Der Verlust eines geliebten Menschen gehört zu den schmerzhaftesten Prüfungen, die ein Mensch erleben kann.
Im Islam ist das Aussprechen von Beileid nicht nur eine höfliche Geste. Es ist eine Form der Unterstützung, der Barmherzigkeit und der gemeinschaftlichen Solidarität.
Durch einfühlsame Worte, praktische Hilfe und Bittgebete können Muslime Trauernden Trost schenken und sie daran erinnern, dass Leben und Tod in Allahs Hand liegen.
Die islamische Kondolenz soll:
- den Schmerz der Familie erleichtern;
- Geduld und Hoffnung stärken;
- die verstorbene Person mit Duʿā bedenken;
- familiäre und gemeinschaftliche Beziehungen festigen;
- unangemessene oder verletzende Aussagen vermeiden.
In diesem Artikel erfahren Sie, was Taʿziya bedeutet, welche Worte beim Beileid geeignet sind, welche Bittgebete für Verstorbene gesprochen werden können und wie man Trauernde praktisch unterstützt.
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Das Wichtigste über Beileid im Islam
Islamisches Beileid beruht auf Mitgefühl, Geduld und Unterstützung.
Die wichtigsten Grundsätze sind:
- Trauernde sollen mit respektvollen und einfühlsamen Worten getröstet werden.
- Kurze aufrichtige Worte sind häufig besser als lange Erklärungen.
- Für muslimische Verstorbene wird um Vergebung und Barmherzigkeit gebetet.
- Praktische Hilfe kann wertvoller sein als viele Worte.
- Trauer darf nicht durch Vorwürfe oder unpassende religiöse Belehrungen verstärkt werden.
- Weinen und Trauer sind natürliche menschliche Reaktionen.
- Geduld bedeutet nicht, Gefühle zu unterdrücken.
- Die Familie des Verstorbenen soll nicht zusätzlich belastet werden.
Was bedeutet Taʿziya?
Das arabische Wort تعزية Taʿziya bezeichnet das Trösten und Unterstützen einer Person, die einen Angehörigen verloren hat.
Taʿziya kann erfolgen durch:
- ein persönliches Gespräch;
- einen Besuch;
- einen Telefonanruf;
- eine schriftliche Nachricht;
- eine Kondolenzkarte;
- praktische Unterstützung;
- Bittgebete.
Entscheidend ist nicht die Länge der Kondolenz, sondern ihre Aufrichtigkeit.
Ein kurzer Satz, der mit Mitgefühl ausgesprochen wird, kann für eine trauernde Person hilfreicher sein als eine lange Ansprache.
Warum sind Kondolenzen im Islam wichtig?
Der Islam fördert Mitgefühl und gegenseitige Hilfe in schwierigen Zeiten.
Der Prophet Muhammad ﷺ sagte sinngemäß:
„Wer einem Gläubigen eine Schwierigkeit dieser Welt erleichtert, dem wird Allah eine Schwierigkeit am Tag der Auferstehung erleichtern.“
Überliefert bei Muslim
Trauernde zu unterstützen gehört zu den Handlungen, durch die ein Muslim seinem Bruder oder seiner Schwester in einer schweren Prüfung beisteht.
Beileid kann helfen:
- das Gefühl der Einsamkeit zu verringern;
- die Familie emotional zu entlasten;
- praktische Schwierigkeiten zu bewältigen;
- Hoffnung und Geduld zu stärken;
- die Verbindung zur muslimischen Gemeinschaft zu bewahren.
Welche Worte kann man bei einem Todesfall sagen?
Es gibt keine einzige verpflichtende Kondolenzformel.
Man kann jede erlaubte, respektvolle und trostspendende Formulierung verwenden.
Inna lillahi wa inna ilayhi radschiʿun
Arabischer Text:
إِنَّا لِلَّهِ وَإِنَّا إِلَيْهِ رَاجِعُونَ
Umschrift: Innā li-llāhi wa innā ilayhi rādschiʿūn.
Bedeutung: „Wir gehören Allah, und zu Ihm kehren wir zurück.“
Diese koranische Aussage erinnert daran, dass der Mensch Allah gehört und dass jede Seele zu Ihm zurückkehrt.
