Die Erziehung von Kindern ist im Islam eine große und verantwortungsvolle Aufgabe. Kinder sind den Eltern anvertraut und benötigen eine Erziehung, die ihren Glauben, ihren Charakter, ihre Fähigkeiten und ihre Selbstständigkeit fördert.
Die Montessori-Methode wurde von Maria Montessori in einem nichtreligiösen pädagogischen Kontext entwickelt. Dennoch enthält sie verschiedene Grundsätze, die sich mit islamischen Erziehungszielen verbinden lassen.
Dazu gehören:
- die Achtung vor der individuellen Entwicklung des Kindes;
- ein geordnetes und lernförderndes Umfeld;
- praktisches und selbstständiges Lernen;
- die Förderung von Verantwortung;
- ein respektvoller Umgang mit dem Kind;
- die Bedeutung von Wiederholung und eigener Erfahrung.
Durch eine sorgfältige Verbindung beider Perspektiven können Eltern und Lehrkräfte eine Lernumgebung schaffen, die pädagogisch anregend ist und zugleich islamische Werte respektiert.
Dieser Artikel erklärt ausführlich, wie Montessori-Prinzipien an eine islamische Erziehung angepasst werden können.
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Was bedeutet Montessori-Pädagogik im islamischen Kontext?
Montessori-Pädagogik im islamischen Kontext bedeutet nicht, jede pädagogische Idee ungeprüft als religiös zu betrachten.
Es bedeutet vielmehr, nützliche Lernmethoden zu verwenden und sie an islamische Glaubensgrundlagen, Werte und Erziehungsziele anzupassen.
Dabei sollten Eltern und Lehrkräfte zwischen zwei Ebenen unterscheiden:
- pädagogischen Methoden, etwa selbstständigem Lernen oder einer vorbereiteten Umgebung;
- religiösen Inhalten und Grenzen, die sich nach Koran, Sunna und zuverlässigem islamischem Wissen richten.
Eine Methode kann hilfreich sein, solange sie nicht im Widerspruch zu den Grundlagen des Islam steht und verantwortungsvoll eingesetzt wird.
Die Grundlagen der Montessori-Methode
Eine kindzentrierte Erziehung
Die Montessori-Methode beruht auf der Vorstellung, dass jedes Kind einzigartig ist und ein natürliches Entwicklungspotenzial besitzt.
Anstatt allen Kindern unabhängig von ihrem Alter, ihrer Reife und ihren Fähigkeiten denselben Lernweg aufzuzwingen, wird die Erziehung an den individuellen Entwicklungsstand angepasst.
Im islamischen Verständnis ist ein Kind eine Amana, also ein anvertrautes Gut und eine Verantwortung.
Eltern sollen seine natürlichen Fähigkeiten fördern und es zugleich in Glauben, Charakter und religiöser Praxis begleiten.
Eine kindgerechte Erziehung bedeutet jedoch nicht, dass das Kind alle Entscheidungen ohne Führung trifft.
Es benötigt:
- liebevolle Grenzen;
- altersgerechte Erwartungen;
- klare religiöse Orientierung;
- Geduld;
- ein gutes Vorbild.
Die vorbereitete Umgebung
Eine geordnete und anregende Umgebung gehört zu den wichtigsten Elementen der Montessori-Pädagogik.
Lernmaterialien werden so ausgewählt und angeordnet, dass Kinder selbstständig darauf zugreifen, sie verwenden und anschließend wieder aufräumen können.
Eine solche Umgebung fördert:
- Konzentration;
- Selbstständigkeit;
- Ordnung;
- Verantwortung;
- bewusstes Lernen.
Diese Eigenschaften können auch für muslimische Kinder wertvoll sein.
Mit zunehmendem Alter lernen sie, Verantwortung für ihre alltäglichen Aufgaben und ihre religiöse Praxis zu übernehmen.
Sensorisches Lernen
Maria Montessori entwickelte Lernmaterialien, die verschiedene Sinne ansprechen.
Kinder lernen durch:
- Sehen;
- Hören;
- Berühren;
- Sortieren;
- Vergleichen;
- praktische Bewegung.
Auch islamische Inhalte können altersgerecht und sinnlich vermittelt werden.
Beispiele sind:
- das wiederholte Hören kurzer Koranverse;
- das Nachlegen arabischer Buchstaben;
- praktische Übungen zur Gebetswaschung;
- die Beobachtung von Pflanzen und Tieren;
- das Sortieren islamischer Monate oder Gebetszeiten.
