Der Ramadan im Islam gehört zu den bedeutendsten Monaten des islamischen Jahres.
Er ist der Monat des verpflichtenden Fastens, der Offenbarung des Korans, des Gebets, der Bittgebete, der Reue und der spirituellen Erneuerung.
Während des Ramadan verzichtet der Muslim von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang auf Essen, Trinken und ehelichen Geschlechtsverkehr.
Das Fasten betrifft jedoch nicht nur den Körper.
Es erzieht auch:
- das Herz;
- die Zunge;
- den Blick;
- das Verhalten;
- die Absicht.
In diesem umfassenden Leitfaden erfahren Sie, welche Bedeutung der Ramadan besitzt, wer fasten muss, welche Ausnahmen gelten und welche Rolle Koran, Tarawih, Laylat al-Qadr und Zakat al-Fitr spielen.
Außerdem erhalten Sie praktische Empfehlungen, um diesen gesegneten Monat mit Glauben, Ausgewogenheit und einer klaren Methode zu erleben.
Das Wichtigste über Ramadan im Islam
Ramadan ist der neunte Monat des islamischen Mondkalenders und der Monat des verpflichtenden Fastens.
Die wichtigsten Punkte sind:
- Das Fasten gehört zu den fünf Säulen des Islam.
- Es dauert täglich von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang.
- Sein Ziel ist die Entwicklung von Taqwa.
- Ramadan ist eng mit dem Koran verbunden.
- Kranke, Reisende und weitere Personengruppen können Erleichterungen erhalten.
- Tarawih ist ein empfohlenes Nachtgebet.
- Laylat al-Qadr liegt in den letzten zehn Nächten.
- Zakat al-Fitr wird vor dem Festgebet entrichtet.
- Das Fasten umfasst auch Sprache, Verhalten und Absicht.
- Gute Gewohnheiten sollten nach Ramadan fortgesetzt werden.
Was ist Ramadan im Islam?
Ramadan ist der neunte Monat des islamischen Kalenders.
In diesem Monat hat Allah den Gläubigen das Fasten vorgeschrieben, damit sie Taqwa entwickeln.
Allah sagt im Koran:
يَا أَيُّهَا الَّذِينَ آمَنُوا كُتِبَ عَلَيْكُمُ الصِّيَامُ كَمَا كُتِبَ عَلَى الَّذِينَ مِنْ قَبْلِكُمْ لَعَلَّكُمْ تَتَّقُونَ
Sinngemäße Übersetzung: „O die ihr glaubt, vorgeschrieben ist euch das Fasten, so wie es denjenigen vor euch vorgeschrieben war, auf dass ihr gottesfürchtig werden möget.“
Quelle: Sure Al-Baqara, 2:183.
Dieser Vers zeigt, dass das Ziel des Ramadan nicht nur darin besteht, Hunger und Durst zu empfinden.
Das tiefere Ziel besteht darin:
- das Bewusstsein für Allah zu stärken;
- die eigenen Wünsche zu kontrollieren;
- das Herz zu reinigen;
- schädliche Gewohnheiten zu verlassen;
- aufrichtiger zu Allah zurückzukehren.
Um die Grundlagen des Glaubens, des Fastens, des Gebets und der Gottesdienste besser zu verstehen, können Sie unseren Leitfaden zum Erlernen des Islam lesen.
Warum ist Ramadan so wichtig?
Ramadan vereint zahlreiche zentrale Bereiche des muslimischen Lebens:
- Gehorsam gegenüber Allah;
- Reinigung des Herzens;
- Selbstbeherrschung;
- Geduld;
- Solidarität;
- Koranrezitation;
- Gebet;
- Reue.
Der Muslim verzichtet während des Tages sogar auf Dinge, die außerhalb der Fastenzeit grundsätzlich erlaubt sind.
Diese äußere Disziplin soll zu einer inneren Veränderung führen.
Wer Essen und Trinken für Allah verlässt, soll ebenso lernen, Sünden, verletzende Worte und ungerechtes Verhalten zu meiden.
Ramadan als Monat des Korans
Ramadan besitzt eine besondere Verbindung zum Koran.
Allah sagt:
شَهْرُ رَمَضَانَ الَّذِي أُنْزِلَ فِيهِ الْقُرْآنُ هُدًى لِلنَّاسِ
Sinngemäße Übersetzung: „Der Monat Ramadan ist es, in dem der Koran als Rechtleitung für die Menschen herabgesandt wurde.“
Quelle: Sure Al-Baqara, 2:185.