Sie kann sowohl von der trauernden Person als auch von Menschen ausgesprochen werden, die ihr Beileid bekunden.
Ahsana-llahu ʿazaʾakum
Arabischer Text:
أَحْسَنَ اللَّهُ عَزَاءَكُمْ
Umschrift: Ahsana-llāhu ʿazāʾakum.
Bedeutung: „Möge Allah euch in eurer Trauer reichlich belohnen und euch Trost schenken.“
Für eine einzelne männliche Person kann gesagt werden:
Ahsana-llāhu ʿazāʾak.
Für eine einzelne weibliche Person:
Ahsana-llāhu ʿazāʾaki.
Weitere passende Worte
Auf Deutsch kann man beispielsweise sagen:
- „Möge Allah euch Geduld und Kraft schenken.“
- „Möge Allah dem Verstorbenen vergeben und sich seiner erbarmen.“
- „Ich denke an euch und bete für eure Familie.“
- „Möge Allah euren Verlust erleichtern und euch Trost schenken.“
- „Es tut mir sehr leid. Ich bin für euch da.“
Wichtig ist, keine komplizierte oder künstliche Sprache zu verwenden.
Eine vollständige islamische Kondolenzformel
Eine bekannte Kondolenzformulierung lautet sinngemäß:
Arabischer Text:
إِنَّ لِلَّهِ مَا أَخَذَ، وَلَهُ مَا أَعْطَى، وَكُلُّ شَيْءٍ عِنْدَهُ بِأَجَلٍ مُسَمًّى، فَلْتَصْبِرْ وَلْتَحْتَسِبْ
Umschrift: Inna li-llāhi mā akhadh, wa lahu mā aʿtā, wa kullu shayʾin ʿindahu bi-ajalin musammā, fal-tasbir wal-tahtasib.
Bedeutung: „Allah gehört, was Er genommen hat, und Ihm gehört, was Er gegeben hat. Alles besitzt bei Ihm eine bestimmte Frist. So sei geduldig und hoffe auf Allahs Belohnung.“
Diese Worte erinnern an Allahs Bestimmung, sollten jedoch mit Einfühlungsvermögen ausgesprochen werden.
Wie schreibt man eine Kondolenznachricht?
Eine schriftliche Nachricht kann kurz und persönlich sein.
Kurze islamische Kondolenznachricht
Innā li-llāhi wa innā ilayhi rādschiʿūn. Möge Allah dem Verstorbenen vergeben, sich seiner erbarmen und euch in dieser schweren Zeit Geduld und Kraft schenken.
Persönliche Kondolenznachricht
Es tut mir sehr leid, von eurem Verlust zu erfahren. Möge Allah euch Trost schenken, eure Herzen stärken und dem Verstorbenen Seine umfassende Barmherzigkeit gewähren. Ich bin für euch da, wenn ihr Unterstützung benötigt.
Kondolenznachricht für eine Familie
Innā li-llāhi wa innā ilayhi rādschiʿūn. Wir sprechen der gesamten Familie unser aufrichtiges Beileid aus. Möge Allah euren Angehörigen vergeben und euch Sabr, Zusammenhalt und Erleichterung schenken.
Wie sollte man Trauernden begegnen?
Trauernde Menschen reagieren unterschiedlich.
Manche möchten sprechen, andere benötigen Ruhe. Einige weinen offen, während andere ihre Gefühle kaum zeigen.
Hilfreiches Verhalten umfasst:
- ruhig und respektvoll zuhören;
- die Gefühle der Person nicht bewerten;
- keine Gespräche erzwingen;
- praktische Hilfe anbieten;
- die Privatsphäre respektieren;
- nach einigen Tagen erneut Kontakt aufnehmen.
Zuhören statt sofort Lösungen anbieten
Eine trauernde Person benötigt nicht immer Ratschläge.
Oft hilft es mehr, wenn jemand:
- anwesend bleibt;
- zuhört;
- Schweigen aushält;
- Erinnerungen zulässt;
- Mitgefühl ausdrückt.
Sätze wie „Du musst stark sein“ oder „Du solltest nicht so viel weinen“ können zusätzlichen Druck erzeugen.
Geduld bedeutet nicht, keine Trauer zu empfinden.
Welche Aussagen sollte man vermeiden?