Selbstständiges und praktisches Lernen
In der Montessori-Pädagogik lernt das Kind nicht ausschließlich durch Erklärungen.
Es soll Tätigkeiten selbst ausprobieren, Fehler erkennen und Abläufe wiederholen.
Diese Methode eignet sich besonders für praktische Lernbereiche wie:
- Anziehen;
- Aufräumen;
- Tischdecken;
- Körperpflege;
- Gebetsvorbereitung;
- Ordnung im eigenen Lernbereich.
Das Ziel ist nicht, das Kind ohne Unterstützung zu lassen. Die erwachsene Person zeigt die Handlung zunächst ruhig und verständlich und greift anschließend nur so weit ein, wie es notwendig ist.
Islamische Erziehungsziele in eine Montessori-Umgebung integrieren
Tawhid: Allahs Einzigkeit vermitteln
Eine islamisch ausgerichtete Montessori-Erziehung beginnt mit dem grundlegenden Konzept des Tawhid, also dem Glauben an die Einzigkeit Allahs.
Kinder sollen schrittweise verstehen, dass Allah:
- der Schöpfer ist;
- uns versorgt;
- unsere Anbetung allein verdient;
- alles mit Wissen und Weisheit erschaffen hat.
Dieser Glaube kann durch einfache, altersgerechte Aktivitäten vermittelt werden.
Beispiele sind:
- Wasserkreisläufe oder Jahreszeiten beobachten und über Allahs Schöpfung sprechen;
- Pflanzen, Tiere und den menschlichen Körper altersgerecht betrachten;
- illustrierte Geschichten über die Propheten lesen;
- Wohltaten im Alltag benennen und Allah dafür danken;
- zwischen Schöpfer und Schöpfung unterscheiden lernen.
Die Erklärung sollte einfach, klar und frei von unnötig abstrakten Diskussionen sein.
Adab und Akhlaq: gute Umgangsformen und Charakter
Gute Umgangsformen werden im Islam als Adab bezeichnet. Akhlaq bezieht sich auf Charakter und moralisches Verhalten.
Diese Werte können durch praktische Montessori-Aktivitäten vermittelt werden.
Kinder können beispielsweise lernen:
- mit Salam zu grüßen;
- anderen zuzuhören;
- Materialien zu teilen;
- nach einer Tätigkeit aufzuräumen;
- um Erlaubnis zu bitten;
- sich zu bedanken;
- jüngeren Kindern zu helfen;
- Fehler ohne Spott zu korrigieren;
- geduldig zu warten.
Guter Charakter wird nicht nur durch Arbeitsblätter oder mündliche Anweisungen vermittelt.
Kinder lernen ihn vor allem durch das tägliche Vorbild der Erwachsenen.
Praktische Anbetung
In einer islamischen Lernumgebung können Kinder schrittweise an religiöse Handlungen herangeführt werden.
Dazu gehören:
- Gebetswaschung;
- Gebet;
- Bittgebete;
- Koranrezitation;
- Dhikr;
- islamische Umgangsformen im Alltag.
Ein vorbereiteter Bereich kann beispielsweise enthalten:
- einen sauberen Gebetsteppich;
- geeignete Gebetskleidung;
- altersgerechte Karten mit Gebetsbewegungen;
- Karten mit kurzen Bittgebeten;
- eine einfache Übersicht der Gebetszeiten;
- Materialien zum Ablauf der Gebetswaschung.
Diese Materialien sollten dem Kind helfen, nicht aber das Gebet auf ein bloßes Spiel reduzieren.
Die religiöse Bedeutung muss mit zunehmendem Alter verständlich erklärt werden.
Eine islamisch vorbereitete Lernumgebung gestalten
Ein geordneter Lernbereich
Der Lernbereich sollte übersichtlich, ruhig und dem Alter des Kindes angepasst sein.
Materialien können in erreichbarer Höhe angeordnet werden, damit das Kind sie selbstständig nehmen und zurücklegen kann.
Eine gute Umgebung vermeidet:
- zu viele Materialien gleichzeitig;
- visuelle Überladung;
- unnötige Ablenkung;
- unzugängliche oder ungeordnete Regale;
- Aufgaben, die nicht dem Entwicklungsstand entsprechen.
Islamische Lernmaterialien
Klassische Montessori-Materialien können durch islamische Inhalte ergänzt werden.