Deshalb widmen Muslime im Ramadan besonders viel Zeit:
- dem Lesen des Korans;
- dem Zuhören;
- der Wiederholung;
- dem Auswendiglernen;
- dem Nachdenken über die Verse;
- dem Lernen koranischer Begriffe.
Was bedeutet Fasten im Ramadan?
Das Fasten wird auf Arabisch الصيام Siyam genannt.
Es besteht darin, mit einer entsprechenden Absicht von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang auf die Handlungen zu verzichten, die das Fasten ungültig machen.
Dazu gehören insbesondere:
- Essen;
- Trinken;
- ehelicher Geschlechtsverkehr;
- weitere Handlungen, deren Einzelheiten im Fiqh behandelt werden.
Das Fasten beginnt nicht erst beim Sonnenaufgang, sondern mit dem Eintritt der wahren Morgendämmerung.
Es endet, sobald die Sonne vollständig untergegangen ist.
Die innere Dimension des Fastens
Ein korrektes Fasten beschränkt sich nicht auf den Verzicht auf Nahrung.
Der Muslim soll ebenso fasten mit:
- seiner Zunge, indem er Lügen, Beleidigungen und üble Nachrede meidet;
- seinem Blick, indem er Verbotenes nicht betrachtet;
- seinem Gehör, indem er schädliche Inhalte meidet;
- seinem Verhalten, indem er Streit und Ungerechtigkeit vermeidet;
- seinem Herzen, indem er Aufrichtigkeit und Hoffnung auf Allah pflegt.
Das körperliche Fasten soll den gesamten Menschen erziehen.
Wer muss im Ramadan fasten?
Das Fasten im Ramadan ist grundsätzlich verpflichtend für einen Muslim, der:
- die Pubertät erreicht hat;
- zurechnungsfähig ist;
- körperlich zum Fasten in der Lage ist;
- keine anerkannte Entschuldigung besitzt.
Das Fasten gehört zu den fünf Säulen des Islam und besitzt eine zentrale Stellung in der religiösen Praxis.
Wer ist vom Fasten befreit?
Bestimmte Menschen können vorübergehend oder dauerhaft vom Fasten befreit sein.
Dazu gehören je nach Situation:
- Kranke;
- Reisende;
- Frauen während der Menstruation;
- Frauen während des Wochenflusses;
- Schwangere;
- Stillende;
- sehr alte Menschen;
- Menschen mit chronischen Erkrankungen.
Die Regeln zu Nachholen, Fidya und weiteren Verpflichtungen unterscheiden sich je nach Grund der Befreiung.
Mehr dazu finden Sie in unserem Artikel über die Regeln und Verbote des Ramadan-Fastens.
Ramadan und Krankheit
Ein kranker Mensch darf das Fasten unterbrechen oder aussetzen, wenn das Fasten:
- die Erkrankung verschlimmern könnte;
- die Genesung verzögert;
- eine erhebliche gesundheitliche Gefahr verursacht;
- die notwendige Medikamenteneinnahme verhindert.
Die Einschätzung sollte nach Möglichkeit auf medizinischer Beratung und zuverlässigem religiösem Wissen beruhen.
Der Islam verlangt nicht, den Körper durch das Fasten ernsthaft zu schädigen.
Fasten während der Schwangerschaft und Stillzeit
Schwangere und stillende Frauen können eine Erleichterung erhalten, wenn sie einen begründeten Schaden für sich oder das Kind befürchten.
Die Frage, ob nur nachgefastet werden muss oder zusätzlich eine Speisung erforderlich ist, wird von den Rechtsschulen unterschiedlich behandelt.
Deshalb ist es sinnvoll, sowohl medizinischen als auch qualifizierten islamischen Rat einzuholen.
Fasten während Menstruation und Wochenfluss
Frauen fasten während der Menstruation und des Wochenflusses nicht.
Die versäumten Fastentage werden später nachgeholt.
Die in dieser Zeit versäumten Gebete werden dagegen nicht nachgeholt.
Diese Regel ist eine religiöse Erleichterung und kein Zeichen spiritueller Minderwertigkeit.
Ramadan auf Reisen
Reisende können das Fasten unter bestimmten Voraussetzungen aussetzen und die Tage später nachholen.
Ob das Fasten oder das Nutzen der Erleichterung besser ist, hängt von der konkreten Belastung und den Umständen ab.
