Der Hijab im Islam ist Teil eines umfassenden Verständnisses von Schamhaftigkeit, Würde und Gehorsam gegenüber Allah.
Der Begriff bezeichnet nicht nur ein Kopftuch. Im weiteren islamischen Sinn umfasst Hijab auch:
- angemessene Kleidung;
- zurückhaltendes Verhalten;
- das Senken des Blickes;
- respektvolle Sprache;
- den Schutz der Intimsphäre;
- die Vermeidung unnötiger Zurschaustellung.
Für eine muslimische Frau kann das Tragen des Hijab eine bewusste Form des Gottesdienstes und der Hingabe an Allah sein.
Gleichzeitig sollte das Thema mit Wissen, Weisheit und Barmherzigkeit behandelt werden. Eine Frau wird nicht auf ihre Kleidung reduziert, und niemand darf sie aufgrund ihrer Schwierigkeiten, ihres Lernprozesses oder ihrer persönlichen Situation erniedrigen.
Dieser Artikel erklärt die Bedeutung des Hijab, seine Grundlagen im Koran und in der Sunna, den Zeitpunkt der religiösen Verpflichtung sowie die wichtigsten Voraussetzungen islamischer Kleidung.
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Das Wichtigste über den Hijab im Islam
Die wichtigsten Grundsätze lauten:
- Hijab ist Teil der islamischen Schamhaftigkeit.
- Die Kleidungsregeln betreffen Frauen und Männer.
- Für eine muslimische Frau wird der Hijab mit Eintritt der religiösen Verantwortlichkeit verpflichtend.
- Die Kleidung soll den Körper angemessen bedecken und nicht durchsichtig oder körperbetont sein.
- Das Kopftuch allein erfüllt nicht automatisch alle Bedingungen des Hijab.
- Niemand darf sicher über das endgültige Schicksal einer bestimmten Person im Jenseits urteilen.
- Eine Frau, die den Hijab noch nicht trägt, soll weiterhin beten, lernen und Allah näherkommen.
- Zwang, Beleidigung und öffentliche Demütigung sind keine geeigneten Formen religiöser Erziehung.
Was bedeutet Hijab?
Das arabische Wort الحجاب Hijab bedeutet sprachlich eine Bedeckung, Trennung oder einen Schutz.
Im heutigen Sprachgebrauch wird damit häufig das Kopftuch einer muslimischen Frau bezeichnet.
Islamisch betrachtet ist das Konzept jedoch umfassender.
Hijab betrifft:
- Kleidung;
- Blick;
- Bewegung und Auftreten;
- Sprache;
- Umgang zwischen Männern und Frauen;
- Privatsphäre und Schamhaftigkeit.
Eine Frau kann deshalb ein Kopftuch tragen und dennoch an anderen Bereichen ihrer Schamhaftigkeit arbeiten müssen. Ebenso ist ein Fehler in einem Bereich kein Grund, alle anderen guten Taten aufzugeben.
Hijab und Haya
Der Begriff Haya bezeichnet Schamhaftigkeit, sittsame Zurückhaltung und ein inneres Bewusstsein gegenüber Allah.
Haya zeigt sich nicht nur in Kleidung, sondern auch darin, wie ein Muslim:
- spricht;
- andere Menschen ansieht;
- mit persönlichen Grenzen umgeht;
- sich in der Öffentlichkeit verhält;
- private Angelegenheiten schützt.
Hijab ist somit eine äußere und innere Form islamischer Schamhaftigkeit.
Der Hijab im Koran
Die Gelehrten leiten die Verpflichtung zur islamischen Bedeckung insbesondere aus mehreren Koranversen ab.
Sure An-Nur, Vers 31
Allah fordert die gläubigen Frauen dazu auf, ihren Blick zu senken, ihre Keuschheit zu bewahren und ihre Kopfbedeckungen über den Brustbereich zu ziehen.