Geeignete Beispiele sind:
- Karten der islamischen Monate: zum Lernen von Ramadan, Muharram, Dhul-Hiddscha und den übrigen Monaten;
- Kaaba-Puzzle: zur Einführung in Mekka, Qibla, Haddsch und Umra;
- bewegliche arabische Buchstaben: zum Erkennen und Zusammensetzen arabischer Zeichen;
- Karten der fünf Säulen: mit einfachen Bildern und Begriffen;
- Gebetsablauf-Karten: für Bewegungen und Reihenfolge;
- Sortierspiele zu gutem Verhalten: etwa hilfreiche und schädliche Handlungen;
- Prophetengeschichten: mit einfachen Zeitlinien oder Bildkarten.
Die Materialien sollten korrekt, altersgerecht und frei von unnötigen Fehlern oder religiösen Vereinfachungen sein.
Ein Gebetsbereich für Kinder
Ein kleiner Gebetsbereich kann dem Kind helfen, religiöse Handlungen als natürlichen Bestandteil des Alltags wahrzunehmen.
Dieser Bereich kann enthalten:
- einen kleinen Gebetsteppich;
- saubere Gebetskleidung;
- eine Qibla-Markierung;
- Karten mit kurzen Suren und Bittgebeten;
- einen geeigneten Platz für den Koran.
Der Bereich sollte sauber und respektvoll behandelt werden.
Das Kind kann lernen, dass der Koran und Gebetsmaterialien nicht achtlos auf den Boden geworfen oder wie gewöhnliches Spielzeug behandelt werden.
Koranunterricht mit Montessori-Prinzipien
Arabische Buchstaben durch Berührung und Bewegung lernen
Kinder können arabische Buchstaben durch verschiedene sensorische Materialien kennenlernen.
Zum Beispiel durch:
- Sandpapierbuchstaben;
- bewegliche Buchstaben;
- Schreibtafeln;
- Nachzeichnen im Sand;
- Zuordnung von Buchstaben und Lauten;
- Sortieren ähnlicher Buchstabenformen.
Dadurch verbindet das Kind Klang, Form und Bewegung.
Koranverse hören und wiederholen
Das wiederholte Hören ist besonders beim Erlernen kurzer Suren hilfreich.
Eine mögliche Vorgehensweise besteht darin:
- einen kurzen Vers deutlich vorzulesen;
- das Kind zuhören zu lassen;
- den Vers gemeinsam zu wiederholen;
- kleine Abschnitte einzeln zu üben;
- regelmäßig, aber ohne Überforderung zu wiederholen.
Die Rezitation sollte möglichst durch eine qualifizierte Lehrkraft oder eine zuverlässige Aufnahme vermittelt werden.
Bedeutung und Anwendung verbinden
Das Auswendiglernen kann durch eine einfache Erklärung der Bedeutung ergänzt werden.
Bei kurzen Suren können Eltern oder Lehrkräfte erklären:
- worum es in der Sure geht;
- welche Namen oder Eigenschaften Allahs genannt werden;
- welche Verhaltensweise daraus gelernt werden kann;
- wann die Sure im Gebet gelesen wird.
Illustrationen können unterstützend eingesetzt werden, sollten aber keine problematischen oder respektlosen Darstellungen religiöser Inhalte enthalten.
Naturbeobachtung aus islamischer Perspektive
Die Natur spielt in der Montessori-Pädagogik eine wichtige Rolle.
Auch im Islam wird der Mensch dazu eingeladen, über die Schöpfung nachzudenken.
Kinder können lernen, Pflanzen, Tiere, Wetter und Jahreszeiten als Zeichen von Allahs Macht und Weisheit zu betrachten.
Geeignete Naturaktivitäten
- Samen pflanzen und ihr Wachstum beobachten;
- Pflanzen regelmäßig gießen;
- Blätter nach Form und Größe sortieren;
- den Wasserkreislauf kennenlernen;
- Wolken, Regen und Jahreszeiten beobachten;
- Tiere und ihre Lebensräume studieren;
- über Verantwortung gegenüber der Umwelt sprechen.
Diese Aktivitäten können Wissen, Dankbarkeit und Verantwortungsbewusstsein miteinander verbinden.
Selbstständigkeit und Verantwortung entwickeln
Die Gebetswaschung schrittweise lernen
Die Gebetswaschung kann durch ruhige und wiederholte Demonstrationen vermittelt werden.