Manche gut gemeinten Aussagen können verletzend sein.
Zu vermeiden sind beispielsweise:
- „Du musst darüber hinwegkommen.“
- „Andere haben es schlimmer.“
- „Warum weinst du noch?“
- „Die Person hat diese Krankheit selbst verursacht.“
- „Allah hat sie genommen, weil sie zu gut für diese Welt war.“
- „Es war bestimmt eine Strafe.“
- „Du solltest jetzt sofort dankbar sein.“
Niemand darf ohne Wissen behaupten, warum Allah eine bestimmte Prüfung zugelassen hat.
Ebenso sollten Schuldzuweisungen oder religiöse Urteile während der Trauer vermieden werden.
Geduld während der Trauer
Geduld wird auf Arabisch صبر Sabr genannt.
Sabr bedeutet nicht, keine Trauer oder Schmerzen zu verspüren.
Es bedeutet:
- Allah nicht ungerecht zu beschuldigen;
- die Hoffnung auf Seine Barmherzigkeit nicht zu verlieren;
- verbotene Reaktionen zu vermeiden;
- trotz des Schmerzes an Allah festzuhalten.
Der Prophet ﷺ lehrte, dass große Belohnung mit großen Prüfungen verbunden sein kann.
Diese Erinnerung kann Trost spenden, sollte aber nicht kalt oder belehrend ausgesprochen werden.
Darf man im Islam um einen Verstorbenen weinen?
Ja. Weinen ist eine natürliche menschliche Reaktion.
Der Prophet Muhammad ﷺ weinte selbst beim Verlust nahestehender Menschen.
Verboten sind dagegen bestimmte Formen des lauten Klageverhaltens, die mit Aussagen der Verzweiflung, Selbstverletzung oder Protest gegen Allahs Bestimmung verbunden sind.
Zwischen natürlicher Trauer und verbotener Totenklage muss unterschieden werden.
Duʿā für einen muslimischen Verstorbenen
Das Bittgebet für die verstorbene Person gehört zu den wertvollsten Handlungen.
Muslime bitten Allah um:
- Vergebung;
- Barmherzigkeit;
- Schutz vor Strafe;
- Erweiterung des Grabes;
- eine hohe Stellung im Jenseits;
- Aufnahme ins Paradies.
Bittgebet um Vergebung und Barmherzigkeit
Arabischer Text:
اللَّهُمَّ اغْفِرْ لَهُ وَارْحَمْهُ وَعَافِهِ وَاعْفُ عَنْهُ
Umschrift: Allāhumma-ghfir lahu, warhamhu, wa ʿāfihi, waʿfu ʿanhu.
Bedeutung: „O Allah, vergib ihm, erbarme Dich seiner, gewähre ihm Wohlergehen und verzeihe ihm.“
Für eine verstorbene Frau wird gesagt:
اللَّهُمَّ اغْفِرْ لَهَا وَارْحَمْهَا وَعَافِهَا وَاعْفُ عَنْهَا
Umschrift: Allāhumma-ghfir lahā, warhamhā, wa ʿāfihā, waʿfu ʿanhā.
Bittgebet um Schutz vor der Strafe des Feuers
Arabischer Text:
اللَّهُمَّ أَجِرْهُ مِنْ عَذَابِ النَّارِ
Umschrift: Allāhumma adschirhu min ʿadhābi n-nār.
Bedeutung: „O Allah, bewahre ihn vor der Strafe des Feuers.“
Umfassendes Bittgebet für den Verstorbenen
Arabischer Text:
اللَّهُمَّ اغْفِرْ لَهُ وَارْحَمْهُ، وَأَكْرِمْ نُزُلَهُ، وَوَسِّعْ مُدْخَلَهُ، وَاغْسِلْهُ بِالْمَاءِ وَالثَّلْجِ وَالْبَرَدِ
Umschrift: Allāhumma-ghfir lahu warhamhu, wa akrim nuzulahu, wa wassiʿ mudkhalahu, wa-ghsilhu bi-l-māʾi wa-th-thaldschi wa-l-barad.