Allah sagt sinngemäß:
„Und sag zu den gläubigen Frauen, sie sollen ihre Blicke senken und ihre Scham bewahren und ihren Schmuck nicht offen zeigen, außer dem, was davon sichtbar ist. Und sie sollen ihre Kopftücher über ihre Brustausschnitte ziehen.“
Sure An-Nur, 24:31
Der Vers verbindet Kleidung mit mehreren Formen der Schamhaftigkeit:
- Senken des Blickes;
- Bewahrung der Keuschheit;
- Bedeckung;
- Zurückhaltung bei der Zurschaustellung von Schmuck.
Was bedeutet Khimar?
Im Vers wird das Wort خُمُر Khumur verwendet, der Plural von Khimar.
Khimar bezeichnet eine Kopfbedeckung. Der Vers ordnet an, sie über den Brustbereich zu ziehen.
Die Erklärung der Gelehrten lautet, dass Haare, Hals und Brust angemessen bedeckt werden sollen.
Sure Al-Ahzab, Vers 59
Allah fordert den Propheten ﷺ auf, seinen Ehefrauen, seinen Töchtern und den gläubigen Frauen mitzuteilen, ihre äußeren Gewänder über sich zu ziehen.
Dieser Vers wird ebenfalls als Grundlage für die Bedeckung und die würdevolle öffentliche Kleidung muslimischer Frauen angeführt.
Schamhaftigkeit gilt auch für Männer
Islamische Schamhaftigkeit ist keine ausschließlich weibliche Pflicht.
Im Koran werden zunächst die gläubigen Männer aufgefordert:
- ihre Blicke zu senken;
- ihre Keuschheit zu bewahren.
Männer besitzen ebenfalls Kleidungsvorschriften und Verhaltenspflichten.
Sie dürfen das Thema Hijab deshalb nicht verwenden, um ausschließlich Frauen zu kontrollieren, während sie die eigenen Pflichten ignorieren.
Der Hijab in der Sunna
Die authentische Sunna erklärt die koranischen Grundsätze der Kleidung, Schamhaftigkeit und des Verhaltens.
Der Prophet Muhammad ﷺ warnte in einer bekannten Überlieferung vor Menschen, die äußerlich bekleidet sind, deren Kleidung den Körper jedoch nicht angemessen bedeckt.
Die Formulierung „bekleidet und doch nackt“ wurde von Gelehrten unter anderem auf Kleidung bezogen, die:
- durchsichtig ist;
- zu eng anliegt;
- wesentliche Körperteile unbedeckt lässt;
- den Körper trotz Stoff deutlich beschreibt.
Solche Überlieferungen enthalten eine ernste Warnung. Sie dürfen jedoch nicht dazu benutzt werden, das endgültige Schicksal einer bestimmten Frau festzulegen.
Ist der Hijab im Islam verpflichtend?
Nach der anerkannten Auffassung der islamischen Rechtsschulen ist die Bedeckung der muslimischen Frau vor nicht verwandten Männern verpflichtend, sobald sie religiös verantwortlich wird.
Diese Verantwortlichkeit beginnt mit der Pubertät.
Die erste Menstruation ist bei Mädchen ein eindeutiges Zeichen der Pubertät, aber nicht das einzig mögliche Zeichen.
Ab welchem Alter wird der Hijab verpflichtend?
Der Hijab wird nicht an ein starres modernes Lebensalter wie 15, 16 oder 18 Jahre gebunden.
Entscheidend ist der Eintritt der Pubertät und damit der religiösen Verantwortlichkeit.
Vor der Pubertät kann ein Mädchen schrittweise und ohne Druck an schamhafte Kleidung gewöhnt werden.
Dabei sollten Eltern:
- die Bedeutung verständlich erklären;
- selbst ein gutes Vorbild sein;
- altersgerechte Kleidung wählen;
- keine Scham oder Angst erzeugen;
- Fragen offen beantworten;
- das Kind nicht öffentlich beschämen.
Soll ein junges Mädchen bereits vor der Pubertät Hijab tragen?
Vor der Pubertät ist der Hijab noch keine religiöse Pflicht im gleichen Sinn wie für eine erwachsene Frau.
Eltern können ein Mädchen dennoch behutsam daran gewöhnen, ähnlich wie Kinder schrittweise an Gebet und andere Pflichten herangeführt werden.
Diese Gewöhnung sollte:
- liebevoll;
- altersgerecht;
- ohne Zwang;
- mit guter Erklärung;
- ohne Überforderung
erfolgen.
