Der Ghusl, auch islamische Ganzkörperwaschung oder große rituelle Waschung genannt, ist eine vollständige rituelle Reinigung des Körpers.
Er wird in bestimmten Situationen verpflichtend, beispielsweise:
- nach dem Geschlechtsverkehr;
- nach einem Samenerguss;
- nach dem Ende der Menstruation;
- nach dem Ende des Wochenflusses.
Das korrekte Verständnis des Ghusl ist wichtig, weil bestimmte Gottesdienste – insbesondere das Gebet – einen Zustand ritueller Reinheit voraussetzen.
Die Regeln gehören zum Fiqh der Reinigung, auf Arabisch Fiqh at-Tahara. Dieses Wissensgebiet behandelt unter anderem Wudu, Ghusl, Unreinheiten, Menstruation und die Voraussetzungen des Gebets.
In diesem Artikel erfahren Sie, wann Ghusl verpflichtend ist, wie die Mindestform durchgeführt wird, wie die vollständige Sunna-Methode aussieht und welche Fehler vermieden werden sollten.
Das Wichtigste über Ghusl
Für einen gültigen Ghusl sind grundsätzlich folgende Punkte entscheidend:
- die Absicht zur rituellen Reinigung;
- Wasser muss den gesamten Körper erreichen;
- Haare und Kopfhaut müssen benetzt werden;
- wasserundurchlässige Hindernisse müssen entfernt werden;
- Mund und Nase werden entsprechend der befolgten Rechtsschule gespült.
Weitere wichtige Regeln:
- Ghusl kann unter einer normalen Dusche durchgeführt werden.
- Die Absicht wird im Herzen gefasst und muss nicht ausgesprochen werden.
- Eine gewöhnliche Dusche kann als Ghusl gelten, wenn die erforderliche Absicht und vollständige Waschung vorhanden sind.
- Geflochtene Haare müssen nicht immer geöffnet werden, sofern das Wasser die Haarwurzeln erreicht.
- Nach einem vollständigen Ghusl ist häufig kein zusätzliches Wudu erforderlich, sofern nichts geschieht, was Wudu ungültig macht.
- Ghusl soll sorgfältig, aber ohne Verschwendung und zwanghafte Wiederholungen erfolgen.
Was ist Ghusl im Islam?
Das arabische Wort الغُسْل Ghusl bezeichnet das Waschen des gesamten Körpers.
Im religiösen Sinn ist Ghusl eine rituelle Reinigung mit der Absicht, einen Zustand großer ritueller Unreinheit zu beenden.
Er unterscheidet sich daher von einer gewöhnlichen Dusche.
Eine Dusche dient in erster Linie der körperlichen Sauberkeit. Der Ghusl ist zusätzlich eine Form des Gottesdienstes und benötigt eine entsprechende Absicht.
Was bedeutet große rituelle Unreinheit?
Der Zustand großer ritueller Unreinheit wird häufig als الجَنَابَة Dschanaba bezeichnet.
Eine Person in diesem Zustand ist nicht als Mensch „unrein“ oder minderwertig. Es handelt sich um einen juristischen Zustand, der vor bestimmten Gottesdiensten durch Ghusl beendet wird.
Dschanaba kann eintreten:
- durch Geschlechtsverkehr;
- durch einen Samenerguss im Wachzustand;
- durch einen feuchten Traum mit feststellbarem Austritt.
Wann ist Ghusl verpflichtend?
Die große rituelle Waschung wird in mehreren klar bestimmten Situationen verpflichtend.
Nach dem Geschlechtsverkehr
Ghusl wird nach einem vollzogenen Geschlechtsverkehr verpflichtend, auch wenn kein Samenerguss stattgefunden hat.
Die Pflicht hängt somit nicht ausschließlich vom Austritt von Samenflüssigkeit ab.
Nach einem Samenerguss
Wenn Samenflüssigkeit mit Lust austritt, wird Ghusl grundsätzlich verpflichtend.
Dies kann geschehen:
- im Wachzustand;
- während eines feuchten Traumes;
- durch erlaubte intime Beziehungen;
- durch eine andere Ursache.
Bei medizinischen oder ungewöhnlichen Ausscheidungen können zusätzliche fiqhrechtliche Einzelheiten zu beachten sein.
