1. Die wundersame Geburt des Propheten ʿĪsā – Jesus
In der islamischen Überlieferung ist die Geburt des Propheten ʿĪsā عليه السلام, der als Jesus bekannt ist, ein großes Wunder. Seine Botschaft betonte die Einzigkeit Allahs. Wie Christen respektieren auch Muslime Jesus zutiefst. Sie betrachten ihn jedoch als einen Propheten und Gesandten Allahs und nicht als Sohn Gottes.
Der Prophet ʿĪsā wurde von Maryam عليها السلام geboren, die Jungfrau war. Als die Geburt näher rückte, zog sie sich an einen abgelegenen Ort zurück. Dort suchte sie unter einer Dattelpalme Schutz und brachte ʿĪsā عليه السلام zur Welt.
Zu den ersten Wundern seines Lebens gehörte, dass er bereits als Säugling sprach. Er verteidigte damit die Reinheit seiner Mutter und erklärte, ein Diener und Prophet Allahs zu sein. ʿĪsā عليه السلام erinnerte an die Bedeutung des Gebets, der Zakāt und der Güte gegenüber der Mutter. Der Koran berichtet:
„Er sagte: Ich bin wahrlich Allahs Diener. Er hat mir die Schrift gegeben und mich zu einem Propheten gemacht. Und Er hat mich gesegnet gemacht, wo immer ich bin, und mir das Gebet und die Zakāt anbefohlen, solange ich lebe, und gütig gegen meine Mutter zu sein. Und Er hat mich weder gewalttätig noch unglücklich gemacht. Friede sei auf mir am Tag, da ich geboren wurde, am Tag, da ich sterbe, und am Tag, da ich wieder zum Leben erweckt werde.“ (Koran, Sure Maryam 19:30–33)
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2. Die Persönlichkeit des Propheten ʿĪsā
ʿĪsā عليه السلام gehörte zu den rechtschaffenen Propheten Allahs. Allah lehrte ihn die Schrift, die Weisheit und das Injīl, das Evangelium. Diese Offenbarung wurde ihm gegeben, um die Menschen zu rechtleiten.
Mit Allahs Erlaubnis vollbrachte er verschiedene Wunder, von denen der Koran mehrere erwähnt:
- Er formte aus Ton etwas in Gestalt eines Vogels und hauchte ihm ein, worauf es mit Allahs Erlaubnis zu einem Vogel wurde.
- Er heilte den Blindgeborenen.
- Er heilte den Aussätzigen.
- Er erweckte mit Allahs Erlaubnis Tote zum Leben.
Er war von edlem Charakter und behandelte seine Mutter mit großer Güte. Als Menschen die wundersame Herkunft seiner Geburt infrage stellten, sprach er bereits als Kind und verteidigte damit ihre Ehre.
3. Vergleich mit anderen Propheten
Wie die anderen Propheten im Islam wurde Jesus von Allah ausgewählt, um die Menschen zur Rechtleitung zu führen. Jeder Prophet wurde jedoch zu einem bestimmten Volk und unter besonderen Umständen gesandt. Mūsā – Mose – wurde etwa zu den Kindern Israels gesandt, während Muhammad ﷺ als Gesandter für die gesamte Menschheit kam.
Trotz ihrer unterschiedlichen Zeiten und Gemeinschaften riefen alle Propheten zum Glauben an den einen Gott, zum Gehorsam gegenüber Allah und zu rechtschaffenem Verhalten auf.
4. Die Jünger Jesu im Islam
Die Al-Hawāriyyūn, die Jünger Jesu, werden im Koran als Gläubige erwähnt, die den Propheten bei seiner Botschaft unterstützten. Sie erklärten ihren Glauben an Allah und ihre Bereitschaft, Helfer auf Seinem Weg zu sein.
5. Die Bedeutung Maryams – Marias – im Islam
Maryam nimmt im Islam eine herausragende Stellung ein. Der Koran erwähnt sie mehrfach wegen ihres Glaubens, ihrer Reinheit und ihrer Hingabe an Allah.
Sie ist die einzige Frau, die im Koran ausdrücklich mit ihrem Namen genannt wird. Eine ganze Sure trägt den Namen Maryam. Sie gilt als Vorbild für Gläubige in Aufrichtigkeit, Geduld und Vertrauen auf Allah.
6. Die heutige Wahrnehmung Jesu unter Muslimen
Muslime auf der ganzen Welt verehren Jesus weiterhin als einen der bedeutendsten Propheten. Seine Geburt, seine Wunder, seine Botschaft und seine zukünftige Rückkehr gehören zu wichtigen Themen der islamischen Glaubenslehre.
In vielen muslimischen Kulturen wird seine Geschichte in Unterricht, Predigten und religiösen Erzählungen weitergegeben.
7. Gemeinsamkeiten und Unterschiede zum Christentum
Islam und Christentum bringen Jesus große Achtung entgegen. Der Islam betrachtet ihn jedoch nicht als göttlich und nicht als Sohn Gottes, sondern als Propheten, Gesandten und Messias.
Muslime glauben außerdem nicht, dass Jesus als Sühne für die Sünden der Menschheit gekreuzigt wurde. Nach islamischem Glauben wurde er nicht von seinen Gegnern getötet, sondern Allah erhob ihn zu Sich.
Diese theologischen Unterschiede gehören zu den grundlegenden Unterscheidungsmerkmalen zwischen islamischem und christlichem Verständnis Jesu.
8. Die Rolle des Propheten ʿĪsā vor dem Jüngsten Tag
Muslime glauben, dass ʿĪsā عليه السلام nicht am Kreuz starb, sondern von Allah erhoben wurde. Während der Nachtreise und Himmelfahrt begegnete der Prophet Muhammad ﷺ ihm im zweiten Himmel.
Nach authentischen Überlieferungen wird ʿĪsā عليه السلام vor dem Jüngsten Tag auf die Erde zurückkehren. Er wird den Dajjāl, den falschen Messias, besiegen und eine Zeit der Gerechtigkeit einleiten.
In einem bei Muslim überlieferten Hadith heißt es sinngemäß:
„Allah wird den Messias, den Sohn Maryams, senden. Er wird beim weißen Minarett östlich von Damaskus herabkommen, bekleidet mit zwei leicht gefärbten Gewändern und gestützt auf die Flügel zweier Engel.“
— Sahih Muslim
Die authentischen Überlieferungen beschreiben ihn als einen Mann von mittlerer Größe mit rötlich-hellem Teint und glattem Haar. Seine Rückkehr wird in einer Zeit großer Prüfungen stattfinden.
Er wird den Dajjāl verfolgen und ihn mit Allahs Erlaubnis töten. Danach wird er nach Gerechtigkeit urteilen und eine Zeit von Frieden und Sicherheit einleiten.
Einige Einzelheiten, die in späteren Erzählungen über die genaue Zahl der Anwesenden, den Ablauf der Schlacht oder bestimmte Zurufe genannt werden, sind nicht in gleicher Weise authentisch belegt. Maßgeblich sind daher die zuverlässig überlieferten Aussagen.
Fazit
Jesus nimmt im Islam eine außergewöhnliche und hoch angesehene Stellung ein. Seine wundersame Geburt, seine Botschaft, seine Wunder und seine zukünftige Rückkehr gehören zu wichtigen Bestandteilen des islamischen Glaubens.
Muslime lieben und ehren ʿĪsā عليه السلام als Propheten, Gesandten und Messias, der die Menschen zur Anbetung Allahs und zu rechtschaffenem Verhalten aufrief.
Weitere Informationen über die Propheten und ihre Botschaft finden Sie in unseren Inhalten zum Islamlernen.
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