Welche Körperteile muss eine muslimische Frau bedecken?
Vor nicht verwandten Männern muss die Frau nach der Mehrheitsauffassung ihren gesamten Körper mit Ausnahme von Gesicht und Händen bedecken.
Bei Gesicht und Händen bestehen bekannte Unterschiede unter den Gelehrten.
Einige betrachten ihre Bedeckung grundsätzlich als empfohlen oder unter bestimmten Umständen als verpflichtend. Andere vertreten eine allgemeine Pflicht zur Gesichtsbedeckung.
Der Niqab darf deshalb nicht mit der unter den Gelehrten grundsätzlich anerkannten Bedeckung von Haaren und Körper gleichgesetzt werden.
Was ist die ʿAwra einer Frau?
ʿAwra bezeichnet Körperbereiche, die entsprechend der jeweiligen Situation bedeckt werden müssen.
Die Regeln unterscheiden sich je nachdem, ob die Frau sich befindet:
- im Gebet;
- vor nicht verwandten Männern;
- vor nahen männlichen Verwandten;
- unter Frauen;
- allein oder mit ihrem Ehemann.
Eine pauschale Aussage ohne diesen Kontext kann daher ungenau sein.
Welche Voraussetzungen besitzt islamische Kleidung?
Islamische Kleidung wird nicht allein durch die Bezeichnung „Hijab“ bestimmt.
Gelehrte nennen mehrere allgemeine Voraussetzungen.
Der Körper wird ausreichend bedeckt
Die erforderlichen Körperbereiche müssen entsprechend der jeweiligen Situation vollständig bedeckt sein.
Die Kleidung ist nicht durchsichtig
Der Stoff darf Haut, Haare oder Körperfarbe nicht sichtbar machen.
Die Kleidung ist nicht eng
Sie soll die Körperform nicht deutlich beschreiben.
Die Kleidung ist nicht selbst auf auffällige Zurschaustellung ausgerichtet
Das Ziel des Hijab wird verfehlt, wenn die Kleidung zwar bedeckt, aber bewusst extreme Aufmerksamkeit anziehen soll.
Dies bedeutet nicht, dass Kleidung schmutzig, farblos oder ungepflegt sein muss.
Keine eindeutig geschlechtsspezifische Nachahmung
Frauen und Männer sollen Kleidung vermeiden, die in ihrem gesellschaftlichen Kontext eindeutig ausschließlich dem anderen Geschlecht zugeordnet wird.
Keine religiöse Kennzeichnung fremder Glaubenspraxis
Kleidung sollte keine eindeutigen religiösen Symbole tragen, die einer anderen Glaubenspraxis zugehören und als deren Bekenntnis verstanden werden.
Muss Hijab schwarz sein?
Nein. Es gibt keine allgemeine islamische Regel, nach der der Hijab ausschließlich schwarz sein muss.
Andere Farben sind grundsätzlich erlaubt, wenn die Kleidung:
- angemessen;
- nicht durchsichtig;
- nicht körperbetont;
- nicht bewusst übermäßig auffällig
ist.
Was als gewöhnlich oder stark auffällig gilt, kann je nach Kultur und Umgebung unterschiedlich sein.
Muss eine muslimische Frau eine Abaya tragen?
Eine Abaya ist eine mögliche Form islamischer Oberbekleidung, aber nicht die einzige denkbare Form.
Entscheidend sind die Bedingungen der Bedeckung, nicht ein bestimmter arabischer Kleidungsname.
Auch ein langes, weites Kleid, ein Jilbab oder eine andere angemessene Kombination kann diese Voraussetzungen erfüllen.
Was ist der Unterschied zwischen Hijab, Khimar, Jilbab und Niqab?
- Hijab: umfassendes Konzept der Bedeckung und Schamhaftigkeit; heute häufig als Bezeichnung für das Kopftuch verwendet.
- Khimar: Kopfbedeckung, die Kopf, Haare, Hals und Brustbereich bedeckt.
- Jilbab: weites äußeres Kleidungsstück oder Übergewand.