Nach einem feuchten Traum
Wer einen erotischen Traum sieht, muss nicht allein wegen des Traumes Ghusl durchführen.
Ghusl wird verpflichtend, wenn nach dem Erwachen tatsächlich eine entsprechende Flüssigkeit festgestellt wird.
Findet die Person keine Spur, ist allein der Trauminhalt kein Grund für Ghusl.
Nach der Menstruation
Nach dem vollständigen Ende der Menstruation muss eine muslimische Frau Ghusl durchführen, bevor sie wieder betet.
Die Reinheit wird je nach persönlichem Zyklus erkannt durch:
- vollständige Trockenheit;
- den bekannten weißen Ausfluss am Ende der Menstruation.
Eine Frau sollte ihren gewöhnlichen Zyklus kennen und nicht jeden kurzen Unterbruch vorschnell als endgültiges Ende behandeln.
Nach dem Wochenfluss
Der Wochenfluss nach einer Geburt wird auf Arabisch als النِّفَاس Nifas bezeichnet.
Sobald die Blutung vollständig endet, führt die Frau Ghusl durch und nimmt Gebet und andere entsprechende Gottesdienste wieder auf.
Endet die Blutung vor der in einer Rechtsschule genannten Höchstdauer, wartet sie nicht unnötig bis zum Ablauf dieser Frist.
Nach Eintritt in den Islam
Für eine Person, die den Islam annimmt, wird Ghusl von vielen Gelehrten empfohlen.
Einige Gelehrte betrachten ihn unter bestimmten Umständen als verpflichtend.
Die Annahme des Islam ist jedoch nicht davon abhängig, dass eine Person zuvor bereits Ghusl durchgeführt hat.
Beim Tod eines Muslims
Ein verstorbener Muslim wird grundsätzlich nach den bekannten Regeln der islamischen Totenwaschung gewaschen.
Dies ist eine gemeinschaftliche Pflicht und unterscheidet sich vom persönlichen Ghusl einer lebenden Person.
Wann ist Ghusl empfohlen?
Es gibt Situationen, in denen Ghusl empfohlen, aber nicht aufgrund großer Unreinheit verpflichtend ist.
Vor dem Freitagsgebet
Der Ghusl am Freitag besitzt eine besonders starke Empfehlung, insbesondere für Personen, die am gemeinschaftlichen Freitagsgebet teilnehmen.
Über seine genaue rechtliche Einstufung bestehen unterschiedliche Gelehrtenmeinungen.
Vor den Festgebeten
Vor den Gebeten von Eid al-Fitr und Eid al-Adha wird Ghusl als empfohlene Vorbereitung erwähnt.
Vor dem Ihram
Vor Eintritt in den Weihezustand für Haddsch oder Umra wird Ghusl empfohlen.
Nach der Waschung eines Verstorbenen
Für die Person, die einen Verstorbenen gewaschen hat, wird nach manchen Auffassungen ein Ghusl empfohlen.
Wie macht man Ghusl richtig?
Ghusl kann in einer gültigen Mindestform oder in einer ausführlicheren Form entsprechend der Sunna durchgeführt werden.
Die Mindestform des Ghusl
Die Mindestform genügt für die rituelle Gültigkeit, wenn alle notwendigen Voraussetzungen erfüllt sind.
Sie besteht grundsätzlich aus folgenden Schritten:
- Die Absicht zur Beseitigung der großen rituellen Unreinheit wird im Herzen gefasst.
- Vorhandene körperliche Unreinheit wird entfernt.
- Wasser wird über den gesamten Körper verteilt.
- Das Wasser erreicht Haare, Haarwurzeln, Hautfalten und schwer erreichbare Stellen.
- Mund und Nase werden entsprechend der befolgten Rechtsschule gespült.
Es darf keine Körperstelle trocken bleiben, die bei normaler Waschung erreicht werden kann.
Die vollständige Ghusl-Methode nach der Sunna
Die vollständige Form orientiert sich an den überlieferten Beschreibungen der Ganzkörperwaschung des Propheten Muhammad ﷺ.
-
Die Absicht fassen: Im Herzen wird beabsichtigt, sich von Dschanaba, Menstruation oder einem anderen Grund für den Ghusl zu reinigen.
-
Bismillah sagen: Vor Beginn kann بِسْمِ الله Bismillah gesagt werden.
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Die Hände waschen: Beide Hände werden sorgfältig gewaschen.