Das Kind kann lernen:
- die Reihenfolge der einzelnen Schritte;
- sorgfältig mit Wasser umzugehen;
- Verschwendung zu vermeiden;
- die Gebetswaschung selbstständig vorzubereiten;
- nach und nach zu erkennen, wann sie erneuert werden muss.
Eltern sollten zwischen spielerischer Einführung und der korrekten religiösen Praxis unterscheiden.
Mit zunehmender Reife müssen die tatsächlichen Bedingungen und Regeln richtig erklärt werden.
Selbstständig beten lernen
Ein Ziel islamischer Erziehung besteht darin, dass das Kind seine religiösen Pflichten mit zunehmendem Alter selbstständig erfüllen kann.
Dies kann schrittweise erfolgen:
- Gebetsbewegungen beobachten;
- einzelne Bewegungen nachahmen;
- kurze Formeln lernen;
- Al-Fatiha auswendig lernen;
- Gebetszeiten kennenlernen;
- mit der Familie gemeinsam beten;
- später das vollständige Gebet eigenständig verrichten.
Das Kind sollte ermutigt, aber nicht ständig beschämt oder mit anderen verglichen werden.
Verantwortung im Alltag
Montessori-Aktivitäten des praktischen Lebens können mit islamischen Erziehungszielen verbunden werden.
Kinder können Verantwortung übernehmen durch:
- das Aufräumen ihres Zimmers;
- das Falten von Kleidung;
- das Vorbereiten des Esstisches;
- das Reinigen kleiner Flächen;
- die Pflege von Pflanzen;
- das ordentliche Aufbewahren ihrer Lernmaterialien;
- die Mithilfe bei familiären Aufgaben.
Diese Tätigkeiten fördern nicht nur Selbstständigkeit, sondern auch Dienstbereitschaft, Ordnung und Respekt gegenüber der Familie.
Kindern sinnvolle Wahlmöglichkeiten geben
In einem Montessori-Rahmen dürfen Kinder häufig zwischen mehreren geeigneten Aktivitäten wählen.
Auch in einer islamischen Erziehung können Wahlmöglichkeiten sinnvoll sein, sofern die erwachsene Person den erlaubten und pädagogisch geeigneten Rahmen festlegt.
Ein Kind kann beispielsweise wählen:
- welche kurze Sure es zuerst wiederholt;
- welches Lernmaterial es verwendet;
- ob es zunächst schreibt oder liest;
- welche praktische Aufgabe es übernimmt;
- welche Prophetengeschichte vorgelesen wird.
Das Kind entscheidet nicht darüber, ob grundlegende Pflichten oder notwendige Lerninhalte vollständig entfallen.
Freiheit wird mit Verantwortung und klaren Grenzen verbunden.
Die Rolle der erwachsenen Person
In der Montessori-Pädagogik beobachtet die Lehrkraft das Kind und greift nicht unnötig in jede Tätigkeit ein.
Im islamischen Kontext bleibt die erwachsene Person jedoch verantwortlich für:
- die Auswahl korrekter religiöser Inhalte;
- die Festlegung von Grenzen;
- die Erklärung von Halal und Haram;
- die Korrektur religiöser Fehler;
- das persönliche Vorbild;
- den Schutz des Kindes.
Das Kind benötigt Freiheit innerhalb eines sicheren, geordneten und islamisch verantwortbaren Rahmens.
Zusammenarbeit zwischen Eltern und Lehrkräften
Kontinuität zwischen Zuhause und Unterricht
Eine islamisch ausgerichtete Montessori-Erziehung funktioniert besser, wenn Zuhause und Bildungseinrichtung ähnliche Grundsätze vermitteln.
Eltern können:
- Selbstständigkeit beim Anziehen und Aufräumen fördern;
- kurze Suren regelmäßig wiederholen;
- Gebetszeiten im Familienalltag sichtbar machen;
- dem Kind kleine Verantwortungsbereiche übertragen;
- höfliche Sprache und respektvolles Verhalten vorleben;
- die im Unterricht verwendeten Begriffe wiederholen.
Regelmäßiger Austausch
Eltern und Lehrkräfte sollten sich über folgende Punkte austauschen:
- Lernfortschritte;
- besondere Stärken;
- Schwierigkeiten;
- Verhalten in der Gruppe;
- religiöse Lernziele;
- geeignete Übungen für Zuhause.