Der Reisende sollte weder sich selbst unnötig schaden noch religiöse Erleichterungen geringschätzen.
Wie wird der Beginn des Ramadan bestimmt?
Das Datum des Ramadan verändert sich jedes Jahr im gregorianischen Kalender, weil der islamische Kalender ein Mondkalender ist.
Ein islamischer Monat besitzt 29 oder 30 Tage.
Der Beginn des Ramadan wird traditionell bestimmt durch:
- die Sichtung der Mondsichel am Ende von Schaʿban;
- oder die Vollendung von Schaʿban mit 30 Tagen.
In der heutigen Praxis folgen Muslime häufig den Bekanntmachungen anerkannter religiöser Stellen ihres Landes oder ihrer Region.
Die Daten können sich aufgrund unterschiedlicher Sichtungsmethoden, geografischer Bedingungen oder religiöser Entscheidungen leicht unterscheiden.
Sollte man einer lokalen Ankündigung folgen?
Damit eine Gemeinschaft Ramadan und das Fest gemeinsam beginnen kann, ist es sinnvoll, einer zuverlässigen religiösen Autorität oder anerkannten Moschee zu folgen.
Unterschiede bei der Berechnung und Sichtung sollten nicht zu Beleidigungen, Spaltungen oder gegenseitigen Verdächtigungen führen.
Die spirituelle Bedeutung des Ramadan
Ramadan ist ein Monat der inneren Reinigung.
Der Gläubige lernt:
- seine Wünsche zu beherrschen;
- Ablenkungen zu reduzieren;
- Allah mehr Raum im Alltag zu geben;
- Wohltaten bewusster wahrzunehmen;
- Geduld zu entwickeln;
- die eigene Abhängigkeit von Allah zu erkennen.
Das Fasten erinnert an Wohltaten, die häufig als selbstverständlich betrachtet werden:
- Nahrung;
- Wasser;
- Gesundheit;
- Zeit;
- Sicherheit;
- Glaube.
Ramadan als Monat der Reue
Ramadan bietet die Gelegenheit, aufrichtig zu Allah zurückzukehren.
Reue bedeutet:
- eine Sünde zu verlassen;
- sie aufrichtig zu bereuen;
- die Absicht zu besitzen, nicht zu ihr zurückzukehren;
- die Rechte anderer Menschen wiederherzustellen, wenn sie verletzt wurden.
Der Ramadan kann ein neuer Anfang sein für jemanden, der:
- das Gebet vernachlässigt hat;
- den Koran lange nicht gelesen hat;
- eine schlechte Gewohnheit verlassen möchte;
- seine familiären Beziehungen verbessern will;
- Allah näherkommen möchte.
Wie bereitet man sich auf Ramadan vor?
Eine gute Vorbereitung sollte möglichst nicht erst am Vorabend des ersten Fastentages beginnen.
Je früher sich ein Muslim vorbereitet, desto ruhiger und strukturierter kann er in den Monat eintreten.
Zur Vorbereitung gehören:
- die Absicht erneuern;
- Allah darum bitten, Ramadan zu erreichen;
- aufrichtig bereuen;
- regelmäßig mit der Koranrezitation beginnen;
- schlechte Gewohnheiten reduzieren;
- den Schlafrhythmus organisieren;
- Gebetszeiten planen;
- Suhur und Iftar vorbereiten;
- Zeit für Tarawih einplanen;
- realistische Ziele setzen.
Ein kleines, beständiges Programm ist häufig besser als ein überladener Plan, der nach wenigen Tagen aufgegeben wird.
Realistische Ziele für Ramadan setzen
Ein persönlicher Ramadan-Plan kann beispielsweise enthalten:
- alle Pflichtgebete pünktlich verrichten;
- jeden Tag einige Seiten Koran lesen;
- regelmäßig Tarawih beten;
- täglich ein kurzes Bittgebet lernen;
- jede Woche Sadaqa geben;
- eine schlechte Gewohnheit gezielt reduzieren;
- Familienbeziehungen verbessern.
Die Ziele sollten zum persönlichen Alltag, Gesundheitszustand und Wissensstand passen.
Suhur: die Mahlzeit vor der Morgendämmerung
السحور Suhur ist die Mahlzeit vor Beginn des Fastens.
Sie gehört zu den empfohlenen Handlungen und enthält Baraka.