-
Den Intimbereich reinigen: Verunreinigungen werden entfernt und die betreffenden Körperstellen gewaschen.
-
Wudu durchführen: Die kleine Gebetswaschung wird wie vor dem Gebet verrichtet.
-
Die Haare und Kopfhaut waschen: Wasser wird mehrmals über den Kopf gegossen und bis zu den Haarwurzeln verteilt.
-
Den Körper waschen: Zunächst kann die rechte, anschließend die linke Körperseite gewaschen werden.
-
Alle Stellen kontrollieren: Achseln, Ohren, Bauchnabel, Hautfalten, Finger- und Zehenzwischenräume werden nicht vergessen.
-
Die Füße waschen: Wurden sie beim Wudu zurückgestellt, werden sie am Ende an einer sauberen Stelle gewaschen.
Die Reihenfolge der Sunna-Methode ist empfohlen. Entscheidend für die Mindestgültigkeit bleibt, dass die Absicht vorhanden ist und Wasser den gesamten Körper erreicht.
Muss die Absicht ausgesprochen werden?
Nein. Der Ort der Absicht ist das Herz.
Es ist nicht erforderlich, eine bestimmte arabische Formel laut auszusprechen.
Wenn eine Person unter die Dusche geht, um sich von Dschanaba oder nach der Menstruation rituell zu reinigen, ist diese bewusste Zielsetzung bereits die Absicht.
Muss man Bismillah sagen?
Das Sprechen von Bismillah vor der Waschung wird empfohlen oder nach bestimmten Gelehrtenauffassungen besonders betont.
Wer es vergisst, dessen Ghusl wird dadurch nach der verbreiteten Auffassung nicht ungültig.
Kann man Ghusl unter der Dusche machen?
Ja. Eine normale Dusche kann vollständig als Ghusl gelten.
Dafür muss die Person:
- die Absicht zur rituellen Reinigung besitzen;
- vorhandene Unreinheiten entfernen;
- den gesamten Körper waschen;
- Wasser an Haare und Kopfhaut gelangen lassen;
- darauf achten, keine trockenen Stellen zurückzulassen.
Eine Badewanne, ein Fluss oder ein anderes sauberes Wasser können ebenfalls ausreichen, sofern die Bedingungen erfüllt sind.
Welche Körperstellen werden beim Ghusl häufig vergessen?
Besondere Aufmerksamkeit benötigen:
- Haarwurzeln und Kopfhaut;
- Bereich hinter den Ohren;
- Achselhöhlen;
- Bauchnabel;
- Haut unter Ringen;
- Fingerzwischenräume;
- Zehenzwischenräume;
- Kniekehlen;
- Hautfalten;
- Bereich unter dichtem Bart;
- Bereiche, die von eng sitzender Kleidung oder Schmuck bedeckt waren.
Muss man beim Ghusl Mund und Nase spülen?
In dieser Frage bestehen Unterschiede zwischen den Rechtsschulen.
Die hanafitische und hanbalitische Rechtsschule betrachten das Spülen von Mund und Nase beim verpflichtenden Ghusl grundsätzlich als notwendig.
In der malikitischen und schafiitischen Rechtsschule gelten sie nach verbreiteter Darstellung als Sunna und nicht als Voraussetzung der Gültigkeit.
Um die Meinungsunterschiede zu berücksichtigen, ist es sicher und einfach, Mund und Nase während des Ghusl zu spülen.
Muss man den Körper reiben?
Auch hierzu bestehen Unterschiede.
In der malikitischen Rechtsschule wird das Reiben des Körpers beim Ghusl besonders als verpflichtender Bestandteil behandelt.
Andere Rechtsschulen betrachten das vollständige Überfließen mit Wasser grundsätzlich als ausreichend.
Praktisch ist es sinnvoll, das Wasser mit den Händen zu verteilen, damit alle Stellen zuverlässig erreicht werden.
Ist nach Ghusl noch Wudu erforderlich?
Wenn der Ghusl die Absicht der rituellen Reinigung umfasst und nichts geschieht, was Wudu ungültig macht, kann er grundsätzlich auch die kleine rituelle Waschung einschließen.
Dies gilt besonders, wenn Mund, Nase und die übrigen Wudu-Bereiche während des Ghusl gewaschen werden.
