Einleitung
In den vorherigen Lektionen haben wir gelernt, dass jeder arabische Buchstabe bestimmte Eigenschaften besitzt. Diese Buchstabeneigenschaften werden im Tajwid als صِفَاتُ الْحُرُوفِ bezeichnet.
Sie werden in zwei Hauptgruppen unterteilt:
- Eigenschaften mit einer entgegengesetzten Eigenschaft;
- Eigenschaften ohne entgegengesetzte Eigenschaft.
Nachdem wir die grundlegenden Artikulationsstellen der arabischen Buchstaben und die komplementären Eigenschaften behandelt haben, widmen wir uns nun den Eigenschaften ohne Gegensatz.
In der verbreiteten Tajwid-Systematik werden sieben dieser Eigenschaften genannt:
- der Pfeiflaut – الصَّفِيرُ;
- der zurückspringende Klang – القَلْقَلَةُ;
- die Weichheit – اللِّينُ;
- die Abweichung des Lautweges – الاِنْحِرَافُ;
- die natürliche Vibration – التَّكْرِيرُ;
- die Ausbreitung des Klangs – التَّفَشِّي;
- die Verlängerung des Artikulationsweges – الاِسْتِطَالَةُ.
1. Der Pfeiflaut – الصَّفِيرُ
Definition: Ṣafīr bezeichnet einen scharfen, pfeifenden Laut, der bei der Aussprache bestimmter Buchstaben entsteht. Er kann an das Pfeifen eines Vogels oder an ein feines Summen erinnern.
Diese Eigenschaft gehört dauerhaft zu den betreffenden Buchstaben, unabhängig davon, welchen Vokal sie tragen. Besonders deutlich ist sie jedoch bei einem Buchstaben mit Sukūn.
Ṣafīr kommt bei drei Buchstaben vor:
ص – س – ز
Unterschiede zwischen den drei Ṣafīr-Buchstaben
- س besitzt einen leichten und hellen Pfeiflaut.
- ز besitzt zusätzlich die Eigenschaft des Dschahr und klingt daher stimmhafter.
- ص wird mit Tafkhīm ausgesprochen und besitzt dadurch einen volleren, schwereren Pfeiflaut.
Beispiele für Ṣafīr
| Buchstabe | Koranausschnitt | Sure und Vers |
|---|---|---|
| زْ | وَوَضَعْنَا عَنكَ وِزْرَكَ |
Aš-Šarḥ 94:2 |
| زَ | هُمَزَةٍ لُّمَزَةٍ |
Al-Humazah 104:1 |
| زِ | ثَقُلَتْ مَوَازِينُهُ |
Al-Qāriʿah 101:6 |
| زُ | حَتَّىٰ زُرْتُمُ الْمَقَابِرَ |
At-Takāṯur 102:2 |
| سْ | عَلَىٰ طَعَامِ الْمِسْكِينِ |
Al-Māʿūn 107:3 |
| سَ | وَمَا كَسَبَ |
Al-Masad 111:2 |
| سِ | مِّن سِجِّيلٍ |
Al-Fīl 105:4 |
| سُ | الَّذِي يُوَسْوِسُ |
An-Nās 114:5 |
| صْ | سَيَصْلَىٰ نَارًا ذَاتَ لَهَبٍ |
Al-Masad 111:3 |
| صَ | اللَّهُ الصَّمَدُ |
Al-Iḫlāṣ 112:2 |
| صِ | وَحُصِّلَ مَا |
Al-ʿĀdiyāt 100:10 |
| صُ | فِي صُدُورِ النَّاسِ |
An-Nās 114:5 |
Häufige Fehler beim Ṣafīr
- den Pfeiflaut vollständig zu unterdrücken;
- ihn künstlich zu übertreiben;
- س und ص gleich klingen zu lassen;
- ز stimmlos wie س auszusprechen;
- bei ص die Tafkhīm-Eigenschaft zu verlieren.
2. Der zurückspringende Klang – القَلْقَلَةُ
Definition: Qalqala bezeichnet das hörbare Zurückspringen oder Lösen des Klangs bei bestimmten Buchstaben, wenn diese einen Sukūn tragen.
Die Qalqala-Buchstaben werden im bekannten Merksatz zusammengefasst:
قُطْبُ جَدٍّ
Es handelt sich um:
ق – ط – ب – ج – د
Diese Buchstaben verbinden die Eigenschaften Dschahr und Schidda. Der Luft- und Klangstrom wird zunächst an der Artikulationsstelle festgehalten. Durch das anschließende Lösen entsteht der charakteristische Qalqala-Klang.