Es ist empfohlen, Suhur nicht unnötig sehr früh einzunehmen, sondern ihn in die Nähe der Morgendämmerung zu legen, ohne das Fasten zu gefährden.
Was sollte man beim Suhur essen?
Eine ausgewogene Mahlzeit kann enthalten:
- ausreichend Wasser;
- Eiweißquellen;
- Ballaststoffe;
- langsam verdauliche Kohlenhydrate;
- Obst oder Gemüse;
- eine angemessene Menge gesunder Fette.
Beispiele sind:
- Haferflocken mit Joghurt;
- Eier mit Vollkornbrot;
- Reis oder Kartoffeln mit Protein und Gemüse;
- Obst und Nüsse;
- Wasser und ungesüßter Tee.
Was sollte man beim Suhur vermeiden?
Sehr salzige, extrem süße oder stark verarbeitete Speisen können Durst und Müdigkeit verstärken.
Auch übermäßiger Koffeinkonsum kann den Schlaf und die Flüssigkeitsversorgung beeinträchtigen.
Iftar: das Fasten brechen
الإفطار Iftar bezeichnet das Fastenbrechen bei Sonnenuntergang.
Die Sunna ermutigt dazu, das Fasten nicht unnötig zu verzögern, sobald die Sonne untergegangen ist.
Der Prophet ﷺ brach das Fasten mit frischen oder getrockneten Datteln und, wenn diese nicht verfügbar waren, mit Wasser.
Wie bricht man das Fasten ausgewogen?
Ein sinnvoller Ablauf kann sein:
- das Fasten mit Wasser und einigen Datteln brechen;
- das Maghrib-Gebet verrichten;
- anschließend eine ausgewogene Mahlzeit essen;
- langsam essen;
- übermäßige Mengen vermeiden;
- über den Abend verteilt ausreichend trinken.
Ein sehr schweres Iftar kann zu Müdigkeit führen und Tarawih sowie Nachtgebete erschweren.
Bittgebet beim Fastenbrechen
Der Muslim kann beim Fastenbrechen Allah danken und um Annahme seines Fastens bitten.
Zu den überlieferten Formulierungen gehört:
ذَهَبَ الظَّمَأُ وَابْتَلَّتِ الْعُرُوقُ وَثَبَتَ الْأَجْرُ إِنْ شَاءَ اللَّهُ
Umschrift: Dhahaba z-zamaʾu wa-btallati l-ʿurūqu wa thabata l-ajru in shāʾa-llāh.
Bedeutung: „Der Durst ist verschwunden, die Adern sind befeuchtet und die Belohnung steht fest, so Allah will.“
Ausreichend trinken im Ramadan
Zwischen Iftar und Suhur sollte regelmäßig Wasser getrunken werden.
Es ist meist hilfreicher, die Flüssigkeit über mehrere Stunden zu verteilen, statt kurz vor der Morgendämmerung eine sehr große Menge zu trinken.
Menschen mit Nieren-, Herz- oder Stoffwechselerkrankungen sollten medizinischen Rat zur Flüssigkeitszufuhr einholen.
Die Tarawih-Gebete
التراويح Tarawih ist ein empfohlenes Nachtgebet im Ramadan.
Es wird nach dem Isha-Gebet verrichtet und gibt dem Gläubigen die Möglichkeit, die Nächte mit Gebet, Koran und Gedenken Allahs zu verbringen.
Tarawih ist nicht verpflichtend wie die fünf täglichen Gebete.
Sie kann verrichtet werden:
- in der Moschee;
- zu Hause;
- allein;
- mit der Familie;
- in Gemeinschaft.
Wie viele Rakʿat hat Tarawih?
In manchen Moscheen werden acht Rakʿat, in anderen zwanzig oder eine andere bekannte Anzahl verrichtet.
Diese Frage wurde unter Gelehrten unterschiedlich behandelt.
Entscheidend sind:
- Aufrichtigkeit;
- ruhiges Gebet;
- Respekt vor anerkannten Auffassungen;
- das Gebet entsprechend der eigenen Fähigkeit.
Die unterschiedlichen Praktiken sollten nicht zu Streit in der Moschee führen.
Qiyam al-Layl und Tahajjud
Zusätzlich zu Tarawih kann der Muslim insbesondere in den letzten Nächten des Ramadan freiwillige Nachtgebete verrichten.