Ein neues Wudu wird erforderlich, wenn während oder nach dem Ghusl etwas geschieht, das Wudu aufhebt, beispielsweise:
- Austritt von Wind;
- Urinieren;
- Stuhlgang;
- weitere nach der Rechtsschule anerkannte Ungültigkeitsgründe.
Beim Berühren des Intimbereichs bestehen Unterschiede zwischen den Rechtsschulen hinsichtlich der Auswirkung auf Wudu.
Kann eine gewöhnliche Dusche Ghusl und Wudu ersetzen?
Ja, wenn die erforderliche Absicht vorhanden ist und alle Bedingungen erfüllt werden.
Eine reine Dusche zur Abkühlung oder Körperpflege ersetzt den verpflichtenden Ghusl nicht automatisch, wenn die Person dabei keine Absicht zur rituellen Reinigung besitzt.
Wer jedoch bewusst duscht, um den Zustand der großen rituellen Unreinheit zu beenden, den gesamten Körper wäscht und die notwendigen Bestandteile erfüllt, hat einen gültigen Ghusl durchgeführt.
Wie führt eine Frau den Ghusl durch?
Für Frauen gelten dieselben grundlegenden Voraussetzungen:
- Absicht;
- Entfernung von Unreinheit;
- vollständige Waschung des Körpers;
- Wasser muss Haare und Kopfhaut erreichen;
- wasserundurchlässige Hindernisse werden entfernt.
Nach Menstruation oder Wochenfluss wartet die Frau, bis die Blutung tatsächlich beendet ist.
Muss eine Frau ihre geflochtenen Haare öffnen?
Bei Ghusl aufgrund von Dschanaba muss eine Frau ihre Zöpfe nach der bekannten Auffassung vieler Gelehrter nicht öffnen, sofern das Wasser zuverlässig die Haarwurzeln und Kopfhaut erreicht.
Beim Ghusl nach Menstruation oder Wochenfluss empfehlen manche Gelehrte das Öffnen der Zöpfe stärker oder betrachten es je nach Haarstruktur und Wasserzugang als notwendig.
Entscheidend ist, dass:
- Wasser die Kopfhaut erreicht;
- die Haarwurzeln gewaschen werden;
- kein fester Bereich trocken bleibt.
Müssen lange Haare vollständig nass werden?
Ja. Beim verpflichtenden Ghusl muss Wasser die Haare erreichen.
Es genügt nicht, nur oberflächlich über das Kopftuch, eine Haube oder die äußere Haarschicht zu streichen.
Das Wasser muss insbesondere bis zu den Haarwurzeln gelangen.
Muss Nagellack vor dem Ghusl entfernt werden?
Gewöhnlicher Nagellack bildet eine wasserundurchlässige Schicht und muss vor Ghusl sowie Wudu entfernt werden.
Auch andere Produkte müssen entfernt werden, wenn sie verhindern, dass Wasser die Haut oder Nägel erreicht.
Dazu können gehören:
- bestimmte Klebstoffe;
- dicke Farbschichten;
- wasserfeste Kosmetika;
- künstliche Nägel;
- bestimmte medizinische oder kosmetische Beschichtungen.
Bei medizinisch notwendigen Verbänden gelten besondere Regeln.
Was gilt für wasserfestes Make-up?
Wasserfestes Make-up muss entfernt werden, wenn es eine echte Barriere bildet, die verhindert, dass Wasser die Haut erreicht.
Ein bloßer Farbrest ohne materielle Schicht verhindert den Ghusl grundsätzlich nicht.
Was gilt für Öle und Cremes?
Normale Öle und dünne Cremes verhindern gewöhnlich nicht, dass Wasser die Haut erreicht.
Eine ungewöhnlich dicke, wasserabweisende Schicht sollte jedoch entfernt oder ausreichend verteilt werden.
Was gilt für Henna?
Henna hinterlässt gewöhnlich nur eine Färbung und keine wasserundurchlässige Schicht.
Eine reine Hennafärbung verhindert daher den Ghusl oder Wudu nicht.
Bleibt jedoch eine feste Paste auf der Haut, muss diese entfernt werden.
Wie erkennt eine Frau das Ende der Menstruation?
Die Reinheit wird gewöhnlich durch eines von zwei Zeichen erkannt:
- den weißen Ausfluss, den manche Frauen am Ende ihrer Menstruation kennen;
- vollständige Trockenheit.