Bedeutung: „O Allah, vergib ihm und erbarme Dich seiner. Bereite ihm eine ehrenvolle Aufnahme, erweitere seinen Eingang und wasche ihn mit Wasser, Schnee und Hagel.“
Duʿā für die trauernde Familie
Neben dem Bittgebet für die verstorbene Person kann man auch für die Angehörigen bitten.
Zum Beispiel:
Allāhumma-rzuqhum as-sabra wa-l-ihtisāb.
Bedeutung: „O Allah, schenke ihnen Geduld und die Hoffnung auf Deine Belohnung.“
Oder auf Deutsch:
„O Allah, stärke ihre Herzen, erleichtere ihre Trauer und schenke ihnen Geduld und Hoffnung.“
Praktische Hilfe für die Familie
Beileid sollte sich nicht nur auf Worte beschränken.
Die Familie kann in den ersten Tagen mit zahlreichen Aufgaben belastet sein.
Hilfreiche Unterstützung kann sein:
- Essen zubereiten;
- Einkäufe übernehmen;
- Kinder betreuen;
- Fahrten organisieren;
- bei administrativen Aufgaben helfen;
- Besucher koordinieren;
- ältere Familienmitglieder unterstützen.
Soll die Trauerfamilie Gäste bewirten?
Die Familie des Verstorbenen sollte nicht zusätzlich damit belastet werden, große Mahlzeiten für Besucher vorzubereiten.
Es ist vielmehr angemessen, dass Verwandte, Nachbarn und Freunde Essen für die Familie bereitstellen.
Kondolenzbesuche sollten nicht zu gesellschaftlichen Veranstaltungen werden, die hohe Kosten oder organisatorischen Druck verursachen.
Wie lange dauert eine Kondolenz?
Für eine Kondolenz gibt es keine Verpflichtung zu langen Treffen.
Ein Besuch kann kurz sein, besonders wenn viele Menschen kommen oder die Familie Ruhe benötigt.
Man kann auch einige Tage oder Wochen später erneut Kontakt aufnehmen.
Oft ist die Unterstützung nach der Beerdigung besonders wichtig, wenn die meisten Besucher bereits verschwunden sind.
Muss Taʿziya innerhalb von drei Tagen erfolgen?
In vielen muslimischen Gemeinschaften werden die ersten drei Tage besonders für Kondolenzbesuche genutzt.
Das bedeutet jedoch nicht, dass Trost und Unterstützung danach verboten wären.
Wer erst später vom Todesfall erfährt oder die Familie später besuchen kann, darf weiterhin Beileid aussprechen.
Es sollte jedoch vermieden werden, die Trauer jedes Mal unnötig neu aufzureißen.
Trauer im Islam
Trauer besitzt kein identisches Tempo für alle Menschen.
Manche können nach kurzer Zeit wieder alltägliche Aufgaben übernehmen, andere benötigen länger.
Trauer kann sich zeigen durch:
- Weinen;
- Schlafstörungen;
- weniger Appetit;
- Konzentrationsprobleme;
- starke Erinnerungen;
- Einsamkeit;
- körperliche Erschöpfung.
Solche Reaktionen können zunächst normal sein.
Wenn die Belastung sehr stark bleibt oder der Alltag dauerhaft nicht mehr bewältigt werden kann, kann professionelle psychologische Unterstützung hilfreich sein.
Trauer und psychische Gesundheit
Islamische Geduld widerspricht psychologischer Hilfe nicht.
Ein Muslim kann gleichzeitig:
- Duʿā machen;
- Koran lesen;
- mit seiner Familie sprechen;
- eine Beratungsstelle aufsuchen;
- psychotherapeutische Unterstützung erhalten.
Besonders wichtig ist schnelle Hilfe, wenn eine trauernde Person:
- Suizidgedanken äußert;
- sich selbst verletzt;
- vollständig isoliert;
- über längere Zeit nicht isst oder schläft;
- den Alltag nicht mehr bewältigen kann.
Wie spricht man mit Kindern über einen Todesfall?
Kinder benötigen klare, einfache und ehrliche Erklärungen.
Es ist besser, verständlich zu sagen, dass eine Person gestorben ist, statt nur unklare Ausdrücke wie „eingeschlafen“ zu verwenden.
