Die Regeln des Nūn Sākina und des Tanwīn gehören zu den grundlegenden Regeln des Tajwīd. Sie helfen dabei, den Koran genauer, flüssiger und unter Beachtung der richtigen Aussprache zu rezitieren.
Das Nūn Sākina نْ und der Tanwīn sind miteinander verbunden, weil der Tanwīn beim Sprechen einen Laut erzeugt, der dem Nūn Sākina ähnelt. Deshalb gelten für beide dieselben Regeln, wenn ein bestimmter Buchstabe auf sie folgt.
In diesem Artikel behandeln wir die vier Hauptregeln: Iẓhār, Idghām, Iqlāb und Ikhfā. Für eine ausführliche Erklärung der Assimilation lesen Sie unseren Artikel: Idghām im Tajwīd.
Was ist Nūn Sākina?
Das Nūn Sākina ist der Buchstabe ن mit einem Sukūn: نْ. Es kann in der Mitte oder am Ende eines Wortes vorkommen. Seine Aussprache hängt von dem Buchstaben ab, der danach folgt.
Was ist Tanwīn?
Der Tanwīn ist ein Zeichen, das am Ende bestimmter Wörter steht. Er entspricht einem kurzen Vokal, gefolgt von einem nasalen Laut, der dem Buchstaben Nūn ähnelt.
Es gibt drei Hauptformen:
- ـٌ: der Laut un, wie in كِتَابٌ;
- ـً: der Laut an, wie in كِتَابًا;
- ـٍ: der Laut in, wie in كِتَابٍ.
Warum gelten für Nūn Sākina und Tanwīn dieselben Regeln?
Der Tanwīn enthält den Buchstaben ن nicht in der Schrift, erzeugt beim Sprechen jedoch einen Laut, der dem Nūn Sākina ähnelt. Wenn auf diesen Laut ein anderer Buchstabe folgt, kann sich die Aussprache entsprechend den Tajwīd-Regeln verändern.
Übersicht der Regeln für Nūn Sākina und Tanwīn
| Regel | Arabischer Name | Betroffene Buchstaben | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| Klare Aussprache | الإظهار | ء ه ع ح غ خ | Der Laut wird klar ausgesprochen. |
| Assimilation | الإدغام | ي ر م ل و ن | Der Laut geht in den folgenden Buchstaben über. |
| Umwandlung | الإقلاب | ب | Der Laut wird zu einem Mīm-ähnlichen Laut mit Ghunna. |
| Verbergung | الإخفاء | ت ث ج د ذ ز س ش ص ض ط ظ ف ق ك | Der Laut wird mit Ghunna verborgen ausgesprochen. |
1. Iẓhār – die klare Aussprache
Iẓhār wird angewendet, wenn auf Nūn Sākina oder Tanwīn einer der sechs Kehllaute folgt:
ء ه ع ح غ خ
In diesem Fall wird der Laut des Nūn oder Tanwīn klar ausgesprochen, ohne Assimilation und ohne verlängerte Nasalierung.
Beispiele für Iẓhār
| Beispiel | Sure / Vers |
|---|---|
| فَصَلِّ لِرَبِّكَ وَانْحَرْ | 108/2 |
| نَارٌ حَامِيَةٌ | 101/11 |
| سَلَامٌ هِيَ حَتَّىٰ | 97/5 |
2. Idghām – die Assimilation
Idghām wird angewendet, wenn auf Nūn Sākina oder Tanwīn einer der folgenden sechs Buchstaben folgt:
ي ر م ل و ن
Diese Buchstaben werden im Wort يَرْمَلُونَ zusammengefasst. Es gibt zwei Arten des Idghām: mit Ghunna und ohne Ghunna.
Idghām mit Ghunna
Die Buchstaben des Idghām mit Ghunna sind:
ي ن م و
Audio-Beispiel:
وَمَا أَنزَلَ اللَّـهُ مِنَ السَّمَاءِ مِن مَّاءٍ فَأَحْيَا بِهِ الْأَرْضَ
Idghām ohne Ghunna
Die Buchstaben des Idghām ohne Ghunna sind:
ل ر
In diesem Fall geht der Laut ohne Nasalierung in den folgenden Buchstaben über.
Für eine vertiefte Erklärung dieser Regel und ihrer fortgeschrittenen Formen lesen Sie unseren vollständigen Artikel: Idghām im Tajwīd: Assimilation mit oder ohne Ghunna.
3. Iqlāb – die Umwandlung
Iqlāb wird angewendet, wenn auf Nūn Sākina oder Tanwīn der Buchstabe Bā folgt:
ب
In diesem Fall wird der Laut des Nūn oder Tanwīn in einen Mīm-ähnlichen Laut mit Ghunna umgewandelt.
| Beispiel | Sure / Vers |
|---|---|
| إِلَّا مِن بَعْدِ | 98/4 |
| لَيُنبَذَنَّ | 104/4 |
4. Ikhfā – die Verbergung
Ikhfā wird angewendet, wenn auf Nūn Sākina oder Tanwīn einer der folgenden fünfzehn Buchstaben folgt:
ت ث ج د ذ ز س ش ص ض ط ظ ف ق ك
Der Laut wird dann mit Ghunna verborgen ausgesprochen. Er wird weder so klar ausgesprochen wie beim Iẓhār noch vollständig assimiliert wie beim Idghām.
Audio-Beispiel:
إِنَّا أَنزَلْنَاهُ فِي لَيْلَةِ الْقَدْرِ
Wie kann man sich diese Regeln merken?
- Iẓhār: die sechs Kehllaute: ء ه ع ح غ خ.
- Idghām: die Buchstaben aus يَرْمَلُونَ.
- Iqlāb: nur der Buchstabe ب.
- Ikhfā: die fünfzehn übrigen Buchstaben.
Häufige Fehler
- Alle Nūn Sākina gleich auszusprechen.
- Die Tanwīn-Laute un, an und in zu verwechseln.
- Die Ghunna beim Idghām mit Ghunna zu vergessen.
- Iqlāb und Ikhfā zu verwechseln.
- Das Nūn klar auszusprechen, obwohl es verborgen werden muss.
- Nur die Theorie zu lernen, ohne mündliche Korrektur.
Diese Regeln mit einer Lehrkraft lernen
Diese Regeln sind leicht zu verstehen, erfordern aber Übung, um richtig angewendet zu werden. Eine Lehrkraft hilft dem Schüler, die jeweilige Regel zu erkennen, die Ghunna zu korrigieren und die Flüssigkeit der Rezitation zu verbessern.
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FAQ – Nūn Sākina und Tanwīn
Welche Regeln gelten für Nūn Sākina und Tanwīn?
Die vier Regeln sind Iẓhār, Idghām, Iqlāb und Ikhfā.
Was ist der Unterschied zwischen Nūn Sākina und Tanwīn?
Nūn Sākina ist ein Nūn mit Sukūn. Tanwīn ist ein Zeichen am Wortende, das einen Laut erzeugt, der dem Nūn ähnelt.
Welche Buchstaben gehören zum Idghām?
Die Buchstaben sind: ي ر م ل و ن.
Fazit
Die Regeln des Nūn Sākina und Tanwīn sind unverzichtbar, um im Tajwīd Fortschritte zu machen. Sie zeigen, wann der Laut des Nūn oder Tanwīn klar ausgesprochen, assimiliert, umgewandelt oder verborgen werden muss.
Durch Zuhören, Beispiele und mündliche Korrektur kann der Schüler diese Regeln schrittweise in seiner Koranrezitation anwenden.
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