Frauen unterscheiden sich. Wer den weißen Ausfluss gewöhnlich nicht sieht, kann sich an der vollständigen Trockenheit orientieren.
Was tun bei gelbem oder bräunlichem Ausfluss?
Gelblicher oder bräunlicher Ausfluss während der gewöhnlichen Menstruationszeit kann zur Menstruation gehören.
Tritt er nach eindeutig festgestellter Reinheit auf, wird er nach bekannten Überlieferungen grundsätzlich nicht wie Menstruation behandelt.
Da Zyklusfragen individuell sein können, ist bei anhaltender Unsicherheit eine qualifizierte Beratung sinnvoll.
Was ist der Unterschied zwischen Mani, Madhy und Wadi?
Die verschiedenen Flüssigkeiten besitzen unterschiedliche Regeln.
Mani
Mani bezeichnet Samenflüssigkeit.
Ihr Austritt mit den bekannten Merkmalen macht Ghusl verpflichtend.
Madhy
Madhy ist eine dünne Flüssigkeit, die bei sexueller Erregung austreten kann.
Sie macht Ghusl nicht verpflichtend.
Die betroffene Stelle wird gereinigt und Wudu wird erneuert.
Wadi
Wadi ist eine dicklichere Flüssigkeit, die beispielsweise nach dem Urinieren austreten kann.
Auch sie erfordert keinen Ghusl, sondern Reinigung und Wudu.
Muss man nach einem erotischen Gedanken Ghusl machen?
Nein. Ein Gedanke, eine Erregung oder ein Traum macht allein keinen Ghusl verpflichtend.
Entscheidend sind die bekannten körperlichen Ursachen wie Geschlechtsverkehr oder Austritt von Mani.
Was darf man im Zustand der Dschanaba nicht tun?
Eine Person im Zustand großer ritueller Unreinheit darf bestimmte Gottesdienste nicht durchführen, bis sie Ghusl gemacht hat.
Dazu gehören insbesondere:
- das Pflicht- und freiwillige Gebet;
- Tawaf um die Kaaba;
- der Aufenthalt in der Moschee nach der verbreiteten Auffassung, außer in bestimmten notwendigen Situationen;
- das Berühren eines Mushaf entsprechend der vertretenen Rechtsauffassung.
Bei der Koranrezitation bestehen detaillierte Regeln und Unterschiede, besonders zwischen Dschanaba und Menstruation.
Darf man vor dem Ghusl essen oder schlafen?
Ja. Eine Person in Dschanaba darf essen und schlafen.
Es wird jedoch empfohlen, den Intimbereich zu reinigen und Wudu durchzuführen, bevor sie schläft oder erneut isst.
Der Ghusl darf nicht so lange verschoben werden, dass ein Pflichtgebet seine Zeit verliert.
Muss man direkt nach dem Geschlechtsverkehr Ghusl machen?
Der Ghusl muss nicht zwingend in derselben Minute durchgeführt werden.
Die Person darf ihn bis vor dem nächsten Gottesdienst verschieben, der Reinheit voraussetzt.
Sie darf das Pflichtgebet jedoch nicht über seine Zeit hinaus verzögern.
Ist ein gemeinsamer Ghusl der Ehepartner erlaubt?
Ja. Ehepartner dürfen gemeinsam Ghusl durchführen.
Authentische Überlieferungen berichten, dass der Prophet ﷺ und seine Ehefrau gemeinsam Wasser aus demselben Gefäß verwendeten.
Muss man nach mehreren intimen Beziehungen mehrfach Ghusl machen?
Wenn mehrere intime Beziehungen stattfinden, bevor ein Ghusl durchgeführt wurde, genügt grundsätzlich ein abschließender Ghusl.
Zwischen den Beziehungen wird Wudu empfohlen.
Was tun, wenn kein Wasser vorhanden ist?
Wenn kein Wasser vorhanden ist oder seine Verwendung nachweislich schädlich wäre, kann unter den bekannten Voraussetzungen Tayammum durchgeführt werden.
Tayammum ist eine rituelle Reinigung mit sauberer Erde oder einem entsprechenden natürlichen Material.
Sobald Wasser verfügbar ist und ohne Schaden verwendet werden kann, wird der notwendige Ghusl durchgeführt.