Eltern und Angehörige können:
- altersgerecht erklären, was Tod bedeutet;
- Fragen zulassen;
- Gefühle ernst nehmen;
- für die verstorbene Person Duʿā machen;
- das Kind nicht zu einer bestimmten Trauerreaktion zwingen;
- Sicherheit und Tagesstruktur bewahren.
Was sagt man einem Kind, das einen Elternteil verloren hat?
Geeignete Worte sind beispielsweise:
- „Es ist in Ordnung, traurig zu sein.“
- „Du kannst jederzeit mit mir sprechen.“
- „Wir werden für deinen Vater oder deine Mutter Duʿā machen.“
- „Du bist nicht allein.“
- „Wir werden uns weiterhin um dich kümmern.“
Das Kind sollte keine Verantwortung für den Tod oder die Trauer der Erwachsenen übernehmen müssen.
Beileid gegenüber nichtmuslimischen Familien
Muslime dürfen nichtmuslimischen Angehörigen Mitgefühl ausdrücken und sie in einer schweren Zeit unterstützen.
Man kann beispielsweise sagen:
- „Mein aufrichtiges Beileid.“
- „Es tut mir sehr leid für Ihren Verlust.“
- „Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie viel Kraft.“
- „Ich bin für Sie da, wenn Sie Hilfe benötigen.“
Bei religiösen Bittgebeten für einen nichtmuslimischen Verstorbenen gelten andere Regeln als für einen muslimischen Verstorbenen.
Man kann jedoch für die lebenden Angehörigen um Trost, Rechtleitung und Erleichterung bitten.
Teilnahme an einer nichtmuslimischen Beerdigung
Die Frage der Teilnahme an einer nichtmuslimischen Trauerfeier wird nach Umständen und Art der Zeremonie differenziert beurteilt.
Ein Muslim sollte keine religiösen Handlungen durchführen, die dem Tawhid widersprechen.
Gleichzeitig können familiäre Pflichten, Nachbarschaft und menschliches Mitgefühl berücksichtigt werden.
Bei einem konkreten Fall ist eine qualifizierte islamische Beratung sinnvoll.
Welche Trauerpraktiken sollten vermieden werden?
Zu vermeiden sind Praktiken, die im Widerspruch zu islamischen Grundsätzen stehen.
Dazu gehören:
- die verstorbene Person um Hilfe bitten;
- laute Totenklage mit verbotenen Aussagen;
- Selbstverletzung;
- das Zerreißen von Kleidung aus Protest;
- übermäßige finanzielle Verschwendung;
- unbelegte Rituale als religiöse Pflicht behandeln;
- die Familie zu kostspieligen Veranstaltungen zwingen;
- Talismane und okkulte Handlungen.
Erinnerungen an die verstorbene Person
Es ist erlaubt, sich an gute Eigenschaften und schöne gemeinsame Erlebnisse zu erinnern.
Solche Erinnerungen können Trost spenden.
Dabei sollte man:
- die Privatsphäre respektieren;
- keine intimen Geheimnisse offenlegen;
- nicht übertreiben;
- keine religiöse Sicherheit über das endgültige Schicksal einer Person behaupten;
- für sie um Allahs Barmherzigkeit bitten.
Welche guten Taten kann man für Verstorbene tun?
Neben Duʿā können unter den bekannten islamischen Regeln weitere Handlungen vorgenommen werden.
Dazu gehören:
- Sadaqa in ihrem Namen;
- das Begleichen ihrer Schulden;
- die Erfüllung erlaubter Verpflichtungen;
- die Pflege der von ihnen geschätzten Familienbeziehungen;
- Haddsch unter den bekannten Voraussetzungen.
Diese Handlungen sollten aus zuverlässigen Quellen gelernt werden.
Die Rolle der muslimischen Gemeinschaft
Eine unterstützende Gemeinschaft begleitet die Familie nicht nur am Tag des Todes.
Sie kann langfristig helfen durch:
- regelmäßige Besuche;
- Unterstützung von Witwen und Waisen;
- finanzielle Hilfe;
- Einladungen und soziale Einbindung;
- Begleitung bei administrativen Aufgaben;
- Duʿā und religiöse Unterstützung.
Nach einigen Wochen kann die Einsamkeit für Trauernde besonders stark werden. Ein später Anruf oder Besuch kann deshalb sehr wertvoll sein.