Qalqala darf jedoch nicht als zusätzlicher vollständiger Vokal ausgesprochen werden. Ein Buchstabe mit Sukūn soll weder eine Fatha, Kasra noch Damma erhalten.
Wann tritt Qalqala auf?
Qalqala wird ausgeführt, wenn einer der fünf Buchstaben:
- einen ursprünglichen Sukūn trägt;
- oder durch das Anhalten am Wortende einen vorübergehenden Sukūn erhält.
Auch bei einer Schadda ist Qalqala vorhanden, weil der erste der beiden verdoppelten Buchstaben sākin ist. Besonders deutlich wird sie, wenn auf einem solchen Buchstaben angehalten wird.
A. Kleine Qalqala – قَلْقَلَةٌ صُغْرَى
Die kleine Qalqala tritt auf, wenn der Qalqala-Buchstabe innerhalb eines Wortes einen ursprünglichen Sukūn trägt und die Rezitation fortgesetzt wird.
Beispiel:
هُوَ الْأَبْتَرُ
Das Bāʾ in الْأَبْتَرُ trägt Sukūn. Der Klang springt leicht von seiner Artikulationsstelle zurück.
B. Große Qalqala – قَلْقَلَةٌ كُبْرَى
Die große Qalqala tritt auf, wenn auf einem Qalqala-Buchstaben am Wortende angehalten wird. Der zurückspringende Klang ist dann deutlicher als bei der kleinen Qalqala.
Beispiel:
مَا أَعْبُدُ
Beim Anhalten auf أَعْبُدْ erhält das Dāl einen vorübergehenden Sukūn und wird mit deutlicher Qalqala gesprochen.
C. Besonders starke Qalqala
Einige Tajwid-Lehrwerke unterscheiden zusätzlich eine besonders starke Form, wenn auf einem Qalqala-Buchstaben mit Schadda angehalten wird.
Beispiele sind:
- الْحَقّ beim Anhalten;
- وَتَبّ beim Anhalten.
Die Qalqala ist dabei deutlich, darf aber weiterhin keinen zusätzlichen Vokal erzeugen.
Beispiele für Qalqala
| Buchstabe | Koranausschnitt | Sure und Vers |
|---|---|---|
| قْ | فَأَثَرْنَ بِهِ نَقْعًا |
Al-ʿĀdiyāt 100:4 |
| طْ | الَّذِي أَطْعَمَهُم |
Quraiš 106:4 |
| بْ | حَبْلٌ مِّن مَّسَدٍ |
Al-Masad 111:5 |
| جْ | أَلَمْ يَجْعَلْ |
Al-Fīl 105:2 |
| دْ | يَدْخُلُونَ فِي دِينِ اللَّهِ |
An-Naṣr 110:2 |
Häufige Fehler bei der Qalqala
- nach dem Buchstaben eine Fatha hinzuzufügen;
- den Klang wie ein „a“, „i“ oder „u“ auszusprechen;
- die Qalqala bei einem vokalisierten Buchstaben anzuwenden;
- die kleine Qalqala zu stark auszuführen;
- die große Qalqala beim Waqf kaum hörbar zu machen;
- den Buchstaben von seiner eigentlichen Artikulationsstelle zu lösen.
3. Die Weichheit – اللِّينُ
Definition: Līn bezeichnet die leichte und mühelose Aussprache eines Wāw oder Yāʾ mit Sukūn, wenn ihm eine Fatha vorausgeht.
Die beiden Līn-Verbindungen sind:
ـَوْ – ـَيْ
Beispiele:
- خَوْف;
- بَيْت;
- قُرَيْش;
- الْكَوْثَر.
Die Eigenschaft Līn selbst besitzt keine festgelegte Dehnungsdauer von zwei Zähleinheiten. Beim verbundenen Lesen werden Wāw und Yāʾ lediglich weich und fließend ausgesprochen.
Eine Verlängerung von zwei, vier oder sechs Zähleinheiten kann erst beim Anhalten entstehen, wenn die Regel des مَدِّ اللِّينِ vorliegt.