- Niqab: Gesichtsbedeckung, bei der gewöhnlich die Augen sichtbar bleiben.
Die Begriffe können regional unterschiedlich verwendet werden.
Ist der Niqab verpflichtend?
Über die Bedeckung des Gesichts bestehen bekannte Meinungsunterschiede.
Ein Teil der Gelehrten betrachtet den Niqab als verpflichtend. Andere sehen ihn als empfohlen oder abhängig von den Umständen an.
Dieser anerkannte Unterschied sollte respektvoll behandelt werden.
Eine Frau mit Niqab darf nicht verspottet werden. Ebenso sollte eine Frau, die der Auffassung der Gesichtsoffenheit folgt, nicht ohne Wissen verurteilt werden.
Kann eine Frau ohne Hijab ins Paradies kommen?
Niemand darf mit Sicherheit behaupten, dass eine bestimmte Person ins Paradies oder in die Hölle kommt, sofern dafür keine eindeutige Offenbarung vorliegt.
Das endgültige Urteil über Menschen gehört Allah.
Eine muslimische Frau kann eine religiöse Pflicht vernachlässigen und dennoch:
- Muslimin bleiben;
- andere gute Taten besitzen;
- bereuen;
- von Allah vergeben werden.
Gleichzeitig darf die Pflicht des Hijab nicht geleugnet oder absichtlich verharmlost werden.
Der ausgewogene Weg besteht darin, die Regel klar zu erklären und die Tür zu Reue, Verbesserung und Allahs Barmherzigkeit offen zu halten.
Ist eine Frau ohne Hijab keine Muslimin?
Das bloße Nichttragen des Hijab macht eine Frau nicht automatisch zu einer Nichtmuslimin.
Zwischen mehreren Situationen muss unterschieden werden:
- Sie erkennt die Pflicht an, setzt sie aber aus Schwäche nicht um.
- Sie besitzt Zweifel oder mangelndes Wissen.
- Sie befindet sich unter Zwang oder in einer gefährlichen Situation.
- Sie leugnet bewusst eine eindeutig anerkannte religiöse Pflicht.
Urteile über Glauben und Unglauben sind äußerst ernst und dürfen nicht leichtfertig von Laien ausgesprochen werden.
Soll eine Frau weiterhin beten, wenn sie keinen Hijab trägt?
Ja. Sie muss weiterhin beten, fasten, Koran lesen und gute Taten verrichten.
Eine Sünde rechtfertigt nicht das Verlassen anderer Pflichten.
Der Gedanke „Ich bin noch nicht bereit für Hijab, also darf ich nicht beten“ ist falsch und schädlich.
Jeder Schritt zu Allah ist wertvoll.
Muss eine Frau beim Gebet Hijab tragen?
Eine erwachsene muslimische Frau bedeckt beim Gebet ihren Körper entsprechend den Gebetsregeln, auch wenn keine nicht verwandten Männer anwesend sind.
Nach der Mehrheitsauffassung werden Gesicht und Hände im Gebet nicht zwingend bedeckt. Bei den Füßen bestehen Unterschiede zwischen den Rechtsschulen.
Die Gebetskleidung muss:
- rein;
- undurchsichtig;
- ausreichend bedeckend
sein.
Muss eine Frau zu Hause Hijab tragen?
Eine Frau muss nicht ständig allein oder vor ihrem Ehemann Hijab tragen.
Die Regel hängt davon ab, wer anwesend ist.
Vor bestimmten nahen männlichen Verwandten, den sogenannten Mahram, gelten erleichterte Kleidungsvorschriften.
Zu den Mahram-Verwandten gehören beispielsweise:
- Vater;
- Sohn;
- Bruder;
- Onkel;
- Neffe;
- Schwiegervater;
- weitere dauerhaft nicht heiratbare Verwandte.
Ist der Cousin ein Mahram?
Nein. Ein Cousin ist kein Mahram, da eine Heirat mit ihm grundsätzlich möglich wäre.
Vor Cousins gelten deshalb die allgemeinen Hijab-Regeln gegenüber nicht verwandten Männern.
Ist der Schwager ein Mahram?
Nein. Der Bruder des Ehemanns ist kein dauerhafter Mahram.