Diese Gebete bieten eine wertvolle Gelegenheit für:
- lange Niederwerfungen;
- persönliche Duʿā;
- Reue;
- Koranrezitation;
- stille Nähe zu Allah.
Der Koran im Ramadan
Ramadan ist der ideale Monat, um die Beziehung zum Koran neu aufzubauen.
Jeder Muslim kann ein Ziel wählen, das seinem Niveau entspricht.
Mögliche Ziele sind:
- täglich einen Abschnitt lesen;
- einer korrekten Rezitation zuhören;
- bereits gelernte Suren wiederholen;
- einige Verse auswendig lernen;
- eine Übersetzung lesen;
- einen Tafsir studieren;
- grundlegendes Koranarabisch lernen.
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Muss man im Ramadan den gesamten Koran lesen?
Den gesamten Koran im Ramadan zu lesen ist eine schöne und verbreitete Praxis, aber keine Pflicht für jeden Muslim.
Wer langsam liest, neu angefangen hat oder wenig Zeit besitzt, kann ein kleineres realistisches Ziel setzen.
Eine aufmerksame tägliche Rezitation kann nützlicher sein als ein hastiges Lesen ohne Verständnis.
Den Koran verstehen und nicht nur lesen
Das Lesen des Korans sollte nach Möglichkeit mit Verständnis und Nachdenken verbunden werden.
Hilfreich sind:
- eine zuverlässige Übersetzung;
- ein verständlicher Tafsir;
- Notizen zu wichtigen Versen;
- das Lernen zentraler arabischer Wörter;
- eine praktische Lehre aus jeder Lektüre.
Laylat al-Qadr: die Nacht der Bestimmung
ليلة القدر Laylat al-Qadr ist die bedeutendste Nacht des Jahres.
Der Koran beschreibt sie als besser als tausend Monate.
Sie befindet sich in den letzten zehn Nächten des Ramadan, insbesondere in den ungeraden Nächten.
Der Muslim wird ermutigt, in dieser Zeit seine Anbetung zu verstärken durch:
- Gebet;
- Duʿā;
- Dhikr;
- Reue;
- Koranrezitation;
- Sadaqa.
Bittgebet für Laylat al-Qadr
Arabischer Text:
اللَّهُمَّ إِنَّكَ عَفُوٌّ تُحِبُّ الْعَفْوَ فَاعْفُ عَنِّي
Umschrift: Allāhumma innaka ʿafuwwun tuhibbu l-ʿafwa faʿfu ʿannī.
Bedeutung: „O Allah, Du bist Der Vergebende und liebst die Vergebung, so vergib mir.“
Dieses Bittgebet fasst die Bedeutung der Nacht zusammen: aufrichtig um Allahs Vergebung bitten und demütig zu Ihm zurückkehren.
Welche Nacht ist Laylat al-Qadr?
Das genaue Datum wurde nicht eindeutig festgelegt.
Deshalb sollen Muslime nicht nur eine einzige Nacht wählen, sondern sich möglichst in allen letzten zehn Nächten bemühen.
Besondere Aufmerksamkeit wird häufig den Nächten vor dem 21., 23., 25., 27. und 29. Ramadan geschenkt.
Iʿtikaf in den letzten zehn Nächten
Iʿtikaf bezeichnet den zeitweisen Rückzug in die Moschee mit der Absicht, sich der Anbetung Allahs zu widmen.
Er wird besonders in den letzten zehn Tagen des Ramadan praktiziert.
Die genauen Regeln zu Ort, Dauer und Voraussetzungen sollten anhand zuverlässiger Fiqh-Quellen gelernt werden.
Duʿā im Ramadan
Ramadan ist ein besonderer Monat für Bittgebete.
Der Muslim kann Allah bitten um:
- Vergebung;
- Rechtleitung;
- Heilung;
- erlaubte Versorgung;
- familiären Frieden;
- Standhaftigkeit;
- Annahme des Fastens;
- Gutes im Diesseits und Jenseits.
Es ist hilfreich, vor Ramadan eine persönliche Duʿā-Liste vorzubereiten.
Dhikr und Morgen- und Abendbittgebete
Neben Koran und Gebet kann der Muslim seine Zunge mit dem Gedenken Allahs beschäftigen.
Dazu gehören:
- Subhanallah;
- Alhamdulillah;
- Allahu Akbar;
- La ilaha illa-llah;
- Astaghfirullah;
- Segenswünsche für den Propheten ﷺ;
- die Morgen- und Abendadhkar.