Beispiele für Līn
| Verbindung | Koranausschnitt | Sure und Vers |
|---|---|---|
| ـَيْ | وَرَأَيْتَ النَّاسَ |
An-Naṣr 110:2 |
| ـَوْ | وَآمَنَهُم مِّنْ خَوْفٍ |
Quraiš 106:4 |
| ـَيْ | إِنَّا أَعْطَيْنَاكَ |
Al-Kauṯar 108:1 |
| ـَوْ | الْكَوْثَرَ |
Al-Kauṯar 108:1 |
Unterschied zwischen Līn und Madd
| Merkmal | Līn-Buchstabe | Madd-Buchstabe |
|---|---|---|
| Buchstabe | وْ oder يْ | ا, وْ oder يْ |
| Vorausgehender Vokal | Fatha | Fatha vor Alif, Damma vor Wāw, Kasra vor Yāʾ |
| Klang | weich und gleitend | natürliche Dehnung |
| Beim Waṣl | keine zusätzliche Dehnung | grundsätzlich zwei Zähleinheiten |
4. Die Abweichung des Lautweges – الاِنْحِرَافُ
Definition: Inḥirāf bedeutet, dass der Klang bei der Artikulation leicht von seinem ursprünglichen Weg abweicht und sich zu einer benachbarten Artikulationsstelle bewegt.
Diese Eigenschaft findet sich bei zwei Buchstaben:
ل – ر
Inḥirāf beim Lām
Beim Lām fließt der Klang entlang der Zungenränder und weicht in Richtung der Artikulationsstelle des Rāʾ ab.
Inḥirāf beim Rāʾ
Beim Rāʾ verläuft der Klang leicht in Richtung der Artikulationsstelle des Lām.
Diese Eigenschaft darf nicht künstlich erzeugt oder übertrieben werden. Sie ist ein natürlicher Bestandteil der korrekten Artikulation.
Beispiele für Inḥirāf
| Buchstabe | Koranausschnitt | Sure und Vers |
|---|---|---|
| ل | إِذَا زُلْزِلَتِ |
Az-Zalzalah 99:1 |
| ر | وَأَرْسَلَ عَلَيْهِمْ |
Al-Fīl 105:3 |
| ل | إِذَا جَاءَ نَصْرُ اللَّهِ وَالْفَتْحُ |
An-Naṣr 110:1 |
| ر | تَرْمِيهِم |
Al-Fīl 105:4 |
5. Die natürliche Vibration – التَّكْرِيرُ
Definition: Takrīr bezeichnet die natürliche Neigung der Zungenspitze, bei der Aussprache des Rāʾ leicht zu vibrieren.
Diese Eigenschaft betrifft ausschließlich den Buchstaben:
ر
Das Ziel besteht nicht darin, das Rāʾ mehrfach zu rollen. Vielmehr muss der Leser die natürliche Vibrationsfähigkeit der Zunge kontrollieren, sodass nur ein klares einzelnes Rāʾ entsteht.
Bei einem Rāʾ mit Schadda werden zwei Rāʾ-Bestandteile ausgesprochen, jedoch ohne übertriebene zusätzliche Wiederholungen.
Beispiele für Takrīr
| Form | Koranausschnitt | Sure und Vers |
|---|---|---|
| رْ | أَلَمْ نَجْعَلِ الْأَرْضَ مِهَادًا |
An-Nabaʾ 78:6 |
| رَ | وَجَعَلْنَا النَّهَارَ مَعَاشًا |
An-Nabaʾ 78:11 |
| رِ | لِّنُخْرِجَ بِهِ حَبًّا وَنَبَاتًا |
An-Nabaʾ 78:15 |
| رُ | يَوْمَ يَقُومُ الرُّوحُ |
An-Nabaʾ 78:38 |
Häufige Fehler beim Rāʾ
- das Rāʾ mehrfach wie ein stark gerolltes spanisches R auszusprechen;
- die Zungenspitze zu lange an der Artikulationsstelle zu halten;
- bei einem sākin-Rāʾ einen zusätzlichen Vokal einzufügen;
- aus Angst vor der Wiederholung das Rāʾ zu schwach auszusprechen;
- ein Rāʾ mit Schadda wie ein einfaches Rāʾ zu lesen.
6. Die Ausbreitung des Klangs – التَّفَشِّي
Definition: Tafaššī bezeichnet die Ausbreitung des Schīn-Lautes im Mundraum, bis sich der Luftstrom weit über den Gaumen verteilt.