Dies gilt ebenso für andere männliche Verwandte des Ehemanns, mit denen eine Ehe unter anderen Umständen möglich wäre.
Was gilt vor muslimischen und nichtmuslimischen Frauen?
In Einzelheiten bestehen unterschiedliche Gelehrtenmeinungen.
Grundsätzlich soll eine Frau auch unter Frauen Schamhaftigkeit und angemessene Bedeckung bewahren.
Sie sollte außerdem berücksichtigen, ob private Bilder oder Beschreibungen an fremde Männer weitergegeben werden könnten.
Hijab und Arbeit
Eine muslimische Frau kann arbeiten, wenn die Tätigkeit erlaubt ist und ihre religiösen Pflichten berücksichtigt werden.
Am Arbeitsplatz können Herausforderungen entstehen durch:
- Kleidervorschriften;
- Sicherheitsanforderungen;
- Kundenkontakt;
- Vorurteile;
- rechtliche Einschränkungen.
Die Frau kann nach Lösungen suchen, die sowohl ihre religiöse Überzeugung als auch notwendige Sicherheitsvorschriften berücksichtigen.
Bei tatsächlicher Diskriminierung kann rechtliche Beratung sinnvoll sein.
Hijab in Schule und Universität
Junge Musliminnen können Schwierigkeiten erleben durch:
- Kommentare von Mitschülern;
- Unverständnis;
- Sportkleidung;
- Schulregeln;
- familiären oder sozialen Druck.
Eltern und Lehrkräfte sollten sachliche, sichere und respektvolle Lösungen fördern.
Das Mädchen sollte nicht zwischen religiöser Identität, Bildung und persönlicher Sicherheit allein gelassen werden.
Hijab beim Sport
Sport und körperliche Aktivität sind mit dem Hijab vereinbar.
Geeignete Kleidung sollte:
- Bewegung ermöglichen;
- nicht durchsichtig werden;
- nicht eng anliegen;
- sicher befestigt sein;
- zur jeweiligen Sportart passen.
Bei Sicherheitsrisiken können spezielle Sporthijabs und angepasste Kleidung verwendet werden.
Hijab und Hitze
Bei heißem Wetter helfen:
- leichte atmungsaktive Stoffe;
- weite Kleidung;
- helle geeignete Farben;
- ausreichendes Trinken außerhalb des Fastens;
- Schatten und Pausen;
- passende Kopfbedeckungen.
Eine Frau muss ihre Gesundheit nicht durch ungeeignete Stoffe oder unnötig schwere Kleidung gefährden.
Hijab und Mode
Eine muslimische Frau darf gepflegt und schön gekleidet sein.
Problematisch wird Mode, wenn der eigentliche Zweck der Bedeckung aufgehoben wird, beispielsweise durch:
- stark körperbetonte Kleidung;
- durchsichtige Stoffe;
- bewusst extreme Zurschaustellung;
- das Freilegen von Hals, Haaren oder Brust;
- eine dauerhafte Fixierung auf äußere Anerkennung.
Es ist möglich, Würde, persönliche Vorlieben und islamische Grenzen miteinander zu verbinden.
Make-up und Hijab
Die Verwendung von Make-up vor nicht verwandten Männern wird im Zusammenhang mit dem sichtbaren Schmuck und der öffentlichen Zurschaustellung beurteilt.
Leichtes oder starkes Make-up kann je nach Wirkung, Absicht und Rechtsschule unterschiedlich behandelt werden.
Eine Frau sollte die allgemeinen Grundsätze beachten:
- keine bewusste Verführung;
- keine übermäßige öffentliche Zurschaustellung;
- keine gesundheitsschädlichen Produkte;
- keine Behinderung von Wudu durch wasserundurchlässige Schichten.
Parfüm und Hijab
Eine Frau darf sich pflegen und zu Hause Parfüm verwenden.
Beim Verlassen des Hauses sollte sie kein starkes Parfüm tragen, das bewusst die Aufmerksamkeit fremder Männer auf sich zieht.
Sauberkeit und ein neutral angenehmer Körpergeruch werden davon unterschieden.
Kann der Hijab eine Frau vollständig vor Belästigung schützen?