Sadaqa und Großzügigkeit im Ramadan
Großzügigkeit besitzt im Ramadan eine besondere Bedeutung.
Der Muslim kann:
- Bedürftige finanziell unterstützen;
- Fastende speisen;
- Lebensmittel verteilen;
- Waisen unterstützen;
- Schulden erleichtern;
- Zeit und Wissen spenden;
- hilfsbedürftige Familien besuchen.
Auch eine kleine regelmäßige Spende kann wertvoll sein.
Zakat al-Fitr
Zakat al-Fitr ist eine verpflichtende Abgabe am Ende des Ramadan.
Sie soll vor dem Festgebet von Eid al-Fitr entrichtet werden.
Zu ihren Zielen gehören:
- den Fastenden von bestimmten Mängeln zu reinigen;
- Bedürftigen am Festtag zu helfen;
- die Freude von Eid in der Gemeinschaft zu verbreiten.
Die Höhe, Form und Art der Entrichtung werden von Gelehrten und lokalen religiösen Stellen festgelegt.
Muslime sollten sich rechtzeitig über die Regeln in ihrer Region informieren.
Der Unterschied zwischen Zakat al-Fitr und Zakat al-Mal
Zakat al-Fitr ist an das Ende des Ramadan gebunden und betrifft grundsätzlich muslimische Haushalte unter den bekannten Voraussetzungen.
Zakat al-Mal ist dagegen die jährliche Pflichtabgabe auf bestimmte Vermögensarten, wenn Nisab und weitere Bedingungen erfüllt sind.
Beide Abgaben dürfen nicht miteinander verwechselt werden.
Eid al-Fitr: das Ende des Ramadan
Eid al-Fitr markiert das Ende des Fastenmonats.
Es ist ein Tag der:
- Freude;
- Dankbarkeit;
- Gemeinschaft;
- familiären Begegnung;
- Erinnerung an Allah.
Der Gläubige dankt Allah dafür, dass Er ihm Fasten, Gebet und Koran ermöglicht hat.
Eid bedeutet jedoch nicht, alle im Ramadan aufgebauten Gewohnheiten sofort aufzugeben.
Das Eid-Gebet
Am Morgen von Eid versammeln sich Muslime zum Festgebet.
Zu den bekannten empfohlenen Handlungen gehören:
- Ghusl;
- saubere und gute Kleidung;
- vor dem Gebet einige Datteln essen;
- Takbir sprechen;
- einen anderen Rückweg wählen, wenn dies möglich ist;
- Familie und Gemeinschaft Freude bereiten.
Häufige Fehler während Ramadan
Manche Fehler können den spirituellen Nutzen des Monats beeinträchtigen.
Ramadan nur auf Essen reduzieren
Manche Familien beschäftigen sich übermäßig mit aufwendigen Mahlzeiten und verbringen weniger Zeit mit Gebet und Koran.
Eine gute Küche ist erlaubt, sollte aber nicht zum Mittelpunkt des Monats werden.
Pflichtgebete vernachlässigen
Tarawih und freiwillige Gebete ersetzen nicht die fünf Pflichtgebete.
Die Pflichtgebete besitzen immer Vorrang.
Die Nacht vollständig mit Unterhaltung verbringen
Serien, soziale Netzwerke und unnötige Gespräche können wertvolle Nächte verbrauchen.
Erholung ist notwendig, sollte aber nicht die gesamte spirituelle Routine verdrängen.
Übermäßiges Essen
Sehr große Mahlzeiten widersprechen dem Ziel von Selbstkontrolle und können Gesundheit und Gebet beeinträchtigen.
Schlechter Charakter beim Fasten
Hunger rechtfertigt keine Wut, Beleidigungen oder Ungerechtigkeit.
Das Fasten soll den Charakter verbessern.
Zu hohe Ziele setzen
Ein überladener Plan kann nach wenigen Tagen zu Erschöpfung und Aufgabe führen.
Beständige, realistische Ziele sind vorzuziehen.
Die letzten Nächte verpassen
Manche Menschen beginnen Ramadan sehr motiviert und werden ausgerechnet in den letzten zehn Nächten nachlässig.
Diese Nächte gehören jedoch zu den wertvollsten Zeiten des Monats.
Ramadan und Arbeit
Viele Muslime müssen während des Fastens arbeiten oder studieren.
