen, Anbetung und islamischen Charakter strukturiert lernen möchte, kann unsere Online-Islamkurse mit einer qualifizierten Lehrkraft nutzen.

Unser Leitfaden zum Erlernen des Islam vermittelt außerdem zentrale Grundlagen von Glauben, Gebet, Bittgebeten und muslimischem Verhalten.

Zur Verbesserung der Koranrezitation stehen unsere Online-Korankurse und Online-Tajwid-Kurse zur Verfügung.

Weitere Inhalte über Glauben, Charakter und Spiritualität finden Sie in unserer Kategorie Islam und Kultur.

Kostenlose Probestunde

Buchen Sie Ihre kostenlose 30-minütige Probestunde

Anmeldeformular

Häufig gestellte Fragen zu Demut im Gottesdienst

Was bedeutet Demut im Islam?

Demut bedeutet, Allahs Größe und die eigene Abhängigkeit von Ihm zu erkennen, Wahrheit anzunehmen und andere Menschen nicht zu verachten.

Was ist Riya?

Riya ist das Verrichten einer guten oder religiösen Handlung, um von Menschen gesehen und gelobt zu werden.

Macht Riya jede gute Tat ungültig?

Die Bewertung hängt von der Absicht und dem Einfluss der Selbstdarstellung auf die konkrete Handlung ab.

Der Muslim sollte seine Absicht korrigieren und Allah um Schutz bitten.

Was ist der Unterschied zwischen Haya und Demut?

Haya bezeichnet vor allem Schamhaftigkeit und sittsame Zurückhaltung. Demut umfasst die Anerkennung der eigenen Stellung vor Allah und einen bescheidenen Umgang mit Menschen.

Wie kann man Khushu im Gebet stärken?

Hilfreich sind das Verständnis der Gebetsworte, langsames Beten, die Reduzierung von Ablenkungen und das Bewusstsein, vor Allah zu stehen.

Sollte man gute Taten immer geheim halten?

Nicht zwingend. Verborgene Taten schützen häufig vor Riya. Öffentliche Taten können jedoch erlaubt sein, wenn sie anderen nützen oder zu Gutem ermutigen.

Ist es Riya, sich über Lob zu freuen?

Nicht jede Freude über unerwartetes Lob ist Riya. Problematisch wird es, wenn die Handlung ursprünglich oder hauptsächlich für die Anerkennung der Menschen verrichtet wurde.

Wie bekämpft man religiösen Hochmut?

Man erinnert sich an eigene Fehler, erkennt Allahs Gaben an, akzeptiert Korrekturen und vermeidet es, andere aufgrund ihrer religiösen Praxis zu verachten.

Darf ein Muslim selbstbewusst sein?

Ja. Selbstvertrauen, Verantwortung und die Verteidigung eigener Rechte widersprechen der Demut nicht, solange sie nicht zu Hochmut und Verachtung führen.

Was ist Ikhlas?

Ikhlas bedeutet, eine Handlung aufrichtig für Allah und nicht für den Ruhm oder das Lob der Menschen zu verrichten.

Fazit: Aufrichtige Anbetung verbindet das Herz mit Allah

Demut im Gottesdienst ist eine wesentliche Voraussetzung für eine tiefe und aufrichtige Beziehung zu Allah.

Sie hilft dabei:

  • die Absicht zu reinigen;
  • Riya zu vermeiden;
  • Hochmut zu bekämpfen;
  • Khushu im Gebet zu entwickeln;
  • gute Beziehungen zu Menschen aufzubauen;
  • innere Ruhe zu finden.

Jede Form der Anbetung – Gebet, Dhikr, Koranrezitation, Fasten oder Sadaqa – kann zu einem Weg der Annäherung an Allah werden, wenn sie mit Ikhlas und Demut verrichtet wird.

Der Gläubige sollte nicht ausschließlich danach fragen, wie seine Handlung vor Menschen erscheint.

Er sollte sich fragen, ob Allah seine Absicht kennt und ob er die Handlung auch dann verrichten würde, wenn niemand davon erfährt.

Am Institut Al-Dirassa ermutigen wir unsere Lernenden, islamisches Wissen mit Aufrichtigkeit, gutem Charakter und praktischer Anbetung zu verbinden.

Weitere Anregungen für den spirituellen Alltag finden Sie in unserem Artikel über islamische Bittgebete für den Alltag.

Keine Kommentare

Noch keine Kommentare.

0

Noch keine Kommentare.

Einen Kommentar hinterlassen

Teilen Sie Ihre Meinung oder stellen Sie Ihre Frage.

Erfahrungsberichte

Unsere Teilnehmer berichten über ihre Erfahrungen

Entdecken Sie die Erfahrungen unserer Teilnehmer, die sich für das Al-Dirassa Institut entschieden haben und ihre Lernerfolge mit uns teilen.

anthonny prost

Online-Kurs
Très bien
5/5

Anonyme

Online-Kurs
Alhamdoulilah, après quelques séances seulement il y a une nette amélioration dans ma lecture du Coran.
5/5

Isabelle K.

Online-Kurs
Très bons cours je suis avec une professeure qui peut m’expliquer si je ne comprends pas je peux m’exprimer en arabe et me faire corriger en cas de fautes c’est interactif j’avance à mon allure
5/5

Aissatou Baldé

Online-Kurs
Je suis ravie de suivre ma formation au sein de votre école en ligne depuis la Guinée . La méthode d’apprentissage est à la fois simple et très efficace. En seulement un an, j’ai énormément progressé grâce à ma professeure Alaa, dont la bienveillance et le professionnalisme m’ont profondément marquée. Elle accorde une grande importance à l’écoute active, ce qui rend chaque cours enrichissant et motivant.
5/5

Soulaimane Daghnoun

Online-Kurs
Salam alaykum, les cours de tajwid se passent bien pour l'instant al hamdullilah.
3/5

Anonyme

Online-Kurs
Chaque jour, j'ai hâte d'avoir cours de coran avec mon enseignante Mariam ❤️❤️❤️. Elle est extrêmement aimable et patiente Allahouma barik Qu'Allah la préserve. J'avance bien et suis très satisfaite.
5/5

Isabelle K.

Online-Kurs
Très satisfaite de mes cours d’arabe avec al-dirassa très bonne expérience avoir une prof pour soi tout seul et ainsi pouvoir aisément interagir avec la professeure de plus si j’ai un empêchement le jour convenu je peux reporter en fin de planning donc tout est top
5/5

Lakbira

Online-Kurs
Professeurs à l'écoute très agréable un plaisir de partager le savoir avec elles
4/5

Sarietou Dieng

Online-Kurs
Good!
5/5

Silo Traore

Online-Kurs
Macha allah
5/5