Nein Kleidungsstück garantiert vollständigen Schutz vor Belästigung oder Gewalt.
Die Verantwortung für Belästigung liegt beim Täter und nicht bei der Kleidung des Opfers.
Der Hijab ist in erster Linie eine religiöse Verpflichtung und Ausdruck der Schamhaftigkeit. Er darf nicht mit dem falschen Versprechen begründet werden, eine Frau werde dadurch niemals belästigt.
Männer bleiben verpflichtet:
- ihren Blick zu senken;
- Grenzen zu respektieren;
- Frauen nicht zu belästigen;
- Verantwortung für ihr Verhalten zu übernehmen.
Hijab und gesellschaftliche Würde
Der Hijab kann sichtbar ausdrücken, dass eine muslimische Frau ihre religiösen Werte bewusst lebt.
Ihre Würde hängt jedoch nicht ausschließlich von einem Kleidungsstück ab.
Islamische Würde umfasst:
- Glauben;
- Charakter;
- Wissen;
- Gottesdienst;
- Verantwortung;
- respektvollen Umgang.
Ist Hijab ein Symbol der Unterdrückung?
Der Hijab kann aus sehr unterschiedlichen gesellschaftlichen Perspektiven betrachtet werden.
Für viele Musliminnen ist er:
- Gottesdienst;
- religiöse Identität;
- Schamhaftigkeit;
- bewusste Entscheidung;
- Zugehörigkeit zum Islam.
Zwang ist jedoch unabhängig von der Richtung problematisch.
Eine Frau sollte weder gezwungen werden, den Hijab aus kulturellem Druck zu tragen, noch sollte sie gezwungen werden, ihn gegen ihre religiöse Überzeugung abzulegen.
Darf man eine Frau zum Hijab zwingen?
Eltern und Ehepartner dürfen religiöse Pflichten erklären, lehren und zu ihnen ermutigen.
Beschimpfung, Gewalt, Drohungen oder öffentliche Erniedrigung sind jedoch keine legitimen Erziehungsmethoden.
Eine tragfähige religiöse Praxis benötigt:
- Wissen;
- Überzeugung;
- Geduld;
- gutes Vorbild;
- weise Begleitung.
Wie spricht man mit einer Frau, die keinen Hijab trägt?
Ein guter Rat sollte:
- privat statt öffentlich erfolgen;
- respektvoll sein;
- die persönliche Situation berücksichtigen;
- Beweise klar erklären;
- nicht beleidigen;
- Hoffnung auf Allahs Barmherzigkeit vermitteln.
Beschämung führt häufig nicht zu aufrichtiger Veränderung, sondern zu Distanz und innerer Abwehr.
Was tun, wenn das Tragen des Hijab Angst auslöst?
Manche Frauen fürchten:
- Ablehnung durch die Familie;
- Probleme am Arbeitsplatz;
- Diskriminierung;
- Beschimpfungen;
- körperliche Angriffe;
- soziale Isolation.
Diese Ängste sollten ernst genommen werden.
Hilfreich können sein:
- schrittweise Vorbereitung;
- Austausch mit vertrauenswürdigen Musliminnen;
- rechtliche Beratung;
- eine Sicherheitsplanung;
- Unterstützung durch Familie und Gemeinschaft;
- Duʿā und islamisches Lernen.
Was gilt bei einer tatsächlichen Gefahr?
Bei einer konkreten schweren Gefahr für Leben oder körperliche Sicherheit können besondere islamische Erleichterungen gelten.
Eine solche Situation sollte individuell mit qualifizierten Gelehrten und gegebenenfalls rechtlichen Fachpersonen besprochen werden.
Eine theoretische Unannehmlichkeit darf nicht automatisch mit einer ernsthaften Gefahr gleichgesetzt werden. Eine tatsächliche Bedrohung darf aber ebenso wenig ignoriert werden.
Was tun, wenn man den Hijab abgelegt hat?
Eine Frau, die den Hijab abgelegt hat, darf nicht an Allahs Barmherzigkeit verzweifeln.