Ein solcher Austausch verhindert widersprüchliche Erwartungen und unterstützt das Kind gezielter.
Eltern als Vorbilder
Eltern spielen in der islamischen Erziehung eine entscheidende Rolle.
Kinder beobachten, ob Erwachsene:
- regelmäßig beten;
- den Koran respektieren;
- freundlich sprechen;
- Versprechen einhalten;
- Ordnung pflegen;
- sich bei Fehlern entschuldigen;
- Allah im Alltag gedenken.
Es ist schwierig, einem Kind Ordnung, Respekt und Gebet zu vermitteln, wenn die Erwachsenen diese Werte selbst dauerhaft vernachlässigen.
Vorteile einer islamisch angepassten Montessori-Erziehung
Spirituelle Entwicklung
Kinder lernen schrittweise die Grundlagen ihres Glaubens kennen.
Dazu gehören:
- Tawhid;
- die fünf Säulen des Islam;
- Gebet;
- Bittgebete;
- Respekt gegenüber dem Koran;
- guter Charakter.
Dadurch kann frühzeitig eine positive und verständliche Beziehung zur Religion entstehen.
Ganzheitliches Lernen
Die Verbindung von islamischer Erziehung und Montessori-Prinzipien kann verschiedene Entwicklungsbereiche gleichzeitig fördern:
- religiöses Verständnis;
- Sprache;
- Bewegung;
- Konzentration;
- soziale Fähigkeiten;
- praktische Selbstständigkeit;
- emotionale Reife.
Selbstständigkeit und Verantwortung
Kinder werden zu aktiven Lernenden, die Aufgaben zunehmend selbst organisieren und Verantwortung für ihre Umgebung übernehmen.
Diese Selbstständigkeit kann ihnen später helfen, auch religiöse Pflichten bewusster und eigenständiger zu erfüllen.
Respekt gegenüber anderen
Montessori-Werte wie Rücksichtnahme und Zusammenarbeit können mit islamischen Lehren über Barmherzigkeit, Gerechtigkeit und Brüderlichkeit verbunden werden.
Kinder lernen dadurch:
- Materialien zu teilen;
- anderen Raum zu geben;
- Unterschiede zu respektieren;
- Hilfsbereitschaft zu zeigen;
- Konflikte friedlicher zu lösen.
Freude am Lernen
Eine gut vorbereitete Umgebung kann dazu beitragen, dass Kinder Lernen nicht nur mit Druck und Bewertung verbinden.
Sie entdecken Themen durch eigene Aktivität, Wiederholung und Erfolgserlebnisse.
Auch islamische Inhalte können dadurch lebendig und verständlich vermittelt werden.
Mögliche Grenzen und Fehler vermeiden
Eine islamische Montessori-Erziehung benötigt Ausgewogenheit.
Folgende Fehler sollten vermieden werden:
- das Kind vollständig ohne Führung zu lassen;
- religiöse Pflichten nur als freiwillige Wahl darzustellen;
- ungeprüfte islamische Lernmaterialien zu verwenden;
- das Gebet oder den Koran zu bloßem Spielmaterial zu machen;
- das Kind mit zu vielen Aktivitäten zu überfordern;
- jede Montessori-Idee automatisch als islamisch zu bezeichnen;
- das individuelle Tempo mit dem vollständigen Fehlen von Erwartungen zu verwechseln.
Eltern sollten Pädagogik als Werkzeug betrachten. Die religiösen Grundlagen und Erziehungsziele müssen aus zuverlässigen islamischen Quellen stammen.
Ein Beispiel für einen islamischen Montessori-Tagesablauf
Ein einfacher Tagesablauf kann abhängig vom Alter und von den familiären Umständen folgendermaßen aussehen:
- Morgens: Begrüßung, Bittgebet und kurze Erinnerung an Allah;
- Praktisches Leben: Anziehen, Aufräumen oder Tischvorbereitung;
- Arabisch: Buchstaben oder einfache Wörter;
- Koran: kurze Rezitation und Wiederholung;
- Freie Lernphase: Auswahl zwischen vorbereiteten Materialien;
- Naturaktivität: Beobachtung, Gartenarbeit oder Spaziergang;
- Islamische Geschichte: kurze Prophetengeschichte;
- Gebetsvorbereitung: Gebetswaschung und gemeinsames Gebet;
- Tagesabschluss: Aufräumen und Dankbarkeit für Allahs Wohltaten.