Islamische Bestattungsregeln lernen
Taʿziya gehört zu einem umfassenderen Bereich islamischer Regeln über Krankheit, Tod, Totengebet und Bestattung.
Muslime sollten nach Möglichkeit grundlegende Kenntnisse erwerben über:
- den Umgang mit Sterbenden;
- die rituelle Waschung;
- das Totengebet;
- die Bestattung;
- Duʿā für Verstorbene;
- Trauer und Kondolenz.
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Weitere Inhalte über Trauer, Familie und muslimisches Leben finden Sie in unserer Kategorie Islam und Kultur.
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Häufig gestellte Fragen zum Beileid im Islam
Was sagt man bei einem Todesfall im Islam?
Man kann sagen: Innā li-llāhi wa innā ilayhi rādschiʿūn und Allah um Vergebung für den Verstorbenen sowie Geduld für die Familie bitten.
Was bedeutet Taʿziya?
Taʿziya bedeutet, eine trauernde Person zu trösten, ihr Beileid auszusprechen und sie zu unterstützen.
Welche Kondolenzformel ist auf Arabisch geeignet?
Eine bekannte Formulierung lautet: Ahsana-llāhu ʿazāʾakum, also: „Möge Allah euch in eurer Trauer reichlich belohnen und Trost schenken.“
Darf man bei einem Todesfall weinen?
Ja. Natürliches Weinen ist erlaubt. Verbotene Totenklage, Selbstverletzung und Aussagen des Protests gegen Allahs Bestimmung müssen vermieden werden.
Was kann man für einen Verstorbenen beten?
Man kann Allah um Vergebung, Barmherzigkeit, Schutz vor Strafe und eine hohe Stellung im Jenseits bitten.
Wie lange darf man Beileid aussprechen?
Beileid ist nicht ausschließlich auf einen festen Zeitraum begrenzt. Es sollte auf eine Weise erfolgen, die Trost bringt und die Trauer nicht unnötig erneuert.
Muss die Familie Besucher bewirten?
Nein. Es ist besser, wenn Verwandte und Nachbarn Essen für die trauernde Familie vorbereiten, statt sie zusätzlich zu belasten.
Was sollte man Trauernden nicht sagen?
Man sollte Schuldzuweisungen, harte religiöse Urteile, Vergleiche und Aussagen wie „Du musst darüber hinwegkommen“ vermeiden.
Darf man einem Nichtmuslim kondolieren?
Ja. Man darf Mitgefühl, Respekt und Unterstützung ausdrücken. Die Regeln zu Bittgebeten für den Verstorbenen unterscheiden sich jedoch.
Wie unterstützt man eine trauernde Familie praktisch?
Man kann Essen bringen, Kinder betreuen, Einkäufe erledigen, Fahrten übernehmen oder bei organisatorischen Aufgaben helfen.
Ist psychologische Hilfe bei Trauer erlaubt?
Ja. Psychologische oder therapeutische Unterstützung widerspricht weder Sabr noch Tawakkul.
Welche Sure kann bei Trauer Trost spenden?
Der gesamte Koran enthält Rechtleitung und Trost. Besonders häufig werden Verse über Geduld, Allahs Barmherzigkeit und die Rückkehr zu Ihm gelesen.
Fazit: Mitgefühl, Duʿā und Unterstützung in Zeiten der Trauer
Beileid im Islam ist mehr als eine gesellschaftliche Höflichkeit.
Es ist eine Form von Barmherzigkeit, Unterstützung und gemeinschaftlicher Verantwortung.
Eine gute Kondolenz verbindet:
- aufrichtige Worte;
- Duʿā für die verstorbene Person;
- Geduld und Hoffnung;
- respektvolles Zuhören;
- praktische Hilfe;
- Rücksicht auf die Bedürfnisse der Familie.
Trauernde benötigen nicht immer lange Ratschläge. Häufig helfen eine ruhige Anwesenheit, ein ehrliches Bittgebet und konkrete Unterstützung am meisten.
Durch respektvolle Kondolenzen stärken Muslime ihre Gemeinschaft und begleiten Menschen durch eine der schwersten Erfahrungen des Lebens.
Weitere authentische Bittgebete finden Sie in unserem Artikel über Duʿā für Verstorbene im Islam.
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