Sie kann:
- Allah um Vergebung bitten;
- die persönlichen Gründe verstehen;
- islamisches Wissen vertiefen;
- Unterstützung suchen;
- schrittweise zum Hijab zurückkehren;
- ihre übrigen religiösen Pflichten bewahren.
Die Rückkehr zu Allah ist jederzeit möglich.
Wie beginnt man mit dem Hijab?
Praktische Schritte können sein:
- die religiöse Bedeutung lernen;
- Allah um Standhaftigkeit bitten;
- geeignete Kleidung auswählen;
- verschiedene sichere Bindetechniken üben;
- eine vertrauenswürdige Muslimin um Hilfe bitten;
- den Kleiderschrank schrittweise anpassen;
- einen konkreten Beginn festlegen.
Häufige Fehler beim Hijab
Zu den häufigen Fehlern gehören:
- Haare oder Hals bleiben sichtbar;
- der Brustbereich wird nicht bedeckt;
- die Kleidung ist durchsichtig;
- die Kleidung liegt eng am Körper an;
- der Hijab wird nur als Modeaccessoire behandelt;
- andere Frauen werden aufgrund ihrer Kleidung verachtet;
- innere Schamhaftigkeit und Verhalten werden völlig vernachlässigt.
Diese Fehler sollten schrittweise korrigiert werden, ohne gute Bemühungen geringzuschätzen.
Hijab und Selbstwert
Der Hijab soll eine Frau nicht dazu bringen, ihren Körper zu hassen oder sich wertlos zu fühlen.
Der menschliche Körper ist eine Schöpfung Allahs.
Schamhaftigkeit bedeutet, mit dieser Gabe verantwortungsvoll umzugehen, nicht sie zu verachten.
Eine muslimische Frau darf:
- selbstbewusst sein;
- Wissen erwerben;
- berufliche Ziele verfolgen;
- sich gepflegt fühlen;
- ihre Persönlichkeit ausdrücken;
- ihre Rechte verteidigen.
Hijab und gute Absicht
Der Hijab wird zu einer Form des Gottesdienstes, wenn er mit einer aufrichtigen Absicht getragen wird.
Eine Frau kann die Absicht fassen:
- Allah zu gehorchen;
- Schamhaftigkeit zu bewahren;
- ihre religiöse Identität zu leben;
- Allahs Wohlgefallen zu suchen.
Sie sollte den Hijab nicht tragen, um sich anderen Frauen überlegen zu fühlen.
Ist der Hijab allein ausreichend?
Der Hijab ist eine wichtige Pflicht, ersetzt aber nicht die übrigen Bereiche des Islam.
Eine muslimische Frau benötigt ebenso:
- Tawhid;
- Gebet;
- Fasten;
- guten Charakter;
- Ehrlichkeit;
- Respekt gegenüber den Eltern;
- Vermeidung von übler Nachrede;
- islamisches Wissen.
Umgekehrt sind gute Charaktereigenschaften kein Ersatz für eine religiöse Kleidungspflicht. Der Islam verbindet äußere und innere Handlungen.
Islamisches Wissen über den Hijab erwerben
Fragen über Kleidung, Schamhaftigkeit und religiöse Pflichten sollten anhand zuverlässiger Quellen gelernt werden.
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Die Kurse können Themen umfassen wie:
- Glaubensgrundlagen;
- Gebet und Reinigung;
- islamischer Charakter;
- Halal und Haram;
- Familienregeln;
- Schamhaftigkeit und Kleidung.
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Häufig gestellte Fragen zum Hijab im Islam
Ist der Hijab im Islam verpflichtend?
Ja. Nach der anerkannten Auffassung der islamischen Rechtsschulen ist die islamische Bedeckung für eine religiös verantwortliche muslimische Frau verpflichtend.
Ab welchem Alter muss ein Mädchen Hijab tragen?
Die Pflicht beginnt mit der Pubertät und nicht zwingend mit einem bestimmten modernen Lebensalter.
Muss ein Mädchen vor der ersten Menstruation Hijab tragen?
Vor der Pubertät ist der Hijab noch keine Pflicht im gleichen Sinn. Eine behutsame Gewöhnung ist jedoch möglich.
Welche Körperteile müssen bedeckt werden?