Hilfreich sind:
- ausreichender Schlaf;
- ein ausgewogenes Suhur;
- gute Zeitplanung;
- schwere Aufgaben nach Möglichkeit zu geeigneten Zeiten erledigen;
- Pausen sinnvoll nutzen;
- unnötige nächtliche Aktivitäten reduzieren.
Der Muslim soll seine beruflichen Pflichten ehrlich erfüllen und zugleich seine religiösen Aufgaben organisieren.
Ramadan und Schlaf
Ein ungeordneter Schlafrhythmus kann zu starker Müdigkeit, Reizbarkeit und Konzentrationsproblemen führen.
Praktische Empfehlungen sind:
- nach Tarawih nicht unnötig lange wach bleiben;
- bei Bedarf einen kurzen Mittagsschlaf einplanen;
- Bildschirmzeit vor dem Schlafen reduzieren;
- den Schlaf nicht vollständig auf den Tag verlagern;
- Pflichtgebete nicht verschlafen.
Sport im Ramadan
Leichte bis moderate Bewegung kann für gesunde Menschen auch im Ramadan möglich sein.
Geeignete Zeiten können sein:
- kurz vor Iftar bei leichter Belastung;
- einige Stunden nach Iftar;
- am frühen Abend.
Intensive körperliche Aktivität sollte an Gesundheit, Temperatur und Fastendauer angepasst werden.
Menschen mit Erkrankungen sollten ärztlichen Rat einholen.
Ramadan für Kinder
Kinder müssen vor der Pubertät nicht verpflichtend fasten.
Sie können jedoch schrittweise und altersgerecht an den Ramadan herangeführt werden.
Mögliche Aktivitäten sind:
- die Bedeutung des Ramadan lernen;
- Koran hören;
- kurze Suren auswendig lernen;
- Duʿā sprechen;
- beim Iftar helfen;
- eine kleine Spende geben;
- für einige Stunden fasten, wenn es gesundheitlich geeignet ist.
Kinder dürfen nicht zu einem gesundheitlich schädlichen Fasten gezwungen werden.
Das Ziel besteht darin, ihnen Liebe zum Ramadan und zu Allahs Anbetung zu vermitteln.
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Ramadan in der Familie gestalten
Familien können gemeinsam eine positive Ramadan-Atmosphäre schaffen.
Dazu gehören:
- gemeinsames Iftar;
- Koranlesen;
- Familiengebet;
- gemeinsame Spendenprojekte;
- eine kurze tägliche islamische Lektion;
- weniger Bildschirmzeit;
- Aufgaben gerecht verteilen.
Die Last der Mahlzeiten sollte nicht vollständig auf einer einzigen Person liegen.
Neue Muslime im Ramadan
Für neue Muslime kann der erste Ramadan besonders schön, aber auch herausfordernd sein.
Sie müssen nicht sofort jede freiwillige Handlung vollständig beherrschen.
Die Prioritäten sind:
- das Fasten korrekt lernen;
- die Pflichtgebete verrichten;
- Gesundheit berücksichtigen;
- eine unterstützende Gemeinschaft suchen;
- Fragen an zuverlässige Personen stellen;
- sich nicht mit langjährig praktizierenden Muslimen vergleichen.
Wie bleibt man nach Ramadan standhaft?
Der Erfolg des Ramadan zeigt sich auch darin, was nach dem Monat bestehen bleibt.
Eine kleine dauerhafte Routine kann enthalten:
- Pflichtgebete pünktlich verrichten;
- täglich einige Verse lesen;
- Morgen- und Abendadhkar;
- regelmäßige Sadaqa;
- Montags und donnerstags oder an anderen empfohlenen Tagen freiwillig fasten;
- islamisches Wissen lernen;
- schlechte Gewohnheiten weiter reduzieren.
Es ist besser, eine kleine Handlung dauerhaft fortzusetzen, als nach Ramadan alles aufzugeben.
Die sechs Tage von Schawwal
Nach Ramadan können Muslime sechs Tage im Monat Schawwal freiwillig fasten.
Diese Tage können zusammenhängend oder getrennt gefastet werden.
Wer Pflichtfastentage nachholen muss, sollte die Reihenfolge und Absicht entsprechend der eigenen Rechtsschule klären.
Islam, Arabisch und Koran im Ramadan lernen
Ramadan ist eine wertvolle Gelegenheit, die Religion methodischer zu lernen.
Fasten, Gebet, Koran und Bittgebete erhalten mehr Bedeutung, wenn der Muslim ihre Regeln und Weisheiten versteht.