Diese Eigenschaft gehört ausschließlich zum Buchstaben:
ش
Tafaššī ist bei jeder Vokalisierung des Schīn vorhanden. Bei einem Schīn mit Sukūn oder Schadda ist die Ausbreitung besonders deutlich wahrnehmbar.
Der Klang darf weder zu eng noch künstlich übermäßig breit ausgesprochen werden.
Beispiele für Tafaššī
| Form | Koranausschnitt | Sure und Vers |
|---|---|---|
| شْ | يَشْهَدُهُ الْمُقَرَّبُونَ |
Al-Muṭaffifīn 83:21 |
| شَ | وَإِذَا الْعِشَارُ عُطِّلَتْ |
At-Takwīr 81:4 |
| شِ | حُشِرَتْ |
At-Takwīr 81:5 |
| شُ | وَإِذَا الْوُحُوشُ حُشِرَتْ |
At-Takwīr 81:5 |
Unterschied zwischen Tafaššī und Ṣafīr
Tafaššī und Ṣafīr dürfen nicht miteinander verwechselt werden:
- Ṣafīr ist ein konzentrierter Pfeiflaut bei ص, س und ز.
- Tafaššī ist die breite Ausbreitung des Schīn-Lautes im Mundraum.
7. Die Verlängerung des Artikulationsweges – الاِسْتِطَالَةُ
Definition: Istiṭālah bezeichnet die Ausdehnung des Klangs entlang eines Zungenrandes vom hinteren Bereich bis zur Artikulationsstelle des Lām.
Diese Eigenschaft gehört ausschließlich zum Buchstaben:
ض
Der Klang des Ḍād bewegt sich während seiner Aussprache entlang des Zungenrandes. Dadurch erhält der Buchstabe seine besondere Breite und zeitliche Ausdehnung.
Istiṭālah gehört grundsätzlich zur Natur des Ḍād und ist nicht ausschließlich auf Sukūn oder Schadda beschränkt. Bei einem Ḍād mit Sukūn oder Schadda ist sie jedoch meist deutlicher zu hören.
Diese Eigenschaft darf nicht mit Madd verwechselt werden. Das Ḍād wird nicht in einer festgelegten Anzahl von Zähleinheiten gedehnt.
Beispiele für Istiṭālah
| Form | Koranausschnitt | Sure und Vers |
|---|---|---|
| ضَّ | وَلَا الضَّالِّينَ |
Al-Fātiḥa 1:7 |
| ضْ | كَيْدَهُمْ فِي تَضْلِيلٍ |
Al-Fīl 105:2 |
Häufige Fehler beim Ḍād
- das Ḍād wie ظ auszusprechen;
- es wie ein gewöhnliches D oder Z zu lesen;
- nur die Zungenspitze statt des Zungenrandes zu verwenden;
- die Istiṭālah künstlich zu verlängern;
- den Klang aus der Artikulationsstelle des Lām hervorzubringen;
- die Tafkhīm-Eigenschaft des Ḍād zu verlieren.
Übersicht der sieben Eigenschaften ohne Gegensatz
| Eigenschaft | Bedeutung | Buchstaben |
|---|---|---|
| الصَّفِيرُ | Pfeifender Klang | ص س ز |
| القَلْقَلَةُ | Zurückspringender Klang bei Sukūn | ق ط ب ج د |
| اللِّينُ | Weiche Aussprache | وْ يْ nach Fatha |
| الاِنْحِرَافُ | Abweichung des Lautweges | ل ر |
| التَّكْرِيرُ | Natürliche Vibrationsneigung | ر |
| التَّفَشِّي | Ausbreitung des Klangs im Mundraum | ش |
| الاِسْتِطَالَةُ | Verlängerung des Artikulationsweges | ض |
Warum sind diese Eigenschaften wichtig?
Die Artikulationsstelle allein reicht nicht aus, um einen arabischen Buchstaben korrekt auszusprechen. Mehrere Buchstaben können nahe beieinanderliegende Makharij besitzen und werden erst durch ihre Eigenschaften eindeutig voneinander unterschieden.
Beispiele:
- س und ص besitzen beide Ṣafīr, unterscheiden sich jedoch durch Tafkhīm und Tarqīq.
- د und ت liegen artikulatorisch nahe beieinander, aber nur د gehört zu den Qalqala-Buchstaben.
- ض wird durch Istiṭālah von anderen emphatischen Buchstaben unterschieden.
- ش besitzt Tafaššī, während س Ṣafīr besitzt.