Nach der Mehrheitsauffassung wird vor nicht verwandten Männern der gesamte Körper außer Gesicht und Händen bedeckt. Beim Gesicht bestehen bekannte Meinungsunterschiede.
Muss der Hijab schwarz sein?
Nein. Andere angemessene Farben sind erlaubt, solange die Kleidung die islamischen Voraussetzungen erfüllt.
Muss eine Frau eine Abaya tragen?
Nein. Die Abaya ist eine mögliche Kleidungsform. Entscheidend sind Bedeckung, Weite und Undurchsichtigkeit.
Ist der Niqab verpflichtend?
Darüber bestehen anerkannte Meinungsunterschiede unter den Gelehrten.
Kann eine Frau ohne Hijab ins Paradies kommen?
Über das endgültige Schicksal einer bestimmten Person urteilt allein Allah. Das Nichttragen des Hijab ist kein Beweis dafür, dass ihr jede Vergebung ausgeschlossen ist.
Ist eine Frau ohne Hijab noch Muslimin?
Das bloße Nichttragen macht sie nicht automatisch zu einer Nichtmuslimin.
Soll eine Frau ohne Hijab weiterhin beten?
Ja. Sie muss ihre Gebete und übrigen Pflichten weiterhin erfüllen und zugleich an der Umsetzung des Hijab arbeiten.
Muss man beim Gebet ein Kopftuch tragen?
Eine erwachsene muslimische Frau muss ihren Kopf und die erforderlichen Körperbereiche während des Gebets bedecken.
Ist der Cousin ein Mahram?
Nein. Vor einem Cousin gelten die Hijab-Regeln, da eine Ehe mit ihm grundsätzlich möglich ist.
Ist der Schwager ein Mahram?
Nein. Der Bruder des Ehemanns ist kein dauerhafter Mahram.
Darf eine Frau mit Hijab Sport treiben?
Ja. Die Kleidung sollte angemessen, sicher und für die Sportart geeignet sein.
Darf eine Frau mit Hijab Make-up tragen?
Make-up vor nicht verwandten Männern wird im Zusammenhang mit öffentlicher Zurschaustellung beurteilt. Hierzu sollten die allgemeinen Regeln von Schamhaftigkeit und Schmuck beachtet werden.
Schützt Hijab vollständig vor Belästigung?
Nein. Die Verantwortung für Belästigung liegt beim Täter. Der Hijab ist eine religiöse Pflicht und keine Garantie gegen Gewalt.
Darf man eine Frau zum Hijab zwingen?
Religiöse Pflichten sollen gelehrt und erklärt werden. Gewalt, Beschimpfung und Erniedrigung sind keine geeigneten Mittel.
Was soll eine Frau tun, wenn sie Angst vor dem Hijab hat?
Sie kann Wissen erwerben, Allah um Hilfe bitten, Unterstützung suchen und praktische sowie rechtliche Sicherheitsfragen klären.
Fazit: Hijab verbindet Gehorsam, Schamhaftigkeit und Würde
Der Hijab im Islam ist Teil einer umfassenden Lebensweise, die äußere Bedeckung mit innerer Schamhaftigkeit verbindet.
Seine wesentlichen Grundlagen umfassen:
- die Bedeckung der erforderlichen Körperbereiche;
- weite und undurchsichtige Kleidung;
- das Senken des Blickes;
- respektvolles Verhalten;
- eine aufrichtige Absicht für Allah.
Der Hijab wird mit Eintritt der religiösen Verantwortlichkeit verpflichtend. Eltern können Mädchen bereits vorher liebevoll und altersgerecht auf diese Pflicht vorbereiten.
Das Thema darf jedoch nicht auf Druck, gesellschaftliche Kontrolle oder öffentliche Verurteilung reduziert werden.
Eine muslimische Frau benötigt Wissen, Unterstützung, Sicherheit und eine lebendige Beziehung zu Allah.
Wer Schwierigkeiten mit dem Hijab besitzt, soll weder die Pflicht leugnen noch an Allahs Barmherzigkeit verzweifeln. Sie kann schrittweise lernen, bereuen, neu beginnen und ihre übrigen religiösen Pflichten weiterhin bewahren.
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