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Das Lesen des Korans im arabischen Original hilft dabei, der Rezitation besser zu folgen und die Aussprache im Gebet zu verbessern.
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Das Studium des Koranarabischen erleichtert das Verständnis von Versen, Bittgebeten und religiösem Wortschatz.
Weitere Inhalte über Fasten, Koran und muslimisches Leben finden Sie in unserer Kategorie Islam und Kultur.
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Häufig gestellte Fragen zum Ramadan
Was ist Ramadan im Islam?
Ramadan ist der neunte Monat des islamischen Kalenders und der Monat, in dem Muslime von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang fasten.
Warum fasten Muslime im Ramadan?
Muslime fasten, weil Allah das Fasten im Koran vorgeschrieben hat. Es soll Taqwa, Geduld, Selbstbeherrschung und Nähe zu Allah fördern.
Wann beginnt Ramadan?
Der Beginn wird nach dem islamischen Mondkalender durch die Mondsichtung oder die Bekanntmachung zuständiger religiöser Stellen bestimmt.
Wer muss im Ramadan fasten?
Das Fasten ist für einen pubertären, zurechnungsfähigen und körperlich fähigen Muslim verpflichtend, sofern keine anerkannte Entschuldigung vorliegt.
Was ist Suhur?
Suhur ist die Mahlzeit vor der Morgendämmerung. Sie ist empfohlen und enthält Baraka.
Was ist Iftar?
Iftar ist das Fastenbrechen bei Sonnenuntergang.
Ist Tarawih verpflichtend?
Nein. Tarawih ist ein besonders empfohlenes Nachtgebet, aber keine Pflicht.
Wie viele Rakʿat hat Tarawih?
Es bestehen anerkannte unterschiedliche Praktiken, darunter acht und zwanzig Rakʿat. Die Unterschiede sollten respektiert werden.
Was ist Laylat al-Qadr?
Laylat al-Qadr ist die Nacht der Bestimmung. Sie liegt in den letzten zehn Nächten des Ramadan und ist besser als tausend Monate.
Wann ist Laylat al-Qadr?
Das genaue Datum ist nicht sicher bekannt. Sie wird besonders in den ungeraden Nächten der letzten zehn Nächte gesucht.
Was ist Zakat al-Fitr?
Zakat al-Fitr ist eine verpflichtende Abgabe am Ende des Ramadan, die vor dem Eid-Gebet entrichtet wird.
Dürfen Kinder fasten?
Kinder vor der Pubertät sind nicht verpflichtet. Sie können altersgerecht und ohne gesundheitlichen Schaden schrittweise üben.
Darf man während einer Krankheit fasten?
Wenn das Fasten einen ernsthaften Schaden verursacht oder die Genesung verzögert, kann eine religiöse Erleichterung bestehen.
Was bricht das Fasten?
Zu den grundlegenden Dingen gehören absichtliches Essen, Trinken und ehelicher Geschlechtsverkehr während der Fastenzeit. Weitere Einzelheiten werden im Fiqh behandelt.
Wie kann man gute Gewohnheiten nach Ramadan behalten?
Eine kleine regelmäßige Routine aus Gebet, Koran, Dhikr, Sadaqa und religiösem Lernen hilft, die spirituelle Entwicklung fortzusetzen.
Fazit: Ramadan als Monat der Rückkehr zu Allah
Ramadan ist eine wertvolle Gelegenheit, zu Allah zurückzukehren, das Herz zu reinigen und das Leben neu zu ordnen.
Dieser gesegnete Monat vereint:
- Fasten;
- Gebet;
- Koran;
- Duʿā;
- Sadaqa;
- Geduld;
- Gemeinschaft.
Er lehrt den Gläubigen, seine Wünsche zu beherrschen, seine Zeit sinnvoller zu nutzen und bewusster mit Allah zu leben.
Der Erfolg des Ramadan wird nicht nur an den Tagen des Fastenmonats gemessen.
Er zeigt sich auch danach, wenn der Muslim:
- weiterhin betet;
- regelmäßig Koran liest;
- um Vergebung bittet;
- seine Religion lernt;
- seinen Charakter verbessert;
- gute Gewohnheiten bewahrt.
Ein angenommener Ramadan soll den Menschen nicht nur für einen Monat verändern, sondern ihm helfen, Allah das ganze Jahr über näher zu bleiben.
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