Ghusl bei Krankheit oder Verletzung
Eine kranke oder verletzte Person wäscht so viel, wie sie ohne erheblichen Schaden waschen kann.
Je nach Situation können gelten:
- vorsichtiges Waschen;
- Streichen über einen Verband;
- Tayammum für nicht waschbare Bereiche;
- Unterstützung durch eine andere Person.
Medizinische Anweisungen und fiqhrechtliche Regeln sollten gemeinsam berücksichtigt werden.
Was tun bei einem Verband oder Gips?
Ein medizinisch notwendiger Verband oder Gips muss nicht entfernt werden, wenn dies Schaden verursacht oder die Heilung beeinträchtigt.
Je nach Rechtsschule kann über die Abdeckung gestrichen oder für den nicht erreichbaren Bereich Tayammum durchgeführt werden.
Kann man mit wenig Wasser Ghusl machen?
Ja. Ghusl benötigt keine übermäßige Wassermenge.
Wichtig ist, dass das Wasser den gesamten erforderlichen Körperbereich erreicht.
Der Prophet ﷺ führte seine Waschungen mit vergleichsweise wenig Wasser durch.
Wasserverschwendung soll auch bei religiösen Waschungen vermieden werden.
Wie lange muss ein Ghusl dauern?
Es gibt keine vorgeschriebene Mindestdauer.
Ein gültiger Ghusl kann wenige Minuten dauern, wenn:
- die Absicht vorhanden ist;
- Unreinheit entfernt wird;
- der gesamte Körper gewaschen wird;
- alle notwendigen Bereiche erreicht werden.
Eine lange Waschung ist nicht automatisch besser oder gültiger.
Häufige Fehler beim Ghusl
Zu den häufigsten Fehlern gehören:
- die rituelle Absicht vollständig zu vergessen;
- nur Teile des Körpers zu waschen;
- die Kopfhaut nicht zu benetzen;
- Nagellack oder andere Barrieren nicht zu entfernen;
- Hautfalten und Zehenzwischenräume zu vergessen;
- eine normale Dusche automatisch als Ghusl zu betrachten;
- den Ghusl unnötig bis nach Ablauf der Gebetszeit aufzuschieben;
- übermäßig viel Wasser zu verbrauchen;
- die Waschung aus zwanghaften Zweifeln ständig zu wiederholen.
Waswasa beim Ghusl vermeiden
Manche Menschen entwickeln wiederkehrende Zweifel:
- „Hat das Wasser wirklich jede Stelle erreicht?“
- „War meine Absicht richtig?“
- „Muss ich noch einmal beginnen?“
- „Vielleicht war ein winziger Bereich trocken?“
Der Islam verlangt vernünftige Sorgfalt, aber keine absolute mathematische Gewissheit über jeden Wassertropfen.
Hilfreiche Grundsätze sind:
- Die Absicht im Herzen genügt.
- Gewöhnliches vollständiges Duschen reicht aus.
- Nach Abschluss wird ein bloßer Zweifel ignoriert.
- Der Ghusl wird nicht ohne klare Gewissheit wiederholt.
- Eine feste, kurze Routine kann Zwangsgedanken reduzieren.
Ein einfacher Ghusl unter der Dusche
Eine praktische Kurzform kann so aussehen:
- Absicht im Herzen fassen.
- Hände und Intimbereich waschen.
- Mund und Nase spülen.
- Wasser über Kopf und Haarwurzeln laufen lassen.
- Den gesamten Körper einschließlich aller Falten waschen.
- Sicherstellen, dass keine wesentliche Stelle trocken bleibt.
Damit ist ein gültiger Ghusl möglich, ohne die Handlung unnötig zu verkomplizieren.
Ghusl vor dem Gebet lernen
Die rituelle Reinigung ist eine Voraussetzung des Gebets.
Ein Muslim sollte deshalb schrittweise lernen:
- was körperliche und rituelle Unreinheit unterscheidet;
- wann Wudu genügt;
- wann Ghusl verpflichtend wird;
- was Tayammum bedeutet;
- welche Stoffe als wasserundurchlässige Barriere gelten;
- wie Zweifel richtig behandelt werden.
Warum sind die Regeln der Reinigung wichtig?
Reinigung nimmt im Islam eine zentrale Stellung ein.