Wie kann man die Buchstabeneigenschaften üben?
Eine wirksame Übungsmethode besteht aus mehreren Schritten:
- den Buchstaben isoliert aussprechen;
- seine Artikulationsstelle kontrollieren;
- die betreffende Eigenschaft bewusst wahrnehmen;
- den Buchstaben mit Fatha, Kasra, Damma und Sukūn üben;
- ihn in koranischen Wörtern lesen;
- ähnliche Buchstaben direkt miteinander vergleichen;
- die Aussprache von einer qualifizierten Lehrkraft korrigieren lassen.
Beispielsweise können für Ṣafīr folgende Formen verglichen werden:
سْ – زْ – صْ
Für Qalqala eignen sich:
أَقْ – أَطْ – أَبْ – أَجْ – أَدْ
Die Eigenschaften mit einer Lehrkraft lernen
Die Ṣifāt sind in erster Linie hör- und fühlbare Eigenschaften. Eine schriftliche Definition kann die Theorie erklären, aber nicht zuverlässig zeigen, ob der Klang korrekt ausgeführt wird.
Eine qualifizierte Tajwid-Lehrkraft kann überprüfen:
- ob der Ṣafīr deutlich, aber nicht übertrieben ist;
- ob die Qalqala ohne zusätzlichen Vokal ausgesprochen wird;
- ob Līn und Madd unterschieden werden;
- ob das Rāʾ zu stark gerollt wird;
- ob der Schīn-Laut sich richtig ausbreitet;
- ob das Ḍād tatsächlich mit dem Zungenrand artikuliert wird.
Mit unseren Online-Tajwidkursen können Sie die Eigenschaften der arabischen Buchstaben Schritt für Schritt erlernen und Ihre Aussprache korrigieren lassen.
Buchen Sie Ihre kostenlose 30-minütige Probestunde
Anmeldeformular
FAQ: Eigenschaften ohne Gegensatz
Wie viele Eigenschaften ohne Gegensatz gibt es?
In der verbreiteten Tajwid-Systematik werden sieben Eigenschaften genannt: Ṣafīr, Qalqala, Līn, Inḥirāf, Takrīr, Tafaššī und Istiṭālah.
Welche Buchstaben besitzen Ṣafīr?
Die Buchstaben ص, س und ز.
Welche Buchstaben besitzen Qalqala?
Die fünf Buchstaben ق, ط, ب, ج und د.
Wann wird Qalqala ausgesprochen?
Wenn einer der fünf Qalqala-Buchstaben einen ursprünglichen oder durch Waqf entstandenen Sukūn trägt.
Ist Qalqala ein zusätzlicher Vokal?
Nein. Sie ist ein kurzes Zurückspringen des Klangs und darf nicht wie eine Fatha, Kasra oder Damma klingen.
Was ist Līn?
Līn ist die weiche Aussprache eines Wāw oder Yāʾ mit Sukūn, wenn ihm eine Fatha vorausgeht.
Welcher Buchstabe besitzt Tafaššī?
Der Buchstabe Schīn – ش.
Welcher Buchstabe besitzt Istiṭālah?
Der Buchstabe Ḍād – ض.
Soll das Rāʾ mehrfach gerollt werden?
Nein. Die natürliche Vibrationsneigung muss kontrolliert werden, damit der Buchstabe nicht mehrfach wiederholt wird.
Fazit
In dieser Lektion haben wir die sieben Tajwid-Eigenschaften ohne entgegengesetzte Eigenschaft behandelt.
Ṣafīr erzeugt den Pfeiflaut bei ص, س und ز. Qalqala beschreibt den zurückspringenden Klang der Buchstaben ق ط ب ج د bei Sukūn. Līn ermöglicht eine weiche Aussprache von وْ und يْ nach einer Fatha.
Inḥirāf betrifft das Lām und Rāʾ, Takrīr die kontrollierte Vibration des Rāʾ, Tafaššī die Ausbreitung des Schīn-Lautes und Istiṭālah die besondere Ausdehnung des Ḍād entlang des Zungenrandes.
Für eine korrekte Koranrezitation müssen sowohl die Artikulationsstellen als auch die Eigenschaften jedes Buchstabens beachtet werden.
Die nächste Lektion behandelt, in schāʾ Allah, die Regeln des Buchstabens Rāʾ – ر – bei der Koranrezitation.
Keine Kommentare
Noch keine Kommentare.