Der Ablauf sollte nicht starr sein. Entscheidend sind Regelmäßigkeit, Klarheit und eine Anpassung an das Alter des Kindes.
Islamunterricht für Kinder strukturiert gestalten
Islamische Montessori-Aktivitäten können eine wertvolle Ergänzung sein. Sie ersetzen jedoch nicht immer einen vollständigen, methodischen Islamunterricht.
Kinder sollten schrittweise lernen:
- wer Allah ist;
- welche Grundlagen der Glaube besitzt;
- wie das Gebet verrichtet wird;
- wie der Koran gelesen wird;
- welche Bittgebete im Alltag wichtig sind;
- wie ein Muslim mit anderen Menschen umgeht.
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Für Arabisch und Koran stehen außerdem unsere Online-Kurse für Kinder zur Verfügung.
Eltern können weitere Inhalte über Erziehung, Glauben und muslimisches Familienleben in unserer Kategorie Islam und Kultur lesen.
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Häufig gestellte Fragen zu Montessori und Islam
Ist die Montessori-Methode islamisch?
Die Montessori-Methode ist keine islamische Methode und wurde nicht aus islamischen Quellen entwickelt.
Einige ihrer pädagogischen Prinzipien können jedoch verwendet werden, wenn sie mit islamischen Glaubensgrundlagen und Werten vereinbar sind.
Kann Montessori für den Islamunterricht verwendet werden?
Ja. Praktische, sensorische und selbstständige Lernaktivitäten können das Lernen von Arabisch, Koran, Gebet und islamischem Verhalten unterstützen.
Wie vermittelt man Tawhid mit Montessori-Aktivitäten?
Eltern können Naturbeobachtungen, Sortiermaterialien, Geschichten der Propheten und Gespräche über Allahs Schöpfung verwenden.
Kann ein Gebetsteppich im Montessori-Regal liegen?
Ein Gebetsteppich kann für das Kind zugänglich aufbewahrt werden, sollte jedoch sauber, respektvoll und von gewöhnlichem Spielmaterial unterschieden behandelt werden.
Wie lernt ein Kind selbstständig beten?
Durch Beobachtung, schrittweise Erklärung, regelmäßige Wiederholung, gemeinsames Gebet und altersgerechte Korrektur.
Soll das Kind alle Aktivitäten selbst auswählen?
Nein. Das Kind kann zwischen geeigneten Möglichkeiten wählen. Eltern und Lehrkräfte bleiben für Grenzen, Pflichten und Lernziele verantwortlich.
Welche islamischen Montessori-Materialien sind geeignet?
Geeignet sind unter anderem arabische Buchstaben, Karten der islamischen Monate, Gebetsabläufe, Kaaba-Puzzles, Bittgebetskarten und altersgerechte Prophetengeschichten.
Ab welchem Alter kann man beginnen?
Einfache Ordnungs-, Sprach- und Sinnesaktivitäten können bereits im frühen Kindesalter beginnen.
Religiöse Inhalte sollten immer an Sprache, Verständnis und Reife des Kindes angepasst werden.
Ersetzt Montessori einen Islamlehrer?
Nein. Montessori ist eine pädagogische Methode. Für korrektes religiöses Wissen und die Verbesserung der Koranrezitation kann eine qualifizierte Lehrkraft notwendig sein.
Fazit: Montessori-Pädagogik verantwortungsvoll mit islamischer Erziehung verbinden
Die Anpassung von Montessori-Prinzipien an einen islamischen Rahmen kann eine umfassende und anregende Erziehung ermöglichen.
Sie kann Kindern helfen, zugleich:
- ihren Verstand zu entwickeln;
- Selbstständigkeit aufzubauen;
- Verantwortung zu übernehmen;
- guten Charakter zu lernen;
- eine bewusste Beziehung zu Allah zu entwickeln.
Dabei ist Ausgewogenheit entscheidend.
Nützliche pädagogische Methoden können übernommen werden, während Glaubensgrundlagen, religiöse Regeln und islamische Werte aus zuverlässigen Quellen vermittelt werden müssen.
Durch eine durchdachte Gestaltung zu Hause oder in einer Bildungseinrichtung können Eltern und Lehrkräfte Kindern ein Lernumfeld bieten, das anregend, respektvoll und mit ihrem Glauben vereinbar ist.
Weitere Informationen über geeignete Lernangebote finden Sie auf unserer Seite zu den Online-Kursen für Kinder.
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