Sie ist verbunden mit:
- Gebet;
- Koran;
- Moscheebesuch;
- Haddsch und Umra;
- Menstruationsregeln;
- alltäglicher Sauberkeit.
Wer diese Regeln kennt, kann seine Gottesdienste mit größerer Sicherheit und innerer Ruhe verrichten.
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Häufig gestellte Fragen zum Ghusl
Was ist Ghusl?
Ghusl ist die vollständige rituelle Körperwaschung, durch die ein Zustand großer ritueller Unreinheit beendet wird.
Wann ist Ghusl verpflichtend?
Er wird insbesondere nach Geschlechtsverkehr, Samenerguss, Menstruation und Wochenfluss verpflichtend.
Kann man Ghusl unter der Dusche machen?
Ja. Die Absicht muss vorhanden sein und Wasser muss den gesamten Körper erreichen.
Muss man beim Ghusl Wudu machen?
Ein gesondertes Wudu ist nicht immer erforderlich. Die vollständige Sunna-Methode enthält jedoch Wudu, und ein umfassender Ghusl kann Wudu einschließen.
Muss die Absicht laut ausgesprochen werden?
Nein. Die Absicht befindet sich im Herzen.
Muss man Bismillah sagen?
Es wird empfohlen. Vergessen macht den Ghusl nach der verbreiteten Auffassung nicht ungültig.
Müssen Mund und Nase gespült werden?
Hierzu bestehen Unterschiede zwischen den Rechtsschulen. Um alle Auffassungen zu berücksichtigen, sollten beide gespült werden.
Muss eine Frau ihre Zöpfe öffnen?
Nicht unbedingt, sofern das Wasser die Kopfhaut und Haarwurzeln vollständig erreicht. Beim Ghusl nach Menstruation bestehen detailliertere Auffassungen.
Muss Nagellack entfernt werden?
Ja. Gewöhnlicher Nagellack verhindert, dass Wasser den Nagel erreicht.
Ist Henna ein Hindernis?
Eine bloße Hennafärbung ist kein Hindernis. Eine feste Paste muss entfernt werden.
Muss man nach einem erotischen Traum Ghusl machen?
Nur wenn nach dem Erwachen ein entsprechender Flüssigkeitsaustritt festgestellt wird.
Macht Madhy Ghusl verpflichtend?
Nein. Madhy erfordert die Reinigung der betroffenen Stelle und ein neues Wudu.
Darf man vor Ghusl schlafen?
Ja. Es wird empfohlen, vorher den Intimbereich zu reinigen und Wudu zu machen.
Kann Ghusl bis zum nächsten Morgen verschoben werden?
Nur solange dadurch kein Pflichtgebet seine vorgeschriebene Zeit verliert.
Was tun, wenn kein Wasser vorhanden ist?
Unter den bekannten Voraussetzungen kann Tayammum durchgeführt werden.
Wie lange dauert Ghusl?
Es gibt keine festgelegte Dauer. Eine sorgfältige vollständige Waschung kann in wenigen Minuten durchgeführt werden.
Muss ich Ghusl wiederholen, wenn ich später Zweifel habe?
Nein. Ein bloßer Zweifel nach Abschluss wird ignoriert, solange keine klare Gewissheit über einen tatsächlichen Fehler besteht.
Fazit: Ghusl ist eine einfache und vollständige rituelle Reinigung
Der Ghusl gehört zu den grundlegenden Regeln der islamischen Reinigung.
Er wird unter anderem verpflichtend:
- nach dem Geschlechtsverkehr;
- nach einem Samenerguss;
- nach dem Ende der Menstruation;
- nach dem Ende des Wochenflusses.
Für einen gültigen Ghusl sind vor allem zwei Dinge entscheidend:
- die Absicht zur rituellen Reinigung;
- das vollständige Waschen des Körpers.
Die ausführliche Sunna-Methode umfasst zusätzlich das Waschen der Hände, die Reinigung des Intimbereichs, Wudu, das sorgfältige Waschen des Kopfes und den Beginn mit der rechten Körperseite.
Der Ghusl kann problemlos unter einer normalen Dusche durchgeführt werden. Er soll weder nachlässig noch unnötig kompliziert sein.
Wer die Regeln der Reinigung methodisch lernt, kann Gebet und andere Gottesdienste mit größerer Sicherheit, Ruhe und Konzentration verrichten.
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